Lünendonk: Gesellschaftliches Bewusstsein für Nachhaltigkeit auch in Unternehmen 

ESG-Berichterstattung wird zur Pflicht für Unternehmen

12. Januar 2023, 12:00 Uhr | Jörg Schröper
Future of Work
© Wolfgang Traub

Das Thema ESG (Environmental, Social, Governance) duldet nach Einschätzung von Insidern keinen Aufschub mehr. Unternehmen begreifen ihre ESG-Pflichten jedoch offenbar auch als Chance, das eigene Geschäftsmodell und eingespielte Wertschöpfungsprozesse zu hinterfragen.

Wer sich frühzeitig mit der Materie beschäftigt, ist klar im Vorteil, denn der Markt belohnt Nachhaltigkeitsbemühungen. Die Marktanalysten von Lünendonk & Hossenfelder widmen sich derzeit nach eigenen Angaben dem Trendthema ESG ausführlich. Mit den Kapiteln Regulatorik, Erfolgsfaktoren der Unternehmensführung, Digitalisierung, Lieferkette, Immobilienwirtschaft und nachhaltiger Erfolg fokussieren sie in einer Veröffentlichung auf die Herausforderungen bei der Umsetzung verpflichtender wie auch freiwilliger Maßnahmen.

ESG-Aufgaben sollten nicht mehr als Bürde, sondern müssen als ökonomische Chance verstanden werden, so die Marktforscher. Angesichts der zunehmenden regulatorischen Vorgaben sei ein Abwarten, ob der Hype vorbei geht, keine angemessene Strategie mehr. Der Aufwand und die Berührungspunkte mit verschiedensten organisatorischen Bereichen eines Unternehmens bei ESG sind so groß, dass es klarer Verantwortlichkeiten und auch Handlungsbefugnisse bedarf. Es müssten alle relevanten Bereiche, wie Unternehmensleitung, Personalwesen, Einkauf, Rechtsabteilung und viele mehr, eingebunden und entsprechende Governance-Strukturen geschaffen werden. Nur ein solches dauerhaftes Konstrukt könne die Basis für strategisches Nachhaltigkeitsmanagement bilden.

Daraus können die notwendige Berichterstattung abgeleitet sowie aktuelle und zukünftige regulatorische Ansprüche laufend erfüllt werden, so Viola Möller, Expertin in der Beratung rund um nachhaltige Unternehmensführung mit Schwerpunkt Stakeholder Management bei der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Gebäude und technische Anlagen zählen zu den wesentlichen CO2-Emittenten. In Deutschland müssen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent und bis 2040 um mindestens 88 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 1990 sinken. Der Gebäudesektor ist dabei mit über 35 Prozent an den Gesamtemissionen beteiligt. Als ESG-Lösungspartner setzt beispielsweise der Multitechnik-Dienstleister SPIE auf die Initiative „Go! Green“, wie Rainer Hollang, Rüdiger Graf, Johannes Schochow und Dr. Johannes Werhahn von SPIE in ihrem Beitrag bei Lünendonk & Hossenfelder darlegen. Bei der Inittative seien Lösungen für eine verbesserte Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energien klug gebündelt, um Gebäude, Anlagen und Infrastrukturen nachhaltig auszurichten. Dort seien auch FM-Dienstleister stark gefragt, um Unternehmen zu beraten und mit entsprechenden Services zu unterstützen.

Bei der Fabrik der Zukunft spielen unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten viele Faktoren zusammen: Im Rahmen der Digitalisierung ermöglicht das Internet-of-Things (IoT) eine kontinuierliche Überwachung von Maschinen und Anlagen mit geringem Aufwand, so die Marktforscher weiter. Dadurch würden vorausschauende Wartung und Reparaturen möglich. Verschleiß ist rechtzeitig bekannt, sodass sich Totalschäden von Maschinen vermeiden lassen. Gleichzeitig lässt sich durch eine Dekarbonisierung des Fabrikbetriebs der CO2-Ausstoß vermindern. Photovoltaik, Wärmerückgewinnung und Techniken wie LED-Beleuchtung sorgen dafür, dass der Strombedarf sinkt oder aus erneuerbaren Energien decken lässt. Dabei sei allerdings darauf zu achten, dass zunehmend die kompletten Lieferketten ins Visier auch von ESG-Anstrengungen geraten und nicht an den Landes- oder EU-Grenzen Halt machen; für Zulieferer bekommen damit Nachhaltigkeitsinitiativen den gleichen Stellenwert.

Zu den weiteren Themen der Publikation, die die Marktforscher auf ihrer Webseite kostenlos zur Verfügung stellen, zählt unter anderem auch die Kreislaufwirtschaft, die gleichermaßen Nutzen für das Unternehmen wie für die Umwelt schafft.
 


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