Individuelle Arbeitsmodelle und Sicherheit vereinen

Ansätze für sicheres hybrides Arbeiten

LANline-Cartoon Workspace-Management
© Wolfgang Traub

Unternehmen jeder Größe stellt die durch die Pandemie ausgelöste hybride Arbeitsweise mit einem Mix aus wechselnden Büro- und Home-Office-Arbeitszeiten vor eine Herausforderung. Ein hybrides Arbeitsmodell kann ein Segen sein, unter anderem wenn es darum geht, Beschäftigten mehr Work-Life-Balance und kürzere Arbeitswege zu bieten. Führungskräfte wägen weiterhin die Vor- und Nachteile im Hinblick auf die persönliche Zusammenarbeit ab.

Während sich Unternehmen um eine neue Form des Arbeitsalltags bemühen, muss sich die Management-Ebene auf die Komplexität der Infrastruktur, unterschiedliche Richtlinien für regionale Niederlassungen globaler Unternehmen und die richtige Balance zwischen Flexibilität und Zusammenarbeit einstellen. Der Druck, neue Sicherheitslösungen schnell zu implementieren, hat dazu geführt, dass Sicherheitsteams vor allem auf Cloud-basierte Lösungen setzen. Das trifft vor allem auf Unternehmen mit mehreren Standorten zu. Effektive Sicherheit basiert jedoch auf einer vollständigen Sichtbarkeit von Geräten und dem Verhalten der Beschäftigten.

Komplizierte Infrastruktur

Audio-, Video- und Internetverbindungen bereiten den IT-Teams Kopfschmerzen, da sich Video-Meetings zu hybriden Formen weiterentwickelt haben: Während viele der Teilnehmenden remote zugeschaltet sind, sitzen einige andere im Meeting-Raum zusammen. Jeden soll man gleichermaßen gut sehen und hören. Die Veränderungen der letzten Monate reichen jedoch über die Meeting-Kultur hinaus.

  1. Die Teams haben neue Tools und Routinen in einem Micro-Kosmos etabliert. Sicherheits- und IT-Fachkräfte müssen dafür sorgen, dass die Unternehmensvorschriften und Sicherheitsstandards dabei eingehalten sind. Denn wenn die Tools, die Beschäftigte im Home-Office liebgewonnen haben, nicht gesichert und in den offiziellen Werkzeugkasten übernommen sind, wird es immer jemanden geben der – mit besten Absichten – Workarounds findet, die nicht zugelassene App und Hardware zu nutzen.
  2. Die Pandemie hat die Einführung von SaaS-basierten Apps erheblich beschleunigt, wobei die Unternehmens-IT vor der Aufgabe stand, diese sicher in lokale und virtuelle Datenquellen und Anwendungen zu integrieren. Diese Migration unter Zeitdruck hat wiederum zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko geführt, da viele lokale Tools über die Cloud-Umgebungen hinaus keine Netzwerksichtbarkeit bieten. Effektive Sicherheit basiert auf einer vollständigen Sichtbarkeit von Geräten und deren Verhalten. Damit Home-Office und dezentrales Arbeiten langfristig erfolgreich bleiben, muss diese Sichtbarkeit etabliert sein.

Sicherheitsfachleute benötigen die Unterstützung des Managements, damit sie ihre komplexen Aufgaben erfüllen können. Dazu gehören die sinnvolle Kalkulierung der Budgets und frühzeitige Kommunikation der Arbeitsplatz-Strukturen, damit sich Systeme sichern und anpassen lassen. 

Arbeitsplatz der Zukunft

Im Büro, im Home-Office, aus dem Ferienhaus, dem Café oder stundenweise aus dem Coworking-Space – der hybride Arbeitsplatz hat viele Gesichter. Vielen Angestellten fiel die Rückkehr ins Büro schwerer als der ursprünglich erzwungene Wechsel ins Home-Office, auch wenn in Deutschland verglichen mit den USA oder UK die Büros selten richtig leer waren oder wahrscheinlich sein werden. Nach Ende der Home-Office-Pflicht im Juli arbeiteten laut einer Erhebung des ifo Instituts im August noch 23,8 Prozent der deutschen Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause aus. Auch das Handelsblatt hat 30 Dax-Konzerne sowie große Familienunternehmen nach deren Anwesenheitsquote befragt: Die Zahlen decken sich. Einerseits sind die Verantwortlichen noch zögerlich bei weiteren Öffnungen, andererseits sind auch die freien Schreibtische aufgrund von Unsicherheiten in der aktuellen Situation nur zu einem Teil besetzt. 

Die Vorteile unmittelbarer Zusammenarbeit für Kreativität und Unternehmenskultur sind unbestritten. Manch ein Unternehmen plant daher, die Angestellten beispielsweise mit kostenlosen Kantinen zurückzuholen – sobald möglich. Während für jüngere Beschäftigte vor allem der soziale Kontakt ein Argument ist, zeitweise im Büro zu arbeiten, kommt gerade bei älteren hinzu, dass die Arbeitsausstattung zu Hause nicht ausreichend ist. Laut einer im September 2021 erhobenen repräsentativen Umfrage von Glassdoor, fühlen sich Dreiviertel der Befragten wohl damit, wieder ins Office zurückzukommen, wenn es die Situation zulässt.

Dennoch bleibt die viel diskutierte Frage, ob Menschen im Home-Office produktiver oder unproduktiver sind. Die Einschätzung der Unternehmen und die ihrer Angestellten treffen dabei wenig versöhnlich aufeinander. Eine Studie der Krankenkasse DAK bei 7.000 Arbeitnehmern ergab, dass sich viele als produktiver einschätzen: „Grundsätzlich leisten die Beschäftigten im Home-Office viel. Der Anteil derer, die sich bei der Arbeit in den eigenen vier Wänden sogar als produktiver empfinden, ist im Verlauf der Corona-Krise noch gestiegen: Er lag im April/Mai 2020 bei 57 Prozent und im Februar 2021 bei 63 Prozent.“ Die Deutsche Bank hingegen argumentiert, dass Kommunikations- und IT-Probleme die Produktivität und Kreativität schmälern, deutet aber an, dass sich die Frage nach der Produktivität im Home-Office erst in ein paar Jahren abschließend beantworten lasse.


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