Server-Virtualisierung mit Proxmox

Das passende Setup zur Open-Source-Lösung

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© Wolfgang Traub

Server-Virtualisierung muss nicht mit den bekannten lizenzbasierten Platzhirschen stattfinden – es gibt einige freie und gute Open-Source-Optionen. Proxmox VE ist eine davon. Für eine erfolgreiche Nutzung sollten einige Aspekte beim Hardware-Setup Beachtung finden, besonders beim Storage.

Proxmox VE hat sich in den vergangenen Jahren vom Geheimtipp der Server-Virtualisierung zu einer geläufigen Alternative gemausert. Auch wenn die Software frei erhältlich ist: Kosten senken funktioniert nur, wenn Systeme samt Virtual Machines (VMs) zügig zur Verfügung stehen und zuverlässig sowie effizient im Dauerbetrieb bereitstehen. Andernfalls verschieben sich die Kosten in den Betrieb. Die Basis der Software ist Debian Linux. Eine erfolgreiche Implementierung ist für komplette Linux-Neulinge demnach etwas aufwendiger. Besonders für Proof of Concepts (PoCs) empfiehlt es sich, einen kompletten, eigenständigen Rechner samt Storage zu nutzen.
Bei der verwendeten Open-Source-Lizenz AGPL ist zu beachten, dass die Nutzung, Anpassung und Bereitstellung kostenlos sind, bei Änderungen jedoch der zugehörige Quellcode unter Original-Bedingungen zugänglich sein muss. Grundsätzlich ist mit Proxmox eine Virtualisierung auf Basis von KVM-Hypervisor oder Containerisierung (Linux LXC) möglich. VMs lassen sich ebenso anlegen und betreuen wie gemeinsamer Speicher (ZFS und Ceph) und virtuelle Netzwerke. Ihren „Sweet Spot“ hat die Open-Source-Software bei Clustern von drei bis 32 Nodes. Die Zahl der VMs dahinter ist durch die Sinnhaftigkeit in Hinblick auf Aufwand und Überblick begrenzt, weniger durch die Technik. Abhilfe schafft hier die Möglichkeit, Ressourcen-Pools zur Gruppierung von mehreren VMs zu erstellen.

Vor Wartung und Support muss niemand Bedenken haben. Empfehlenswert ist jedoch die Verwendung eines dedizierten Backup-Servers für den Fall der Fälle. Anwender sind zwar grundsätzlich selbst für die Wartung verantwortlich, jedoch bieten hier inzwischen viele Systemhäuser entsprechende Pläne an. Deren Nutzung kann sich schnell für Unternehmen rentieren, zumindest, wenn entsprechende Erfahrung vorhanden ist. Zudem gibt es auch Support-Modelle des österreichischen Unternehmens Proxmox Server Solutions.  Hier bleiben die Kosten grundsätzlich überschaubar und auch beim Premium-Abo im dreistelligen Euro-Bereich pro Jahr, bei unbegrenzten Incidents und einer Zwei-Stunden-Antwortgarantie innerhalb der Geschäftszeiten. Ein weiterer Pluspunkt ist die Proxmox-Community.

Das Hardware-Setup

Mit Debian als Basis ist klar: Wenn ein Server damit zurechtkommt, ist er grundsätzlich auch für Proxmox VE geeignet. Im Zweifel sei auf Linux-erfahrene Partner bei der Beschaffung verwiesen. Wer die Kapazitäten plant, sollte von den zu virtualisierenden Applikationen herdenken. Der KVM-Hypervisor weist selten mehr als fünf Prozent Overhead auf, mehr als sieben sollten es nicht werden – insbesondere bei einer Containerisierung von Applikationen, die nativ auf dem Host erfolgt. Auch dank eigenem Tool-Kit sind ein paar hundert Container pro Host aus technischer Sicht kein Problem. Mögliche Container-Temp-lates sind neben einer Reihe Debian-Templates aus dem Turnkey-Linux-Projekt Alpine Linux, Arch Linux, CentOS, Debian, Fedora, Gentoo, OpenSUSE und Ubuntu.

Wer diese Rahmendaten befolgt, kann Netzwerk, Prozessor (Intel VT und AMD V) sowie RAM wie für einen physischen Server konzipieren. Die heute ohnehin gängigen Multi-Core-Systeme werden performanter funktionieren; ein Dual-Socket-Aufbau ist bei hohen Workloads die erste Wahl. Wer dem Produktivsystem noch je Node mindestens vier Netzwerk-Interfaces spendiert, macht alles richtig, um auch bei viel Datenverkehr entsprechende Leistungsfähigkeit hochverfügbar zu gewährleisten. Dabei sollten auch Migrationen, Replikation oder das Management der Cluster Beachtung finden. Geradezu asketisch muten die RAM-Anforderungen an: 2 GByte sind in Ordnung, und 4 GByte sind schon viel. Wer bei der Wahl eines Servers an die Zukunft und damit die Erweiterbarkeit denkt, macht bei einer Proxmox-Installation nichts falsch.

 


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