Green IT, Teil 2: OVHcloud

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OVHcloud-Netzwerk
© OVHcloud

Wir befinden uns im Jahr 2021 n.Chr. Die ganze Cloud-Welt ist von den Hyperscalern besetzt. Die ganze Cloud-Welt? Nein. Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Unternehmen hört nicht auf, den Hyperscalern Widerstand zu leisten. Noch dazu hat der RZ-Betreiber OVHcloud aus dem nordfranzösischen Roubaix hehre Pläne in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Auch hierzulande will der Hosting- und Cloud-Provider seine Präsenz verstärken.

Was dem einen sein Zaubertrank ist, das ist dem anderen sein Börsengang: Mit einem IPO im Oktober 2021 hat sich OVHcloud 350 Millionen Euro Kapital verschafft, um sein Business international auszubauen. Schon vorher war der Hosting- und Cloud-Anbieter, gegründet 1999 vom heutigen CTO Octave Klaba unter dem Namen OVH, neben T-Systems einer der größten europäischen Cloud-Anbieter. Mit der magischen Kraft des neuen Geldsegens wollen die Gallier ihr Portfolio erweitern – neu ist beispielsweise MongoDB als Public-Cloud-Datenbank – und eine Reihe weiterer RZ-Standorte eröffnen: Vorgesehen sind laut Unternehmensverlautbarung neue Lokationen in Frankreich, England, Italien, Spanien, Kanada sowie eine zusätzliche in den USA.

Einige Eckdaten: OVHcloud unterhält 33 Datacenter an zwölf Standorten in acht Ländern sowie 38 PoPs (Points of Presence) für sein 32-TBit/s-Weitverkehrsnetz (siehe Bild). Im Frühjahr gab es einen Brand im OVHcloud-RZ in Strasbourg, woraufhin der Provider ankündigte, die Ursachen zu ermitteln und sein Resilienzkonzept entsprechend nachzubessern. Laut eigenen Angaben hat der Provider 1,6 Millionen Kunden in 140 Ländern. Auf 395.000 physischen Servern betreibe man 340.000 Public-Cloud-Instanzen und 117.000 VM-basierte Private Clouds. Zum Portfolio zählen neben Public- und Private-Cloud-Services auch Bare-Metal-Hosting, Web-Hosting sowie Storage und Backup.

Dreifach souverän

OVH betont seine Kompetenz in Sachen Datensouveränität – man sei Gründungs- und Aufsichtsratmitglied von Gaia-X – sowie Technologiesouveränität (also Kontrolle über den gesamten hauseigenen Technologie-Stack) und Betriebssouveränität. Letzteres bedeutet: Innerhalb der nächsten zwölf Monate möchte OVH seinen Technologie-Stack auch als On-Premises-Lösung anbieten und die dabei verwendete Software als Open Source bereitstellen.

Relevante Anbieter

Leitet das Business von OVHcloud hierzulande: Falk Weinreich, General Manager Central Europe.
Leitet das Business von OVHcloud hierzulande: Falk Weinreich, General Manager Central Europe.
© OVHcloud

Geplant ist laut Falk Weinreich, General Manager Central Europe bei OVHcloud, solche Kapazitäten als „Datacenter in a Box“ bei ausgewählten Wholesale-Partner vor Ort zu installieren und zu betreiben. Auf dieser Basis könne der Vertriebspartner per Whitelabeling eigene Services anbieten, zum Beispiel für Behörden oder regulierte Branchen.

In Deutschland hat OVHcloud laut Weinreich über 30.000 Kunden. Das Rechenzentrum in Limburg sei auf 8 MW Leistung ausgelegt. Es soll einmal bis zu 45.000 Server beheimaten, derzeit sei es etwas mehr als zur Hälfte ausgelastet. Das Failover für Backup und Disaster Recovery erfolgt derzeit ins Ausland. OVHcloud strebt aber auch hierzulande eine stärkeren Präsenz an: Am Standort Limburg, so Weinreich, habe man gerade einen neuen dritten Abschnitt eröffnet, man arbeite an Plänen für ein weiteres RZ in Deutschland. Details dazu ließ der Anbieter bislang nicht verlauten.


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