Frischluftkühlung im Rechenzentrum

Frischer Wind

22. Mai 2013, 06:00 Uhr   |  Peter Dümig/jos, Field Product Manager Enterprise Solutions MBPLE bei Dell.

Frischer Wind

Neue Ideen für Rechenzentren sind gefragt, denn diese sollen energieeffizienter und kostengünstiger arbeiten. Die Kühlung der IT schluckt jede Menge Strom und Geld. Dell hat als Gegenmaßnahme eine Lösung entwickelt, die buchstäblich frischen Wind durch die Anlagen bläst und damit den Strom in der Dose lässt. Die Kühlung mit Frischluft ist der Schlüssel zu mehr Energieeffizienz.Das Bewusstsein der Verbraucher wächst: Auch Rechenzentren stehen in der Verantwortung, sparsam mit den Ressourcen der Umwelt umzugehen. Für die Betreiber sind dies hohe Ansprüche, denen sie aus mehreren Gründen gerecht werden müssen. Ein alternatives Kühlverfahren wie die Frischluftkühlung öffnet dabei die Tür zu mehr Energieeffizienz, und die RZ-Betreiber schlagen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: weniger Umweltbelastung durch den geringeren CO2-Ausstoß und weniger Kosten durch die Energieeinsparungen. Einige Voraussetzungen sollten für den Wechsel jedoch erfüllt sein, damit die neue Kühlmethode reibungslos funktioniert. Zu allererst benötigen Betreiber eine IT, die kurzfristige Temperaturanstiege bis zu 45°C aushalten kann. Damit liegt die Belastungsgrenze deutlich höher als bisher - konventionelle Server waren für höchstens 35°C ausgelegt. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Dell (Dell Fresh Air Cooling Research, en.community.dell.com/techcentre/power-cooling/w/wiki/fresh-air-cooling.aspx), die sich mit den Auswirkungen klimatischer Bedingungen auf Speicher, Server oder sonstige Geräte in Rechenzentren beschäftigt, stützen die erhöhten Anforderungen an die IT bei einer Umstellung auf die Frischluftkühlung. Dell hat sich nach eigenem Bekunden diesen neuen Anforderungen an die IT bereits angepasst und mit seinen Poweredge-Servern besonders hitzetolerante Systeme auf den Markt gebracht, die für Spitzentemperaturen von 45°C ausgelegt sind, um die Frischluftkühlung zu nutzen. Mit speziellen Energiesparmodi können die Betreiber sogar den Stromverbrauch der Server regulieren und ihr Rechenzentrum so erheblich effizienter führen. Der "European Union Code of Conduct for Data Centres" der EU unterstützt ebenfalls die Alternative der Frischluftkühlung. Er fordert die IT-Hersteller auf, die Temperatur-Limits in Rechenzentren zu erhöhen und die Kühlungsmechanismen zu optimieren. Bei dem alternativen Kühlverfahren saugen die Systeme frische Luft von außen an und blasen sie direkt in die Server-Räume, um die Anlagentemperatur zu verringern. Relativ kühle klimatische Bedingungen sind dafür unerlässlich. Die Wahl des passenden Standorts ist deshalb eine wichtige Anforderung an die Betreiber, die umstellen wollen. Der dazu nötige Grenzwert der Außentemperatur liegt gewöhnlich bei 28°C. Klimazonen in Nord- und Mitteleuropa sind daher besonders als Standort für Rechenzentren geeignet, denn dort steht nach den Ergebnissen der Dell-Untersuchung tagsüber Frischluft bis 28°C an rund 333 Tagen pro Jahr zur Verfügung.   Vorteile der Kühlung mit Frischluft Die Vorteile der Frischluftkühlung im Vergleich mit anderen Methoden wie Klimaanlagen liegen auf der Hand: Die Betreiber von Rechenzentren sparen Energie und damit auch Kosten. Der Energieaufwand für die Kühlung durch Klimaanlagen kann bei idealen Bedingungen sogar vollständig entfallen oder ist lediglich bei kurzzeitigen Außentemperaturanstiegen an Sommertagen notwendig. Ein weiterer Pluspunkt ist der ökologische Effekt, denn Rechenzentren können ganzjährig - oder zumindest zum Großteil des Jahres - ihren CO2-Austoß durch den Energieverbrauch der Frischluftkühlung erheblich reduzieren. Dies ist für Unternehmen interessant, die kurz- oder langfristig ökologischer und sparsamer agieren wollen. Zahlreiche Rechenzentren haben die neue Methode bereits getestet - mit dem Ergebnis, dass sich für alle Anlagen von Hyperscale-Rechenzentren über mittlere oder kleine Rechenzentren bis zu "containerisierten" Rechenzentren die alternative Kühlungsmethode als ein Gewinn herausgestellt hat.

Konventionelle Datacenter-Kühlung kostet viel Geld und Energie. Frischluftkühlung reduziert Kosten und den Energieverbrauch drastisch - vorausgesetzt, die Server sind darauf ausgelegt. LANline.

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