Edge-Datacenter-Management

Der Edge tickt anders

19. Februar 2021, 07:00 Uhr   |  Oliver Lindner/wg


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Effizientes Management

In vielen, wahrscheinlich sogar den meisten Fällen unterscheiden sich Edge-Rechenzentren von den Hauptrechenzentren in ihrer Ausstattung: Hier stehen intelligente, moderne Lösungen am Edge den traditionellen Geräten im zentralen Rechenzentrum gegenüber. Auch ist davon auszugehen, dass die zentrale IT-Abteilung die Edge-Standorte meist gar nicht persönlich kennt. Und mal schnell selbst etwas nachsehen ist oft nicht möglich, entweder weil der Standort zu weit entfernt ist oder weil die dortigen Mitarbeiter aufgrund der Zeitverschiebung vielleicht gerade erst aufgestanden sind.
 

402 LANline 2021-02 FNT Bild 3 GeoMaps
© Bild: FNT Software

Mittels georeferenzieller Funktionen stellt ein DCIM-Tool sämtliche Edge-Standorte auf einer Karte dar.

Für ein effizientes Edge-Datacenter-Management brauchen IT-Abteilungen End-to-End-Transparenz, also ein zentrales Tool, mit dem sie sämtliche Core- und dezentralen Edge-Rechenzentren verwalten und optimieren können. Die Grundlage einer solchen Datacenter-Management-Lösung bildet in der Regel eine klassische IT-Dokumentation, meist auf Basis einer CMDB (Configuration Management Database) oder DCIM-Lösung (Datacenter-Infrastructure-Management). Sie fungiert als zentrales Repository für sämtliche Informationen über alle Edge-Standorte und ihre Anbindung an das Hauptrechenzentrum. Dazu gehören Standortinformationen (Kontinent, Land, Stadt, Adresse, Stockwerk, Raum, Geokoordinaten etc.), Angaben zur Gebäudeinfrastruktur (Strom, Kühlung, Bodenfläche), IT-Infrastruktur (Netzwerke, Server, Speicher), Connectivity (physische Verkabelungsinfrastruktur, logische Schaltungen, Bandbreite) sowie zu Diensten und Anwendungen.

Wichtig: Die Lösung sollte so beschaffen sein, dass sich mit ihr das gesamte Datacenter-Netzwerk als eine homogene Einheit in ihrer Gesamtheit verwalten und gleichzeitig jeder Standort separat managen lässt. Erreichen lässt sich das nur über eine ganzheitliche, herstellerunabhängige Dokumentation mit einem einheitlichen Datenmodell. Sie liefert einen Einblick in sämtliche Komponenten und ihre Abhängigkeiten, und zwar gleichermaßen für Legacy-Strukturen wie auch für moderne Edge-Komponenten.

Ist eine solche Dokumentation zudem dynamisch, aktualisiert sie Veränderungen automatisch. Dadurch haben IT-Verantwortliche immer eine zuverlässige aktuelle Grundlage für künftige Entscheidungen. Zusammen mit der Dokumentation des Ist-Zustands braucht es aber noch Management-Funktionen, um Planungen, Changes und die Optimierung der Edge-Standorte vorzunehmen. Mit georeferenziellen Funktionen lassen sich Standorte beispielsweise auf einer Karte darstellen und ihre Vernetzungen sowie die Anbindung an das Hauptrechenzentrum abbilden. Dabei spielt die Connectivity eine entscheidende Rolle: Sie bestimmt, ob ein Netzwerk performant und sicher ist oder nicht. IT-Abteilungen müssen für Hochverfügbarkeit und hohe Durchsatzraten immer mehrere Konnektivitätspunkte und redundante Verbindungen verwenden. Dies ist wichtig, damit die Edge-Standorte bei Ausfall oder Verbindungsverlust weiterhin dieselbe hohe Service-Qualität bieten können. Auch die Connectivity – sowohl im Rechenzentrum als auch zwischen den Standorten – lässt sich mit einer Datacenter-Management-Lösung abbilden und optimieren.

Seite 2 von 3

1. Der Edge tickt anders
2. Effizientes Management
3. Edge-Standorte visualisieren

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

FNT GmbH

DCIM

Edge Computing