Die Gewichtsreduzierung spielt bei der Industrievernetzung eine immer wichtigere Rolle, ein Beispiel ist der Schienenfahrzeugbau. Einen messbaren Beitrag können dabei Steckverbinder leisten. Durch einen konsequenten Umstieg von Metall auf Kunststoff lässt sich laut Harting bei Straßenbahnen und Zügen von einer Generation auf die nächste das Steckverbinder-Gehäusegewicht um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Der Hersteller hat daher die Kunststoffsteckverbinder-Baureihe Han-Eco um Gehäuse in der Baugröße Han B erweitert. Der Vorteil: Sie sind mit Han-Steckverbindern im Metallgehäuse steckkompatibel. Harting bietet nach eigenen Angaben eine besonders große Auswahl an Kontakteinsätzen für Industriesteckverbinder an. Zur Auswahl stehen über 100 verschieden Module und nochmals mindestens ebenso viele Monoblöcke für die Übertragung von Leistung, Daten, Signalen und Druckluft, so der Hersteller.

Die Kunststoffgehäuse seien nicht nur leicht, sie lassen sich auch schnell montieren. Bei Standard-Steckverbindern müssen die Kabel durch einen Montageausschnitt geführt werden, um die Einsätze am Schaltschrank zu konfektionieren. Beim Han-Eco B lassen sich Monoblöcke und modulare Einsätze vorkonfektionieren und direkt in das Anbaugehäuse einrasten. Die neue Option erleichtere so die Arbeit: Kabelbäume und Schaltschränke können separat für die Endmontage vorbereitet werden.

Modularisierung und Miniaturisierung eröffnen in vielen Bereichen neue Möglichkeiten. Durch die Verwendung immer kleinerer, mitunter modular aufgebauter Steckverbinder lassen sich mehr Funktionen auf geringerem Raum vereinen. Dadurch verringert sich nicht nur der Gewichtsanteil der Steckverbinder, sondern auch ihr Platzbedarf. Den Anwendern bringe dies mehr Flexibilität beim Design etwa von Schienenfahrzeugen und eröffne weitere Möglichkeiten, Kosten in diesem Bereich einzusparen.

Um Gewicht zu sparen und dennoch die gleichen Datenmengen bewältigen zu können, setzt Harting für die Bahntechnik darüber hinaus zukünftig auf Ethernet über Single Twisted Pair und kleine Steckverbinder nach IEC 61076-3-125. Bei Leitungslängen bis zu 40 Metern können nach IEEE 802.3bp (1000Base-T1) 1 GBit/s übertragen werden, während die Kabelstrecke etwa ein Drittel leichter ausfällt als herkömmliche achtadrige Ethernet-Kabel. Ein handelsübliches Ethernet-Kabel mit vier Aderpaaren für 1/10GBit/s Ethernet wiegt pro Kilometer etwa 45 kg. Ein einpaariges Kabel mit gleicher Bandbreite hingegen wiegt pro Kilometer nur 30 kg. Da allein in den Waggons von Personenzügen mehrere Kilometer Kabel verbaut sind, bestehe dort ein erhebliches Einsparpotenzial beim Fahrzeuggewicht.

Weitere Informationen stehen unter www.harting.com zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.