Am 27. und 28. Juni dieses Jahres rief Huawei zur europäischen Data Center Facility Conference nach Frankfurt. Unter dem pathetischen Motto „Den Weg in die Rechenzentrums-Revolution anführen“ ging es an den beiden Tagen darum, wie sich angesichts der Anforderungen von Big Data das Maximum aus begrenzten Ressourcen herausholen lässt. Huawei selbst brachte vier neue, aus eigener Sicht richtungsweisende Produkte mit zur Konferenz.

In den vergangenen Jahren haben Cloud Computing und Big Data für einen sprunghaften Anstieg von Internet-Services gesorgt. Im gleichen Maße stiegen die Anforderungen an Rechenzentren, die eben diese Services samt deren Daten verarbeiten. Europa kommt eine Schlüsselrolle für Rechenzentrumsdienste aller Art zu, denn das Potenzial ist grandios. So sehen es zumindest Dan Scarbrough, Mitbegründer von Datacenter Dynamics und Gautham Gnanajothi, Senior Analyst bei Frost & Sullivan. Die beiden berichteten in Frankfurt von ihren Beobachtungen der Rechenzentrumsindustrie. Demnach brauche der Markt Rechenzentren, deren Energiedichte weit über dem heutigen Niveau liegt. Gleichzeitig müsse aber auch die Zuverlässigkeit von Rechenzentren weiter steigen. Die beiden sehen modular aufgebaute, unterbrechungsfreie Stromversorgungen und flexible Rechenzentrumslösungen als entscheidend, um diese Anforderungen zu bedienen.

Um mit den sich rasch wandelnden Anforderungen mitzuhalten, erklärten auf der Konferenz Anwenderunternehmen und Service-Provider wie beispielsweise Telehouse, NGD und KPN ihre feste Absicht, ihr Rechenzentrumsgeschäft deutlich auszubauen. Sie stimmten darin überein, dass der Bau hocheffizienter und zuverlässiger Rechenzentren bei eng begrenzten zeitlichen und räumlichen Ressourcen zum primären Anliegen für die gesamte Rechenzentrumsindustrie geworden ist.

Li Dianlin, Senior Architect bei Tencent, ließ während seiner Rede keinen Zweifel daran, dass künftige Rechenzentren erheblich einfacher aufgebaut sind, als das heute der Fall ist. Die Einfachheit modularer Rechenzentren würde maßgeblich dafür sorgen, die Restriktionen und Flaschenhälse traditioneller Rechenzentren aufzuheben.

„Dank Digitalisierung, Vernetzung und intelligenter Ausstattung werden Rechenzentrumslösungen künftig noch einfacher, effizienter und zuverlässiger“, so Fang Liangzhou, Vice President der Huawei-Network-Energy-Produktlinie. Foto: Huawei

„Dank Digitalisierung, Vernetzung und intelligenter Ausstattung werden Rechenzentrumslösungen künftig noch einfacher, effizienter und zuverlässiger“, so Fang Liangzhou, Vice President der Huawei-Network-Energy-Produktlinie.
Foto: Huawei

Fang Liangzhou, Vice President der Huawei-Network-Energy-Produktlinie, ging in seiner Ansprache noch weiter: „Mit der raschen Entwicklung in der ICT-Industrie hat sich die Rolle von Rechenzentren schrittweise von einem betrieblichen Support-Tool hin zum maßgeblichen Produktionssystem gewandelt, über das Unternehmen ihre Profite gewinnen. In den letzten Jahren hat Huawei seine kundenorientierte Forschung und Entwicklung auf dem Rechenzentrumssektor zusammengefasst, um globale Kunden dabei zu unterstützen, verschiedene Typen von Hochleistungsrechenzentren zu bauen. Der Langzeitplan für die Rechenzentrumsindustrie bei Huawei sieht vor, Investitionen in die Produktentwicklung weiter zu steigern. Unser Ziel ist es, noch einfachere, noch zuverlässigere und noch effizientere Rechenzentrumslösungen als heute anzubieten.“

Neue Rechenzentrumsprodukte verfügbar

In Frankfurt konnte Huawei seine Ankündigungen auch gleich mit der Markteinführung von insgesamt fünf neuen Rechenzentrumsprodukten untermauern – zwei unterbrechungsfreie Stromversorgungen und drei modulare Mikrorechenzentren. Besondere Aufmerksamkeit dürfte bei den Stromversorgungen die UPS5000-S erregen. Sie soll selbst bei niedriger Auslastung von etwa 40 Prozent eine Effizienz von 97,5 Prozent bieten. Sie könnte damit maßgeblich zur Reduzierung des Stromverbrauchs im Rechenzentrum beitragen.

Die Energiedichte der UPS5000-S-Module soll bei 50 kVA je drei Höheneinheiten liegen, was etwa dem Doppelten von derzeit gängigen Modellen entspräche. Auch das Schwestermodell UPS5000-E hat mit 96,5 Prozent eine sehr hohe Effizienz. Die Batteriemodule sind dabei integriert.

Die modularen Mikrorechenzentren IDS800 and IDS500 sind auf das geringe Platzangebot in kleinen und mittleren Rechenzentren ausgelegt. Beim IDS500 sind Stromverteilung, UPS und Monitoring, beim IDS800 zusätzlich Klimaregulierung integriert. Die vorgefertigte, komplett in einen Container gepackte Rechenzentrumslösung IDS1000-A ist ebenfalls sehr kompakt geschnitten, der Schwerpunkt liegt in diesem Fall auf der schnellen Anpassbarkeit an verschiedene Applikationsszenarien.

Stefan Mutschler.