Cisco Connect Germany

Anti-Scheren-Fernsehen

Cisco Connect Germany 2021
© Cisco

Wer über Breitband-Internet und Routine in digitalen Dingen verfügt, tut sich leicht: So lässt sich’s entspannt im Home-Office arbeiten, die Kinder haben alle Möglichkeiten für Fernunterricht, und man meldet sich schnell mal online für einen Impftermin an. Wer aber nicht über die Technik oder das zugehörige Know-how verfügt, schaut in die Röhre. Und die Digitalisierungsschere droht zuzunehmen. Deshalb widmete sich Cisco in seiner Online-Hausmesse Connect vorrangig dem, was sich früher „Teilhabe“ nannte: Neben der Industrie 4.0 und Hybrid Work ging es um Chancengleichheit, Nachhaltigkeit und die Digitalisierung öffentlicher Einrichtungen wie Kliniken oder Schulen.

Das Web ist das neue Fernsehen, das gilt nicht nur für YouTube, Netflix und Prime: Vom Connect-„Hauptstadtstudio“ aus moderierte Ciscos Deutschlandchef Uwe Peter professionell eine Veranstaltung mit mehreren Streams angenehm knapp gehaltener Sessions, durch die man durchzappen konnte. In seiner Keynote zog er nach einem Jahr COVID 19 Bilanz: Er betonte, das hiesige Bruttosozialprodukt sei weitgehend stabil geblieben, die Klimabilanz habe sich – mit freundlicher Unterstützung durch Lockdowns samt Home-Office-Boom – um über 40 Prozent verbessert.

Gastgeber Uwe Peter führte vom Connect-„Hauptstadtstudio“ aus durch die Online-Hausmesse.
Gastgeber Uwe Peter führte vom Connect-„Hauptstadtstudio“ aus durch die Online-Hausmesse.
© Cisco

Nachholbedarf sah er aber beim Thema Chancengleichheit: Er verwies auf den Global Risks Report des World Economic Forums (WEF), in dessen Top-fünf-Risiken nun erstmals die digitale Spaltung auftaucht. Auch meinten bei einer Umfrage, die Cisco jüngst durchführen ließ, zwei Drittel der Deutschen, die Digitalisierung mit Home-Office und Home-Schooling habe in den letzten Monaten die Chancenungleichheit verstärkt. Mehr Gleichheit glaubten nur 13 Prozent zu entdecken. Dem gilt es laut Uwe Peter entgegenzuwirken: „Wir stehen alle in der Verantwortung“, sagte er.

„Applikationserfahrung ist wichtiger als Funktionalität“, so Liz Centoni, Cisco-Vorstand für Strategie und Innovation.
„Applikationserfahrung ist wichtiger als Funktionalität“, so Liz Centoni, Cisco-Vorstand für Strategie und Innovation.
© Cisco

Liz Centoni, Cisco-Vorstand für Strategie und Innovation, fasste per Live-Schaltung von San José aus neuere Entwicklungen in der IT zusammen. Als die sechs Hauptthemen nannte sie – wenig überraschend – eine allgegenwärtige „Cloud Experience“ (also auch bei lokaler IT), Applikationen als „Lebensader“ des Business, Hybrid Work, Security, die aktuellen Funkgenerationen 5G und Wi-Fi 6 sowie das Edge Computing. Sie bezog sich auf IDC-Prognosen von 2019, wonach bis 2023 über 500 Millionen neue Cloud-native Apps und Services entstehen sollen. Die beste Nutzbarkeit über den kompletten Stack hinweg wird laut Centoni entscheidend sein für den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen: „Applikationserfahrung ist wichtiger als Funktionalität“, mahnte die Cisco-Strategin.

Ciscos Rolle sei dabei, diese hybride Multi-Cloud- und App-First-Infrastruktur zu vernetzen, zu sichern und zu automatisieren. Zum Thema Hybrid Work prognostizierte sie, künftig würden 98 Prozent der Meetings mindestens einen remote zugeschalteten Teilnehmer haben. Das bedeute für Unternehmen: „Meine Mitarbeiter werden überall sein, also muss ich über das Büro hinausdenken.“ Damit das auch alles schön sicher läuft, werde Cisco künftig Applikationen nicht nur zur Laufzeit absichern, sondern schon während der Entwicklung.

Cisco-Chef Uwe Peter im Gespräch mit Cedrik Neike von Siemens und Claudia Nemat von der Telekom.
Cisco-Chef Uwe Peter im Gespräch mit Cedrik Neike von Siemens und Claudia Nemat von der Telekom.
© Cisco

Mit Cedrik Neike, Siemens-Vorstand  und CEO des Bereichs Digital Industries, sowie der aus Bonn zugeschalteten Claudia Nemat, Vorstand Technik und Innovation bei der Deutschen Telekom, diskutierte Peter den Stand der Dinge im Land der Dichter und über Digitalisierung Nachdenker. Um einen „digitalen Faden“ zwischen IT und OT zu spinnen, so Neike, gelte es, die IT mittels Low-Code- und No-Code-Plattformen zu vereinfachen.

Bei der Absicherung solcher Umgebungen ist laut Nemat immer der Mensch das schwächste Glied der Kette. Sie forderte daher „Human-centric Security by Design“ – also nutzerorientierte, ab Werk integrierte Sicherheitsfunktionen. Schließlich sehe das Cybersecurity Center der Telekom täglich 75 Millionen Angriffe allein auf die hauseigenen Honeypots. Peter wiegelte jedoch ab: Die Abwehr von Angriffen lasse sich heute hochgradig automatisieren; Cisco erlebe jeden Tag fünf Millionen Angriffe auf sein Netz, doch nur bei 20 müsse Ciscos Security-Team noch manuell eingreifen, den Rest wehre die hauseigene Sicherheitstechnik selbsttätig ab.


  1. Anti-Scheren-Fernsehen
  2. Digitalisierung allerorten
  3. Mammutaufgabe digitale Bildung
  4. Fazit: Hausmesse 4.0

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