Mehr Energieeffizienz für Big Data

Energiesparen durch Messtechnik

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Bild 1. Durch Messtechnik haben RZ-Betreiber einen Überblick über den Stromverbrauch.
© Bild: istock/shapecharge, istock/cybrain und Berg

Die Corona-Pandemie und ihre digitalen Folgen im Jahr 2020 haben gezeigt, dass der Digitalkonsum zunehmend ein Energiefresser ist. Im Rahmen der Digitalisierung von Gesellschaft und Industrie schlucken nicht nur der Betrieb von digitalen Endgeräten sowie der zunehmende Datenaustausch selbst jede Menge mehr Strom, sondern auch der Betrieb von Netzinfrastruktur und Rechenzentren. Weltweit steigt der Energieverbrauch durch Rechenzentren, Datenströme und private Endgeräte prozentual sogar stärker als der gesamte Energieverbrauch. Besonders der Energiebedarf von Server-Räumen und Rechenzentren macht durch die hohe Nachfrage nach Rechenleistung einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch aus.

Zwischen 2010 und 2017 stieg der Energieverbrauch von Rechenzentren in Deutschland von 10,5 auf 13,2 Milliarden Kilowattstunden. Dies entspricht einem Zuwachs von mehr als 25 Prozent. Hier sind intensive Maßnahmen zur kontinuierlichen Steigerung der Energieeffizienz mehr denn je gefragt. Der Faktor Energie ist in den Bilanzen von Rechenzentren eine gewichtige Position. Geringe Kosten für Strom, Kälte oder Gas können die Wertschöpfungskette und den eigenen CO2-Fußabdruck positiv beeinflussen. Gerade der hohe Strompreis in Deutschland ist eine große Motivation, Energie einzusparen. Rechenzentrumsbetreiber legen großen Wert darauf, in neu gebauten Zentren moderne Techniken zu verwenden. So steigern zum Beispiel neue Arten von Rechenzentren, sogenannte Hyperscale-Rechenzentren, die als Basis für Big Data und Cloud-Computing dienen, die Energieeffizienz. Mittlere Einsparpotenziale können Betreiber zudem durch eine bessere Nutzung von Abwärme erreichen.

Verbraucherbezogene Kostentransparenz

Ein einfacher und kostengünstigster Weg zu mehr Energieeffizienz ist die Einführung eines Energie-Management-Systems. Präzise elektrische und rohrgebundene Mess- und Kommunikationstechnik in Kombination mit einer professionellen Energie-Management-Software kann mittlere bis sehr hohe Einsparungen beim Energieverbrauch vor allem im Bereich der Kühlung, Klimatisierung und Lüftung erkennbar machen. Eine optimierte Überwachung beziehungsweise Regulierung der Raumtemperaturen sowie eine verbrauchergerechte, transparente Energiezuordnung hilft somit, die eigenen Energieverbrauchskosten transparent zu machen und zu senken.

Digitale und smarte Zähler liefern reproduzierbare Messergebnisse, deren zeitsynchrone Einspeisung in eine Energie-Management-Software dann über standardisierte Schnittstellen, zum Beispiel M-Bus, Modbus TCP oder BACnet, direkt erfolgt. Ein Energie-Management-System automatisiert kontinuierlich die Erfassung, statistische Auswertung und Visualisierung aller Energieverbrauchswerte für ein systematisches Energie-Monitoring und -Controlling.

Alle relevanten Energiedaten fließen in übersichtliche Analysen und Berichte mit ein und bilden auch örtliche Gegebenheiten, technische Einrichtungen und die genauen Speicherungsprozesse individuell und differenziert ab. Die feine Granulierung bietet eine flexible Zuordnung des Energieverbrauchs und eine dynamische, verbraucherbezogene Abrechnung im Gegensatz zu einem allgemeinen Umlageschlüssel. Darüber hinaus lässt sich das in Rechenzentren sehr wichtige „Condition Monitoring“ von Temperatur und Luftfeuchte über eine integrierte Grenzwertüberwachung bewerkstelligen. Über entsprechende Regeln an virtuellen Messpunkten kann in Verbindung mit Alarmfunktionen schon bei schleichender Verschlechterung des Wirkungsgrades erkennbar sein, ob der Ausfall einer Klimaanlage droht. Außerdem ist damit ein übergreifender energieoptimierter Betrieb der Anlagen durch Anpassungen der Regelparameter definierbar und langfristig gut zu überwachen.


  1. Energiesparen durch Messtechnik
  2. Implementierung und Anbindung der Messtechnik

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