Das Identity-Managementsystem Active Entry des Berliner Unternehmens Völcker Informatik ist nach
Angaben des Herstellers ab sofort in der Lage, im Rahmen des Rollenmanagements nicht mehr nur
zwischen den Geschlechtern „Mann“ und „Frau“ zu unterscheiden, sondern identifiziert auch „heute
männliche Personen“, die biologisch betrachtet früher weiblich waren, beziehungsweise „heute
weibliche Personen“, die früher männlich waren. Damit entspreche Active Entry der ISO-Norm 5218,
nach der wegen rechtlicher Anforderungen für Benutzer innerhalb von IT-Systemen jetzt auch
Geschlechtsumwandlungen berücksichtigt werden.

Der internationale Standard definiert das Geschlecht eines Menschen anhand eines Zahlencodes, da
sich Buchstaben aufgrund der sprachlichen Differenzen dafür nicht eignen. Die „Null“ steht dabei
für „unbekannt“, die „eins“ für „männlich“, die „zwei“ für „weiblich“ und neuerdings die „drei“ für
„heute männlich“ (transgender male) und die „vier“ für „heute weiblich“ (transgender female). ISO
5218 weist übrigens explizit darauf hin, dass der Zuordnung der Zahl „eins“ an den Mann keinerlei
diskriminierende Bedeutung beizumessen ist.

„Bei der technischen Umsetzung muss man dabei aufpassen,“ berichtet Peter Weierich,
Unternehmenssprecher der Völcker Informatik. „Bisher genügte für die Codierung des Geschlechts ein
Bit. Auf der zweiwertigen Logik basierende Abfragen im Programmcode mussten dem entsprechend
erweitert werden.“

Auch in Deutschland existieren Vorschriften, die sich nach der ISO 5218-Norm richten. So sehen
beispielsweise die „Datenübertragungsregeln für Datenübermittlung und Datenträgeraustausch aus den
bei den Amtsgerichten geführten Schuldnerverzeichnissen“ gemäß Paragraph 915 d der
Zivilprozessordnung vor, dass „das Geschlecht von Menschen nach ISO 5218 darzustellen“ sind.

LANline/jos

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