Cloud versus On-Premise

Betriebsmodelle auf dem Prüfstand

07. August 2020, 12:30 Uhr   |  Marco Föllmer/am


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Sicherheit von Cloud-Lösungen

Sowohl wissenschaftliche Studien als auch Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass Unternehmen immer noch Sicherheitsbedenken bei dem Einsatz von Cloud-Lösungen haben. Nicht erst seit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung ist das Thema Datensicherheit für Unternehmen ein wichtiges. Und das wird es auch im Hinblick auf Cloud-Lösungen bleiben. Denn zwischen Cloud-Anbietern bestehen immer noch qualitative Unterschiede. Die passende Auswahl des Anbieters ist daher entscheidend. Dabei sollten Unternehmen unter anderem auf entsprechende Prüfzeichen, wie beispielsweise eine ISO-27001-Zertifizierung achten, die eines der Kennzeichen eines sicheren Rechenzentrums ist.

Der Hauptunterschied zwischen der Private- und der Public Cloud-Variante besteht darin, dass Unternehmen bei der Private Cloud deutlich mehr Individualisierungsmöglichkeiten erhalten. Der Betrieb der Lösungen erfolgt über eine eigens für sie eingerichtete Instanz. Daher können sie beispielsweise Einfluss auf den Zeitpunkt der Durchführung von Release-Updates ausüben. Das geht auch mit einem erhöhten Schutz der Unternehmensdaten einher. Dafür ist die Nutzung einer Private Cloud natürlich etwas kostenintensiver als die Nutzung der Public Cloud.

Welches Modell für welches Unternehmen?

Die Frage, welches Modell sich für das eigene Unternehmen eignet, lässt sich nicht pauschal beantworten. In der Praxis zeigt sich, dass den On-Premise-Betrieb in der Regel (größeren) Unternehmen nutzen, die über die nötigen Ressourcen (Hardware, Personal, Know-how) verfügen. Das Betriebsmodell passt außerdem zu solchen Unternehmen, die die volle Datenkontrolle behalten möchten oder müssen.

Der Cloud-Betrieb eignet sich hingegen besonders für agile Unternehmen, die dynamische und flexible IT-Systeme benötigten, da sie schnell wachsen wollen. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von der transparenten Kostenkontrolle der Cloud-Lösungen. Außerdem können Unternehmen so Software einsetzen, die für sie als On-Premise-Variante zu teuer wäre oder deren Implementierung zu lange dauern würde.

Wechsel des Betriebsmodells

Hat sich ein Unternehmen für ein Betriebsmodell entschieden, so kann es durchaus sinnvoll sein, das Betriebsmodell nach einiger Zeit zu wechseln. Geänderte Rahmenbedingungen und Anforderungen des Unternehmens können dies nötig machen. Beispielweise kann der Verwaltungsaufwand beim On-Premise-Modell für die interne IT-Abteilung zu hoch sein und wichtige Ressourcen blockieren.

In einem solchen Fall ist es sinnvoll, zu reagieren und die Betriebsform anzupassen. Der Wechsel von einem On-Premise- zum Cloud-Betrieb sowie andersherum ist in der Regel immer möglich, wobei der Wechsel ins eigene Rechenzentrum mit deutlich mehr Aufwand auf Unternehmensseite verbunden ist. Auch eine Anpassung im Cloud-Betrieb, also der Wechsel von einer Private- zu einer Public- oder von einer Public- zu einer Private-Cloud Variante unterstützen viele Dienstleister. Im Voraus einer solchen Migration sollten Unternehmen ein detailliertes Konzept mit Voraussetzungen, Ressourcen, Kosten und Strukturen erstellen sowie eine Testphase eingeplanen, damit der Betrieb anschließend reibungslos gelingt.

Fazit

Es gibt verschiedene Betriebsmodelle, bei denen der Grad an Flexibilität und Kontrolle variiert. Insgesamt gibt es für jedes Unternehmen und dessen individuelle Anforderungen die passende Betriebsform. Unternehmen sollten die Alternativen sorgfältig abwägen, verschiedene Optionen vergleichen oder sich hierbei beraten lassen. Bei Bedarf sollten sie einen Wechsel in Betracht ziehen. Denn Anforderungen und Bedingungen können sich heute jederzeit ändern.

Marco Föllmer ist Geschäftsführer der EBF-EDV-Beratung Föllmer, www.ebf.com.

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