Sein „High Density System“ (H.D.S.) will Easylan dediziert als Vertreter von Verkabelungssystemen für Hochgeschwindigkeitsnetze verstanden wissen. Hochgeschwindigkeit soll in diesem Fall allerdings auch für die Installation stehen. Denn: Das System verspricht Platz- und Zeitersparnis und dadurch Kostenreduktion. Eigentlich ist es für Rechenzentren konzipiert, es soll sich jedoch auch vielseitig in anderem Umfeld einsetzen lassen, zum Beispiel als Backbone für Telekommunikationsnetze.

Der Kabelaufbau besteht aus 24 paargeschirmten Kabelelementen. Je vier Paare sind zu einem Verseilelement zusammengefasst. Dadurch entsteht ein schlankes Sechsfachkabel. Die Kabel sind in AWG 23 nach Brandschutzklasse B2ca und Dca verfügbar. In der AWG-26-Variante beträgt der Kabeldurchmesser 13,9 mm. Dennoch ist sehr beweglich. Jeweils an den Kabelenden befinden sich Gehäuseköpfe mit insgesamt sechs RJ45-Buchsen. Dies soll die Aufschaltung der einzelnen Keystones und Module überflüssig machen. H.D.S. ist durch die GHMT-Zertifizierung nach DIN EN 60512-99-002 auch PoE+-tauglich. Damit ist die Prozesssicherheit respektive die Übertragungseigenschaften im Link gewährleistet, so der Hersteller. H.D.S. unterscheidet sich abhängig von den Anforderungen in den Spezifikationen, Klassifizierungen, Kerndurchmessern oder Standard-Steckverbindern.

Das System liegt daher in unterschiedlichen Varianten vor: als LWL- oder Kupfer-, Trunk- oder Patch-Kabel sowie als Spleiß- oder Panel-System. Letzteres ermöglicht es, eine maximale Packungsdichte von 168 LC-Duplex-Ports auf drei 19-Zoll-Höheneinheiten beziehungsweise 48 LC-Duplex-Ports auf einer HE zu erzielen.

Außer für eine Cabinet-to-Cabinet-Verkabelung in Rechenzentren eignet sich das Multikabel auch für Cabinet-to-Enduser-Verbindungen in Bürolandschaften, in denen eine große Menge an Ports nötig ist. H.D.S. soll dafür sorgen, dass diese sich platzsparend direkt am Rack anschließen lassen. Eine Installation ist dann mitunter bis zu 40 Prozent schneller, da der komplette Konfektions- und Messaufwand vor Ort entfällt.

Höhere Packungsdichten sind ebenfalls ein Argument in Rechenzentren. Für die Installation in Datacentern spricht jedoch besonders das einfachere Handling. Denn obwohl ein Multikabel sechs Kabel eines gewöhnlichen Verkabelungssystems ersetzt, ist der Kabeldurchmesser de facto rund 30 Prozent geringer als bei herkömmlichen Trunk-Verbindungen. Gleichzeitig werden die Brandlast und der Luftwiderstand merklich reduziert. Letzteres senkt die Energiekosten, da der verbesserte Luftstrom die Kabelerwärmung verringert und somit eine höhere Energieeffizienz bewirkt.

Schnellere Installation

H.D.S. ist werkseitig vorkonfektioniert. Anwender erhalten die vorab geprüfte Kabellänge mit gekennzeichneten Komponenten sowie eindeutig zuordenbare Messprotokollen. Durch die Vorkonfektio­nierung im Werk erhält der Anwender beispielsweise bereits geprüfte Kabel und kann sich die eigene Messung sparen.

Etwaige Ausfälle des Netzwerks durch unsachgemäße Installation vor Ort sind damit ebenfalls faktisch ausgeschlossen. Installateure müssen lediglich das Kabel verlegen und Seite A und B aufschrauben. Im Vergleich: Installateure benötigen bei konventionellen Verkabelungssystemen über eine Stunde für das Aufschalten von 24 Ports, das Anlegen von 24 Keystones und das Aufschrauben der Panels. Die Vorkonfektionierung schafft bei der Installation eine Zeitersparnis von rund 40 Prozent.

Eine zusätzliche Beschleunigung der Installation kommt durch die integrierte LED-Signalisierung zustande, mit der alle Trunk-Kabel ausgestattet sind. Sie ermöglicht zum einen eine schnelle und exakte Zuordnung, da die Ports eindeutig identifiziert sind. Zum anderen reduziert dies die Installationszeiten bei Umzügen, Erweiterungen und Änderungen merklich. Für die Leuchteinheit verlaufen innerhalb des Mantels zwei zusätzliche Drähte zur Stromspeisung der LEDs.

Fazit

Mehr Kabel in einem Mantel bedeuten weniger Arbeit an Einzelkabeln bei der Installation. Vorkonfektionierung im Werk bedeutet automatisch, dass Konfektionierungen und Messungen vor Ort entfallen. Konventionelle Verkabelungssysteme lassen sich in der Regel zwar flexibler bestellen, genaue Längenangaben sind zu diesem Zeitpunkt nicht erforderlich. Gleichzeitig nimmt jedoch die Vorkonfektionierung selbst Zeit in Anspruch. Jeder Arbeitsschritt, der vorab erledigt ist, bedeutet, dass ein Rechenzentrum schneller in Betrieb gehen kann. Am Ende ist der effektive Arbeitsaufwand dank des einfachen Plug-and-Play-Systems stark reduziert. Und ganz nebenbei auch die Verschmutzungen an sensiblen Glasfaserverbindungen sowie ein Teil der Müllbelastung.

Simon Federle ist als freier Autor in Augsburg tätig.