Die Icom Data Suite, eine Softwarelösung von Insys Icom für die Digitalisierung in der industriellen Kommunikation, bringt in einer neuen Version die Protokolle IEC 60870-5-104/-101 sowie Modbus Slave auf die Router des Herstellers. Damit sollen die Geräte nicht nur eine sichere Verbindung erlauben, sondern auch als Multi-Protokoll-Gateways zwischen lokalen Anwendungen und Cloud- oder Scada-Systemen fungieren.

Mit der Icom Data Suite lassen sich laut Hersteller die in der Energiewirtschaft weit verbreiteten Protokolle IEC 60870-5-104/-101 konvertieren. In Smart Grids können so beispielsweise Unterstationen an Leitstellensysteme angebunden oder auch EEG-Anlagen wie etwa für Photovoltaik, Wind oder Biomasse überwacht und gesteuert werden.

Aufgrund paralleler Verbindungen haben dabei nicht nur Betreiber und Direktvermarkter einen Fernzugriff, sondern auch Übertragungs- oder Verteilnetzbetreiber, um die Vorgaben zur Netzstabilität erfüllen zu können. Lokal ist eine Anbindung an weitere Subsysteme in der Anlage möglich.

Modbus Slave ermöglicht Scada- oder Steuerungssystemen, Werte in die Anlage vor Ort zu schreiben, also etwa Sollwertvorgaben, Parameter oder Schwellwerte.

Auch in puncto Sicherheit bringen diese neuen Funktionen laut Insys einen Mehrwert. Denn durch die Integration in den Router dienen die Endpunkte der VPNs gleichzeitig auch als Endpunkte der Daten. Somit habe man die in der Energiewirtschaft notwendige serielle Trennung von Daten realisiert. Router und Icom Data Suite bilden auf einem Gerät zwei komplett getrennte Applikationen mit jeweils eigener Zugangs- und Benutzerverwaltung. Damit lasse sich die oft notwendige organisatorische Trennung zwischen Datenübertragung (Nachrichtentechnik) und Anwendungsdaten sicher umsetzen.

Scada- und Cloud-Systeme bekommen laut Insys außerdem mit der Funktion „Systemstatus“ der Icom Data Suite die Statuswerte der einzelnen Router (zum Beispiel Signalfeldstärke, Zustand der Schnittstellen) übermittelt.

Mit der nun verfügbaren REST-API sollen sich per standardisiertem Interface Web-basierende Anwendungen schnell und einfach anbinden lassen, sodass beispielsweise Steuerungsbefehle zum Wechsel der WAN-Verbindung oder Konfigurationsänderungen möglich sind. Auch Java werde umfassend unterstützt. Diese Standardschnittstelle ist bereits Teil des kostenlos erhältlichen Basispakets der Suite, so der Hersteller weiter.

Mehr Informationen finden sich unter www.insys-icom.de/icom-data-suite.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.