Anlässlich seiner Hausmesse Discover in Las Vegas hat HP eine Reihe von neuen Produkten aus den Bereichen Storage, Big Data und Cloud Computing sowie zugehörige Services vorgestellt. Die 3Par-Familie von Speichergeräten erweitert der Anbieter mit dem 3Par Storeserv 7450 um ein Gerät mit Hochleistungs-Flash-Speicher.  Auf der Basis der neuen HP Big Data Analytics Platform gibt es mit HP Operations Analytics eine Big-Data-Lösung für den RZ-Betrieb, und für sein Converged-Cloud-Portfolio hat das IT-Schwergewicht ein eigenes Cloud OS mit Openstack-Support angekündigt.

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Auf der Basis der durchgängigen 3Par-ASIC-Architektur bietet HP Converged Storage für Block-, Objekt- und File-basierte Daten, also für die Kernthemen Primarspeicher, Backup to Disk sowie File-Services und Big-Data-Analyse. Die 3Par-Familie skaliert von den Einstiegsgeräten HP Storeserv 7200 und 7400 zu Preisen ab 25.000 Dollar bis zum Storeserv-10800-System mit bis zu 2,2 PByte Speichervolumen.

 

Dieses Portfolio hat HP nun mit der rein Flash-optimierten Highspeed-Lösung 3Par Storeserv 7450 um ein Primärspeichergerät ergänzt, das dank nur 0,6 Millisekunden Latenz Zugriffe im Mikro- statt Millisekundenbereich erlaubt. Das 7450er-Gerät gibt es in Varianten mit zwei oder vier Knoten, diese erzielen laut HP-Angaben einen Durchsatz von 3,2 beziehungsweise 5,2 GByte/s.

 

Dank der ausschließlichen Verwendung von Flash-Speicher sollen 548.000 Read-IOPS (Input/Output-Operationen pro Sekunde) möglich sein. HP betont, man nutze diverse Techniken für eine längere Lebensdauer des teuren, aber kurzlebigen Flash-Speichers, darunter Verfahren für die hardwaregestützte Datenverdichtung und die Vermeidung unnötiger Schreibvorgänge.

 

Storeserv 7450 liefere auf dieser Basis fünffache Performace bei nur einem Zehntel des Plattenbedarfs. Dabei nutze das Gerät aber die gleiche ASIC-Architektur und die gleichen Softwaredienste wie die gesamte 3Par-Familie.

 

Laut HP ist es möglich, virtuelle Arrays anzulegen und diesen bestimmte Performance-Werte zuzuweisen. Mittels HP Peer Motion lassen sich Daten im laufenden Betrieb vom 3Par-Gerät auf ein Midrange- oder Highend-System verschieben, dies kann laut HP kein anderer Hersteller. Die Software Peer Persistence erlaube zusätzlich ein automatisches, transparentes RZ-Failover.

 

Die Geräte unterstützen die komplette Verschlüsselung der gespeicherten Daten, bieten eine Openstack-API für die Nutzung im SDDC (Software-Defined Datacenter) und sind mit File-Services ausgestattet (bieten somit Block- wie auch File-Services). Das Monitoring ist laut HP-Angaben auch per Android-Smartphone möglich, für schnelle Anbindung sorgt ein 16-GBit/s-Fiber-Channel-Switch mit 96-Ports.

 

Neu ist auch die HP Storeonce VSA, die es ermöglicht, Daten dedupliziert an andere Standorte zu übermitteln, was den Bandbreitenbedarf senke und Restores beschleunige. Ein Provider könne mit der Virtual Appliance, die auf Standard-Servern läuft, Backup as a Service anbieten.

 

Die ebenfalls neue HP Storeever MSL6480 Tape Library skaliere bis auf 42 Laufwerke und stemme Datensicherungen mit über 60 TByte pro Stunde. Mit der Backup- und Recovery-Software HP Data Protector 8 könne man Umgebungen mit bis zu einer Trillion Dateien sichern.

 

Im Bereich Big Data hat HP die Big Data Analytics Platform vorgestellt. Sie bündelt HPs hauseigene Softwarelösungen mit den in letzter Zeit zugekauften Produkten von Arcsight, Vertica und aus der wegen des hohen Preises umstrittenen Autonomy-Übernahme. Die Plattform umfasst eine Analytics Engine für unstrukturierte Daten (Autonomy), semistrukturierte (Arcsight) und strukturierte Datenbestände (Vertica), die Anbindung externer Datenquellen erfolge mittels über 700 Connectoren.

