Soti-Umfrage zu Nachhaltigkeit in der IT

Unternehmen entsorgen Endgeräte zu früh

22. April 2022, 12:00 Uhr | Wilhelm Greiner
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© Wolfgang Traub

Deutsche Unternehmen legen zwar laut eigenem Bekunden großen Wert auf Nachhaltigkeit, entsorgen aber elektronische Geräte dennoch vorzeitig, darunter auch langlebige Geräte wie Handhelds, Scanner und Barcode-Leser. Das zeigt eine Umfrage von Soti, einem Anbieter für das Management von Mobilgeräten und Apps, in acht Ländern, darunter Deutschland.

Zwei Drittel der IT-Führungskräfte in deutschen Unternehmen sind der Meinung, dass ihre Firma elektronische Geräte unnötig ersetzt. Die am häufigsten vorzeitig entsorgten Geräte sind Mobiltelefone (66 Prozent; 69 Prozent international) und Tablets (je 65 Prozent in Deutschland und international). Deutsche Unternehmen sind also nur geringfügig nachhaltiger in ihrer Endgerätenutzung als der Rest der 2.500 Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten aus Australien, Deutschland, Frankreich, Kanada, Mexiko, Schweden, UK und den USA, deren IT-Entscheidungsträger Soti im Februar und März online befragte.

Dabei verfolgt eigentlich jedes zweite hiesige Unternehmen (50 Prozent; 59 Prozent international) klare Ziele hinsichtlich der Reduzierung von Elektroschrott. 48 Prozent (55 Prozent international) arbeiten auf KPIs (überprüfbare Referenzwerte) für nachhaltiges Geräte-Management hin.

Ebenfalls fast die Hälfte der IT-Führungskräfte in Deutschland (47 Prozent; 52 Prozent international) meint, dass ihr Unternehmen Tablets und Laptops bezogen auf deren „erwartete Lebensdauer“ unnötigerweise ersetzt. Bei Mobiltelefonen und Druckern stimmen jeweils 38 Prozent der Befragten (44 Prozent international) der Aussage zu.

Die Hintergründe des voreiligen Hardwaretauschs sind schnell erkärt: Fast jede dritte IT-Führungskraft in Deutschland (30 Prozent; 39 Prozent international) gibt an, Mobiltelefone zu ersetzen, wenn ein neues Modell auf den Markt kommt. 41 Prozent (45 Prozent international) ersetzen aus demselben Grund Tablets und Laptops. Bei Druckern ist es nur jeder Fünfte (20 Prozent; 25 Prozent international). Zudem ersetzen 33 Prozent (38 Prozent international) Mobiltelefone, 44 Prozent (44 Prozent international) Tablets und Laptops und 26 Prozent (27 Prozent international) auch Drucker, wenn Beschäftigte sie dazu auffordern.

Maßnahmen dieser Art beeinträchtigen nicht nur die Nachhaltigkeitsziele der Unternehmen, sondern haben auch finanzielle Auswirkungen. So neigen Unternehmen laut Soti-Erkenntnissen beispielsweise dazu, das Ende der Lebensdauer einer Batterie mit der Lebensdauer des Geräts selbst in Verbindung zu bringen, obwohl in vielen Fällen bei robusten Geräten wie Handhelds, Scannern und Barcode-Lesegeräten die Batterien austauschbar sind und so die Hardware erhalten bleiben könnte: 43 Prozent (44 Prozent international) der in deutschen Unternehmen eingesetzten Geräte haben austauschbare Batterien, so die Soti-Umfrage.


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