Server-Housing bei M-Net

Server-Housing im Hochleistungs-RZ

27. August 2013, 06:00 Uhr   |  Franz Appel/jos, Abteilungsleiter Produkt-Management Sprache & Daten bei M-Net.

Server-Housing im Hochleistungs-RZ

Steigende Anforderungen an Sicherheit und Leistung bei Netzzugriff und Datendurchsatz kennzeichnen die Komplexität moderner IT-Projekte. In einer Welt, in der Unternehmen ihre Daten von überall her jederzeit sicher anzapfen wollen, wird die Auslagerung immer komplexerer interner IT-Infrastrukturen zunehmend interessanter. Insbesondere Outsourcing- und Managed-Services-Angebote können dabei punkten. Wichtig ist es dabei jedoch, dass die Technik hinter Cloud-Diensten und anderen servicebasierenden IT-Leistungen reibungslos funktioniert.IT-Komplettanbieter wie das im folgenden Beispiel betrachtete Unternehmen Cancom setzen bei der Unterbringung und Anbindung ihrer Server heute vielfach auf Housing-Lösungen - im Beispiel die des Telefon- und Internet-Anbieters M-Net aus München. Das insgesamt über 1.500 m2 große Housing-Center im Norden der bayerischen Metropole entspricht anspruchsvollen technischen Standards. Selbst große Datenmengen lassen durch die redundante und direkte Anbindung an den hauseigenen Backbone sicher und schnell übertragen. Die reibungslose Abwicklung des Internet-Traffics sol die breit auslegte Kopplung zu den Internet- Knotenpunkten garantieren. Dies ist laut den Betreibern eine wesentliche Voraussetzung für die permanente Erreichbarkeit bandbreitenhungriger Web-Angebote. "Zur Unterbringung ihrer Server-Hardware stellen wir unseren Kunden Racks in verschiedenen Leistungsklassen zur Verfügung", erklärt Andreas Röde Produkt-Marketing-Manager bei M-Net. Racks im Hochleistungssektor erreichen wassergekühlt pro Server-Schrank eine Leistung von bis zu 16 kW; im Standardbereich mit der energiesparenden Kaltgang-Einhausung durch die strikte Trennung von Kalt- und Warmluft bis zu 6 kW. Auch in den Server-Racks mit dem herkömmlichen offenen Kalt-/Warmgang erreichen die Systeme noch bis zu 4 kW pro Server-Schrank. Sowohl die Größe der benötigten Racks als auch die dazugehörige Bandbreite sind dabei individuell wählbar und bei Bedarf anpassbar. "Darüber hinaus bieten wir unseren Kunden individuell separierte und zutrittsgesicherte Cages an", so Röde. Abgetrennt sind die ab etwa 30 m2 großen Kunden-Cages durch auf dem Doppelboden - oder auf Anfrage auch darin - montierte Gitterzäune. "Damit runden wir unser Angebot auch für höchste Sicherheitsstufen zuverlässig ab." Auf knapp 50 m2 Server-Stellfläche betreibt Cancom in einem separat geschützten Hochsicherheitsbereich des Rechenzentrums eine multimandantenfähige Plattform, die mit der glasfaserbasierenden Festverbindung Connect-LAN ausfallsicher vernetzt ist. Für die Datensicherheit sorgt eine Active/Active-Lösung. Die sichere Verbindung zum Cancom-Rechenzentrum übernehmen zwei 1-GByte/s-Leitungen, die zugleich mehrere Funktionen erfüllen: Sie stellen die für die Sicherheit erforderliche Redundanz bereit, verdoppeln die Bandbreite und erhöhen damit auch die Leistungsfähigkeit der Verbindung. Zusätzliche Sicherheit bietet der kanten- und knotendisjunkte Aufbau der physischen Leitungen   Hochleistungsfähigkeit und schonender Ressourcenverbrauch Die Kälteerzeugung erfolgt durch moderne Kaltwassersätze als Kompaktkältemaschinen. Die Verteilung erfolgt über einen Pufferspeicher und ein leckageüberwachtes Rohrleitungssystem mit angeschlossenen Kälteübergabestationen, die eine Systemtrennung von zentraler Kälteerzeugung und raumseitigen Kühlgeräten gewährleistet. Alle notwendigen aktiven Bauteile der Kälteversorgung sind redundant (n+1) ausgerüstet. Pumpen und Wärmetauscher sind aus Sicherheitsgründen außerhalb der Datensicherheitsräume platziert. Das Raumklimatisierungskonzept der einzelnen Datensicherheitsräume (DSR) deckt die Bandbreite der heute üblichen Kühlungskonzepte ab. Der Jahresstromverbrauch des rund 1.500 m2 großen Rechenzentrums entspricht dem von über 2.000 Zwei-Personen-Haushalten. Bereits Anfang 2012 