Anschluss für die Permanent-Link-Messung

Das richtige PL-Messkabel finden

10. Januar 2022, 7:00 Uhr | Konstantin Hüdepohl/jos
Ein Betreiber sollte sich zu Beginn sowohl beim Kabel als auch beim Gerät überlegen, was am besten zu ihm passt.
Ein Betreiber sollte sich zu Beginn sowohl beim Kabel als auch beim Gerät überlegen, was am besten zu ihm passt.
© Softing

Das Messen von Kabelstrecken ist leider oft eine komplizierte Sache. Dies beginnt schon bei der Auswahl des richtigen Geräts. Denn die Anschaffungskosten liegen zwischen 1.000 und 12.000 Euro. Grundsätzlich gilt es, zwischen Qualifizierer, Verifizierer und Zertifizierer zu unterscheiden. Gerade in der Königsklasse, das heißt bei der Zertifizierung von Kabelstrecken, ist entscheidend, welche Kategorien man messen will.

Ein Gerät, das Kategorie 8.1 zertifizieren kann, kostet schnell bis zu 12.000 Euro. Die Kosten entstehen dabei zum einen natürlich beim Messgerät, zum anderen jedoch auch durch die Permanent-Link-Messkabel (PL). Messkabel und Messstecker sind Verschleißteile, sodass sich weitere Kosten – im Schnitt nach 1.000 bis 2.000 Messungen – anbahnen. Daher sollte man sich zu Beginn die Frage stellen, welche Kategorien in Zukunft zu messen sind. In den meisten Fällen lautet die Antwort Kategorie 6A. Dies bedeutet, dass vermutlich weniger die High-End-Geräte, sondern eher preisgünstigere Messgeräte sinnvoll sind, die man bei Bedarf auch hochrüsten kann. Zudem sind die Kabel der Geräte, wie bereits erwähnt, unterschiedlich teuer. Ein auf Kategorie 8.1 ausgelegtes Kabel mit entsprechenden Spitzen kostet schnell 1.200 Euro – etwa dann, wenn es sich um eine spezielle Anfertigung für eine bestimmte Gerätemarke handelt. Da aber Kategorie 8.1 eher die Ausnahme als die Regel ist, reichen oft Kabel, die mit Standardkomponenten ausgestattet sind und einen Preis von etwa 270 Euro haben. Diese Kabel haben die gleiche Messpräzision und lassen sich bei Bedarf abhängig von Stecker und Gerät auch auf Kategorie 8.1 erweitern.

Auch das Thema der auswechselbaren Spitzen diskutiert die Branche. Ein Messkabel hält rund 1.500 Messungen durch, während ein RJ45-Stecker oft schon nach 750 Messungen nicht mehr zu gebrauchen ist. Austauschbare Spitzen sind also von Vorteil. Allerdings können bei manchen Herstellern nur die eigenen Spitzen verwendet werden, was ebenfalls deutlicher beim Preis ins Gewicht fällt als dann, wenn auch Standardspitzen zulässig sind. Darüber hinaus sollten sich Anwender zu Beginn überlegen, in welchem Zeitraum die rund 1.500 Messungen ablaufen. Manche Nutzer haben pro Jahr etwa 1.000 bis 2.000 Messungen, andere messen in Rechenzentren bis zu 1.000 Mal am Tag. In diesem Fall ist das Thema Verschleiß natürlich von größerer Bedeutung.

Außerdem spielt für den Verschleiß auch die Messumgebung eine wichtige Rolle. Weil in Rechenzentren vermutlich häufiger eine Messung ansteht, ist der Umgang mit den Kabeln und den Geräten oft sorgfältiger. Auf einer Baustelle sieht die Sache meist anders aus. Dort klemmt der Hartschalenkoffer oder Schaltschrank gerne mal das Kabel ein, und dann ist es besonders ärgerlich, wenn bei einer Kategorie-6A-Messung ein Kategorie-8.1-Kabel für 1.200 Euro auszuwechseln ist – anstelle eines Standardkabels, das im Vergleich zwischen 170 Euro und 260 Euro kostet.

Fazit

Aus gutem Grund sind also die folgenden Punkte bei der Auswahl der Geräte und Kabel zu beachten: Welche Kategorie will man messen? Wie viele Messungen stehen pro Jahr an? Wie sieht die Messumgebung aus? Wie pfleglich kann der Techniker Gerät und Kabel behandeln? Je nachdem, wie die Antwort lautet, genügt zu dem passenden Gerät ein Standardkabel, ein Longlife-Kabel oder ein High-End-Kabel. Insgesamt zeigt nämlich die Erfahrung, dass bei einer Geräte­laufzeit von etwa fünf bis acht Jahren gerade die Verschleißteile – etwa der Akku, aber vor allem die teuren PL-Kabel – schlussendlich die tatsächlichen Kostentreiber sind und den Anschaffungspreis deutlich übersteigen können. Dies kann ein Betreiber verhindern, indem er sich zu Beginn sowohl beim Kabel als auch beim Gerät überlegt, was am besten zu ihm passt.

Konstantin Hüdepohl ist Produkt-Manager bei Softing IT Networks in München.

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