Report von Dell Technologies

Junge Beschäftigte wollen's nachhaltig

25. Januar 2023, 8:00 Uhr | Wilhelm Greiner
Future of Work
© Wolfgang Traub

Laut dem „Future Proof“-Report von Dell Technologies ist ein großer Teil der aktuell jüngsten Beschäftigtengeneration („Generation Z“) bereit, den Entscheidungsträgern Zeit zu geben, um Strategien für eine nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu entwickeln und umzusetzen – mitunter sogar, wenn dies Verzicht bedeutet. Insbesondere bei der digitalen Unterfütterung der Nachhaltigkeitsziele scheint es aber noch zu hapern.

„Da die Generation Z (geboren zwischen 1997 und 2012) elf Prozent der deutschen Bevölkerung ausmacht, können Unternehmen nicht einfach zu einem Zustand vor der Pandemie zurückkehren, wenn sie diese jungen Talente anziehen und an sich binden wollen“, rieten die ISG-Analysten Roman Pelzel et al. letzten November in ihrem Report „ISG Provider Lens Future of Work – Services and Solutions – Germany 2022“.

„Sie sind gut ausgebildet, wissbegierig und digital versiert“, so die Marktbeobachter weiter über die jüngste Generation der Beschäftigten, „und sie sind die erste Generation, die mit Smartphones, sozialen Medien und digitalen Geschäftsmodellen aufgewachsen ist.“ Deshalb seien die Vertreter der „Gen Z“ für Unternehmen als Konsumenten und als Inspiration für die Geschäftsmodelle von morgen von besonderem Interesse.

Eine Besonderheit der jüngsten Kohorte an Berufstätigen: „Im Vergleich zu den Babyboomern sucht die Gen Z nach Unternehmen, die mit ihren Werten und Überzeugungen übereinstimmen“, so das ISG-Analystenteam. „Studien zufolge würden viele einen Job nicht annehmen, wenn die Werte des Unternehmens ihren eigenen widersprechen. Um für sie attraktiv zu sein, müssen Arbeitgeber bereit sein, sich auf diese Generation einzustellen, die mehr zielgerichtete und unternehmensweite Initiativen in den Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) anstrebt, beispielsweise die Verringerung des CO2-Fußabdrucks.“

Ein neuer Report von Dell Technologies untermauert nun diese Einschätzung von einer Arbeitnehmergeneration, die besonders stark an sozialen Aspekten und Umweltfragen interessiert ist: Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Erwachsenen aus der Generation Z – also der Menschen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren – in Deutschland wie auch international wäre laut der Dell-Umfrage bereit, kurzfristig Verzicht zu üben, um Regierungen die Zeit für die Planung einer nachhaltigen und digital untermauerten Zukunft zu geben. Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage, für die der Konzern über 15.000 Angehörige der Generation Z in 15 Ländern befragen ließ, darunter 1.000 aus Deutschland.

International gehen fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten davon aus, dass Technik bei der Bewältigung aktueller Probleme wie der Klimakrise eine zentrale Rolle spielen wird. In Deutschland sind es geringfügig weniger: nur 60 Prozent.

Die drei wichtigsten Aufgabengebiete für Regierungen sind für die jungen Erwachsenen hierzulande eine nachhaltige Energieversorgung (39 Prozent, international 42 Prozent), die Förderung von Kreislaufwirtschaft (29 Prozent, international 39 Prozent) und mehr Nachhaltigkeit im öffentlichen Verkehr (29 Prozent in Deutschland wie auch international). Auffällig: Bei zwei der drei Prioritäten liegen hiesige junge Erwachsene unter dem internationalen Schnitt, eine Förderung der Kreislaufwirtschaft scheint jungen Deutschen sogar deutlich weniger relevant.

Der Hintergrund: Das Vertrauen darauf, dass öffentliche Investitionen in eine nachhaltige Zukunft innerhalb von zehn Jahren die Wirtschaft florieren lassen, ist bei den jungen Erwachsenen nicht sonderlich stark ausgeprägt. In Deutschland wie auch international hat fast ein Drittel (32 Prozent) hier wenig oder gar kein Vertrauen, 42 Prozent der hiesigen Befragen (international 38 Prozent) sind unsicher und nur 26 Prozent (international 30 Prozent) haben hohes oder absolutes Vertrauen, dass dies so klappen wird.

Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Befragten in Deutschland und international erachten digitale Fähigkeiten als grundlegend für ihre eigene berufliche Zukunft. Allerdings ist in Deutschland fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) der Ansicht, man bekomme in der Schule nur rudimentäre IT-Skills vermittelt. Im internationalen Vergleich sieht es allerdings auch nicht viel besser aus: Hier teilten 44 Prozent diese Kritik. In diesem Punkt ist also überall noch viel Luft nach oben.

Über die Hälfte der Befragten (Deutschland 54 Prozent, international 56 Prozent) stuft Cybersicherheit als Voraussetzung für eine prosperierende digitale Zukunft ein. Dass dabei ebenfalls noch Luft nach oben ist, kann man inzwischen fast täglich den Medien entnehmen – nachhaltige IT-Security haben viele Unternehmen noch nicht erreicht.


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