Digital Realty und Mainova kooperieren

Machbarkeitsstudie zur RZ-Abwärmenutzung

24. Januar 2023, 8:30 Uhr | Wilhelm Greiner
Mainova-Technikvorstand Martin Giehl (links) und Volker Ludwig, Managing Director Digital Realty Deutschland arbeiten künftig bei der RZ-Abwärmenutzung zusammen.
Mainova-Technikvorstand Martin Giehl (links) und Volker Ludwig, Managing Director Digital Realty Deutschland arbeiten künftig bei der RZ-Abwärmenutzung zusammen.
© Digital Realty

Digital Realty, international tätiger Anbieter Cloud- und Carrier-neutraler RZ-, Colocation- sowie Interconnection-Lösungen, und Frankfurts regionaler Energieversorger Mainova haben eine Absichtserklärung für ein gemeinsames Projekt zur nachhaltigen RZ-Abwärmenutzung unterzeichnet. Im Digital Park Fechenheim, dem ehemaligen Neckermann-Gelände, errichtet Digital Realty einen Campus mit elf neuen Rechenzentren. In einer Machbarkeitsstudie wollen Digital Realty und Mainova prüfen, ob man die Abwärme eines der Rechenzentren künftig in das Fernwärmenetz der Mainova einspeisen kann.

Nach aktuellen Planungen sollen bei Vollausbau bis zu 20 Megawatt Abwärme für die Fernwärmeversorgung bereitstehen und somit die Heizenergie für rund 3.600 Haushalte liefern. Zudem ist eine Abwärmenutzung für das Nahwärmenetz in Planung: Vorgesehen ist laut Digital Realty, die rund 18.000 Quadratmeter eigener Büro- und Lagerflächen mit der Abwärme aus den Rechenzentren am Digital Park zu beliefern.

„Die Zusammenarbeit mit unserem Partner Digital Realty wird uns künftig erstmals ermöglichen, Rechenzentrumsabwärme in unserem Fernwärmesystem zu integrieren“, sagt Mainova-Technikvorstand Martin Giehl. „Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Energiewende und den Klimaschutz. Davon profitieren alle am Projekt Beteiligten und die Stadt Frankfurt bei der Erreichung ihrer Klimaschutzziele.“

„Die Nutzung der Abwärme von Rechenzentren ist jetzt und auch mit Blick in die Zukunft ein wichtiger Faktor zur Ressourcenschonung“, ergänzt Volker Ludwig, Managing Director Digital Realty Deutschland. Das „Leuchtturmprojekt“ mit Mainova bringe den RZ-Betreiber auch dem internationalen Ziel näher, Rechenzentren nachhaltiger zu betreiben.

Wärmepumpe im Kesselhaus

Auf dem Geländes des Digital Parks Fechenheim steht ein denkmalgeschütztes Kesselhaus. Mainova will darin mehrere industrielle Großwärmepumpen installieren, um damit die RZ-Abwärme auf das erforderliche Temperaturniveau für die Einspeisung in das Fernwärmesystem zu heben. Eine neu zu bauende Fernwärmetrasse in unmittelbarer Nähe des Digital Parks soll das Areal an das Netz anbinden.

Mit „FRA17“ ist laut Digital-Realty-Angaben das erste von elf geplanten Rechenzentren auf dem ehemaligen Neckermann-Gelände fertiggestellt und an den Betrieb übergeben. Das RZ, dessen Grundsteinlegung erst im Sommer 2021 erfolgte, hat eine IT-Stellfläche von rund 4.500 Quadratmetern und ist laut Betreiber, wie nicht anders zu erwarten, mit modernster Infrastruktur ausgestattet.

Das nächste Rechenzentrum – „FRA18“ – ist bereits im Rohbau, die Fertigstellung ist laut Digital Realty für kommenden Winter geplant. Außerdem habe man kürzlich mit dem Bau von „FRA27“ begonnen, das ebenfalls im kommenden Winter fertig sein soll. Außerdem errichtet Digital Realty sein erstes eigenes Umspannwerk („UW03“) auf dem Gelände. Es soll im nächsten Sommer in Phase 1 in Betrieb gehen.

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