 

Big Data Analytics Platform dient, wie der Name schon verrät, als Basis für Anwendungen zur Analyse sehr umfassender, heterogener Datenbestände. Den Anfang bei diesem Applikationsbestand macht HP selbst mit der Lösung HP Operations Analytics. Diese Anwendung zur Auswertung von Logdaten in großen IT-Umgebungen kombiniert die Vertica-, Automomy- und Arcsight-Technik mit der hauseigenen Suite für das BSM (Business-Service-Management). Sie dient damit Zwecken wie IT Search (also quasi eine Google-artige Informationssuche für den IT-Betrieb), „Guided“ (also auswertungsgestütztem) Troubleshooting und Visual Analytics (grafische Visualisierung der Analyseergebnisse in Dashboards).

 

Aufgebohrt hat HP auch das Cloudsystem-Portfolio. Mit Cloudsystem bietet HP eine konvergente Cloud-Infrastruktur, die alle Aufgaben vom Provisioning über Monitoring, Orchestrierung, Service-Katalog bis hin zur Visualisierung hybrider Clouds in so genannten Cloud Maps abdeckt. Cloudsystem gibt es in Varianten für IaaS, PaaS und einer Service-Provider-orientierten Variante für SaaS (Infrastructure, Platform, Software as a Service).

 

Neu ist hier das Cloud OS, das HP in sämtliche Bestands- und Neuprodukte des Cloudsystem-Portfolios integrieren will. Die Plattform beinhaltet laut HP ein durchgängiges Openstack-Layer für die standardbasierte Bereitstellung von Cloud-Ressourcen. Dazu nutzt man die hauseigene „Openstack Distribution by HP“ mit Plug-ins für HP- und Third-Party-Hardware.

 

Inbegriffen ist ein Cloud OS Installer für die zügige Einführung ebenso wie ein automatisiertes Patch- und Release-Management für Openstack. Damit soll Cloud OS  den nahtlosen Übergang von einer Private zu einer Managed oder Public Cloud ermöglichen, wie dies auch VMware mit seinem Hybrid-Cloud-Ansatz verspricht. Enthalten ist Cloud OS laut HP-Angaben ab sofort in Cloudsystem v.7.2, für die neuen Moonshot-Server soll es in Kürze folgen. Auch die Management-Lösung HP Cloud Service Automation unterstütze in der aktuellen Version 3.2 bereits Cloud OS.

 

Außerdem gibt es für Cloudsystem nun eine Enterprise Starter Suite, mit der HP Cloud OS Sandbox steht, ebenfalls ab sofort, eine Stand-alone-Softwarevariante zur Verfügung.

 

Begleitend hat der IT-Riese zudem zahlreiche neue Services angekündigt. So gibt es nun Enterprise Cloud Services for Enterprise Apps (hier hob HP Support für Oracles Business Suite hervor), eine Mobile Enterprise Cloud Solution mit Mobile-Management-Services inklusive Mobile Messaging und eine Autonomy Marketing Cloud für die Big-Data-gestützte Vermarktung.

 

Mit den ebenfalls neuen Angeboten namens „Enterprise Cloud Services Private Cloud“ offeriert HP eine Managed und auf Wunsch auch bei HP gehostete Private-Cloud-Umgebung auf der Basis dedizierter Hardwareressourcen. Der Pilot für das Angebot sei in Deutschland gelaufen, dieses Projekt habe man nun in ein Standardprodukt überführt, so HP. Der Betrieb der Managed Private Cloud könne statt im HP-eigenen auch im Kunden-RZ erfolgen, erhältlich ist die Lösung per Kauf oder im Mietmodell.

 

ECS Private Cloud basiert auf dem HP Cloudsystem und umfasst ein Service-Portal mit kundenspezifisch erweiterbarem Service-Katalog. Laut HP-Angaben wird auch Cloud-Bursting in HPs Public Cloud oder eine ECS Virtual Private Cloud unterstützt.

 

HP 3Par Storeserv 7450 ist ab sofort zu Preisen ab 99.000 Euro verfügbar. Storeonce VSA soll am 22. Juli auf den Markt kommen, der Preis liegt bei 3.500 Euro für 10 TByte Kapazität. Der Einstiegspreis der Storeever MSL6480 Tape Library liegt bei 30.000 Euro, der für Data Protector 8 bei 1.238 Euro.

 

Weitere Informationen finden sich unter www.hp.com/de.

HP erweitert die 3Par-Familie von Speichergeräten mit 3Par Storeserv 7450 um ein Gerät mit Hochleistungs-Flash-Speicher. Bild: HP

Auf der Basis der neuen HP Big Data Analytics Platform gibt es mit HP Operations Analytics eine Big-Data-Lösung für die Optimierung des RZ-Betriebs. Bild: HP

Für sein Converged-Cloud-Portfolio hat HP ein eigenes Cloud OS auf Openstack-Basis vorgestellt. Bild: HP