Edge-Datacenter-Management

Der Edge tickt anders

19. Februar 2021, 07:00 Uhr   |  Oliver Lindner/wg

Der Edge tickt anders
© Bild: FNT Software

Mit modernen DCIM-Lösungen lassen sich virtuelle 3D-Rundgänge durch ein Edge-RZ simulieren.

Je weiter die digitale Transformation voranschreitet, desto wichtiger ist es für Unternehmen, unterbrechungsfreie digitale Dienste mit extrem niedriger Latenz bieten zu können. Dazu müssen Inhalte und Daten jederzeit und schnell verfügbar sein – für Kunden wie auch für interne Mitarbeiter oder Maschinen. Hier kommen Edge-Rechenzentren ins Spiel: Sie liegen näher am Ort der Entstehung oder Verwendung der Daten und sind technisch oft moderner und performanter als die meist älteren Core-Rechenzentren. Komplexer gestaltet sich dagegen ihr Management.

Analysten und Marktforscher prognostizieren dem Egde Computing eine rosige Zukunft: Der Markt werde bis 2025 von aktuell 3,6 Milliarden auf 15,7 Milliarden Dollar wachsen, so Schätzungen von MarketsandMarkets. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 34,1 Prozent. Gartner wiederum geht davon aus, dass 2023 rund die Hälfte aller in Unternehmen generierten Daten außerhalb des traditionellen und zentralisierten Rechenzentrums entstehen und dort verarbeitet werden.

Edge Computing gewinnt vor allem dort an Relevanz, wo es um digitale Services geht. Nutzer – das können Kunden, interne Mitarbeiter oder auch Maschinen sein – erwarten, dass sie alles schnell, unterbrechungsfrei und mit hoher Qualität jederzeit nutzen können. Dazu muss die IT in der Lage sein, Daten und Inhalte quasi in Echtzeit zur Verfügung zu stellen und in Höchstgeschwindigkeit zu verarbeiten.
Nicht ohne Grund setzen daher Internet-Riesen wie Google oder Netflix auf verteilte, dezentrale Rechenzentrumskonzepte. Denn kein Anwender würde Latenzen akzeptieren, etwa wenn der ausgewählte Film gerade dann ins Stocken gerät, wo er am spannendsten ist. Auch beim autonomen Fahren entstehen große Datenmengen, die ad hoc und zuverlässig zwischen Fahrzeugen und Rechenzentren ausgetauscht werden müssen. Eine zentralisierte Datenverarbeitung in einem Core Datacenter am anderen Ende der Welt wäre hierfür technisch komplett ungeeignet.
 

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© Bild: FNT Software

Die Kabinettansicht bietet eine granulare Ansicht der Ressourcennutzung.

Edge-Standorte hingegen befinden sich physisch näher an den Endanwendern wie Internet-Surfern, Videokonsumenten etc. oder Endpunkten wie Fahrzeugen. Leistung und Geschwindigkeit in der Datenbereitstellung und -verarbeitung sind wesentlich höher. Neben der Performance ist ein weiterer Vorteil, dass man bei der Edge-Architektur eine weitere Sicherheitszone einziehen kann. Da Rechenleistung, Daten und Anwendungen auf eine Vielzahl von Rechenzentren verteilt sind und meist modernste Netzwerktechnik und -konzepte zum Einsatz kommen, ist es viel schwieriger, einen DDoS-Angriff auf ein gesamtes Netzwerk durchzuführen. Da verteilte Infrastrukturen mehr Daten auf lokalen Geräten verarbeiten und nicht zurück an ein zentrales Rechenzentrum übertragen, kann Edge-Computing auch die Menge der gleichzeitig gefährdeten Daten reduzieren. Darüber hinaus erleichtert Edge Computing den Unternehmen die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften wie der DSGVO.

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1. Der Edge tickt anders
2. Effizientes Management
3. Edge-Standorte visualisieren

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