hat M-Net die Stromversorgung auf Ökostrom umgestellt. Damit verzichtet das Unternehmen in einem der leistungsfähigsten Housing-Center vollständig auf fossile Energien aus Atom-, Kohle- oder Ölkraftwerken, denn der von den Stadtwerken München (SWM) erzeugte M-Ökostrom wird zu 100 Prozent aus zertifizierten Wasserkraftanlagen gewonnen. Bei dieser Art der Stromerzeugung entstehen keine klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen. Mehrere Tausend Tonnen Kohlendioxid vermeidet der Betrieb so jährlich. "Der ökologisch wertvollste Strom ist natürlich der, den man gar nicht erst verbraucht", betont Röde. So funktioniere die Anlage dank der zugeschalteten indirekten freien Kühlung bis zu einem Drittel des Jahres sogar gänzlich ohne zusätzlichen Energiebedarf ausschließlich mit Außenluft. "Damit minimiert M-Net nicht nur den Ressourcenverbrauch, sondern reduziert zudem die Energiekosten." Der Anschluss der Systeme an die gesicherte Spannungsversorgung erfolgt über Stromschienensysteme im Doppelboden oder über mehrfach ausgestellte Unterverteilungen im Raum und kann redundant ablaufen. Eine stabile Netzversorgung gewährleistet die eigens für das M-Net -Rechenzentrum bereitgestellte Netztrafostation der SWM. Parallel dazu steht für den Notstrombetrieb eine Netzersatzanlage zur Verfügung, die im Fehlerfall die Netzversorgung des Standortes übernimmt. Zur Sicherung der unterbrechungsfreien Netzversorgung sind alle Systeme an eine statischen USV-Anlage (n+1) angeschlossen. Dies kann Spannungseinbrüche, Überschwingungen und Transienten der öffentlichen Netzspannung zuverlässig ausgleichen. Der Zugang in das Housing-Center ist mehrstufig aufgebaut. Generell erfolgt das Öffnen von Türen und Rack-Türen durch einen elektronischen Transponder-Key, dem ein Rechteprofil zugeordnet ist. Um in das Housing-Center zu gelangen, ist im Eingangsbereich zusätzlich zum Transponder-Key eine PIN und an einer weiteren Tür eine biometrische Freigabe durch einen Fingerabdruckscanner notwendig. Der Innen- und Außenbereich des Housing-Centers ist zudem rund um die Uhr mit Kameras überwacht.   Individueller Brandschutz Darüber hinaus haben die Betreiber für den gesamten Bereich ein Brandschutzkonzept in Abstimmung mit der Branddirektion München erstellt und auf die Bedürfnisse des Betriebes eines technischen Standorts und Server-Housing-Centers ausgelegt. Dazu zählen beispielsweise eine automatische Stickstoff-Gaslöschanlage und aktive analoge Rauchansaugsysteme mit permanenter Luftstromüberwachung. Die Alarmierung und Signalisierung der Infrastrukturalarme sowie alle sicherheitstechnischen Einrichtungen erfolgt im Network Operation Center (NOC) an 24 Stunden 365 Tage im Jahr. Das NOC leitet alle zur Entstörung notwendigen Maßnahmen ein und überwacht die Durchführung.   Mit Hochgeschwindigkeit auf die Datenautobahn Die zuverlässige Anbindung des Rechenzentrums an das eigene Übertragungsnetz erfolgt redundant auf zwei Versorgungswegen. Im Bereich der Datensicherheitsräume erfolgt die Vernetzung über eine moderne strukturierte Verkabelung. Als Übertragungsmedium dienen Lichtwellenleiter und Datenverkabelungssysteme gemäß Link-Klasse E. In jeder dieser Produktvarianten steht kostenneutral ein physischer 10/100/1000Base-X Internet-Port zur Verfügung. Es ist lediglich ein Flatrate-, Volumen und Bandbreitenabrechnungsmodell nach den individuellen Bedürfnissen zu wählen. Sämtliche Geschäftskundenprodukte lassen sich laut Betreiber mit den höchsten Bandbreiten in den Racks abbilden.

Der Anschluss der Systeme an die gesicherte Spannungsversorgung erfolgt über Stromschienensysteme im Doppelboden oder über mehrfach ausgestellte Unterverteilungen im Raum und ist bei Bedarf redundant Sowohl die Größe der benötigten Racks als auch die dazugehörige Bandbreite sind im RZ von M-Net individuell wählbar und bei Bedarf anpassbar. Das Raumklimatisierungskonzept der einzelnen Datensicherheitsräume (DSR) deckt die Bandbreite der heute üblichen Kühlungskonzepte ab.

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