Gastkommentar von Oliver Bendig, CEO von Matrix42

Die sechs Digital-Workspace-Trends für 2020

19. Dezember 2019, 07:00 Uhr   |  Von Dr. Wilhelm Greiner.

Die sechs Digital-Workspace-Trends für 2020

2020 wird die Automation bei der Endgeräteverwaltung stärker in den Vordergrund rücken, so die Prognose von Oliver Bendig, CEO des Frankfurter Digital-Workspace-Spezialisten Matrix42. Gleichzeitig werde KI/ML-basierte IT-Sicherheit (künstlicher Intelligenz, Machine Learning) nochmals erheblich an Bedeutung gewinnen. Laut Bendig sollten sich Unternehmen mit den folgenden sechs Digital-Workspace-Trends 2020 beschäftigen - ein Gastkommentar.

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"Ein immer wichtigeres Kriterium, nach dem Fachleute ihren Arbeitgeber auswählen, ist die Digital Employee Experience", so Matrix42-Chef Oliver Bendig. Bild: Matrix42

1. Integration von Workspace-Management und Endpoint Security: Die digitale Transformation entwickelt sich in den Unternehmen schneller als das Security-Know-how. Zusätzlich wachsen durch eine zunehmende Agilisierung der IT die Bereiche IT Operations und Endpoint Security im Jahr 2020 immer stärker zusammen. Während jede auf Automatisierung basierende Produktivität in vielen Firmen bereits auf einem hohen Level rangiert, gibt es bei der IT-Sicherheit häufig noch Nachholbedarf. Statistiken wie etwa der der Lagebericht zur IT-Sicherheit 2019 des BSI zeigen, dass eine Aufrüstung im Hinblick auf automatisierte Endpoint Protection unerlässlich ist. Die Integration von Workspace-Management und Endpoint Security wird somit für Unternehmen zunehmend wichtiger, um digitales Arbeiten sicherer zu gestalten, ohne die Produktivität der Mitarbeiter zu beeinträchtigen.

2. Optimierung der Digital Employee Experience: Der Fachkräftemangel nimmt weiter zu - und verschärft der Wettbewerb um gut ausgebildete Mitarbeiter. Ein immer wichtigeres Kriterium, nach dem Fachleute ihren Arbeitgeber auswählen, ist die Digital Employee Experience (die Art, wie ein Mitarbeiter sein Arbeitsumfeld erlebt, d.Red.). Der digitale Arbeitsplatz wird somit zum Wettbewerbsvor- oder -nachteil im Kampf um Talente.  Bereits heute wird die Chance auf eine optimierte Digital Employee Experience mit automatisiertem Onboarding am ersten Arbeitstag eines Mitarbeiters genutzt: Wenn Prozesse an dieser Stelle einfach und angenehm sind, ist ein positiver Start in den neuen Job gewährleistet. Für eine nachhaltig gute Nutzererfahrung greifen Mitarbeiter zu jeder Zeit, von jedem Gerät und von jedem Ort ausnahtlos auf Apps und Daten zu. Im Hintergrund wird digitales Arbeiten quasi unsichtbar für den Mitarbeiter sicher gestaltet, indem Software Daten ver- und entschlüsselt und den Schutz vor Malware über Verhaltensanalysen kontinuierlich sicherstellt.

3. KI-gestützter Workspace: Künstliche Intelligenz und Technologien für maschinelles Lernen verändern moderne Arbeitsplätze. Sie organisieren, strukturieren und automatisieren Prozesse und führen zu einer höheren Effizienz. Im Jahr 2020 kommen Chat-Systeme noch besser in Unternehmen an. So bieten Virtual Support Agents eine besondere Unterstützung für moderne Arbeitsplätze, damit sich Beschäftigte auf kreative und komplexere Aspekte ihrer Arbeit fokussieren können. Zukunftsfähige Chatbots basieren auf KI und lernen beständig dazu. Virtuelle Assistenten sind etwa in der Lage, technische Fragen und IT-Service Anfragen zu beantworten und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Sie unterstützen die IT-Abteilung und steuern Vorgänge intelligent. Wichtig: Die Technik sollte nicht nur Lösungsvorschläge entwickeln, sondern diese anschließend auch selbstständig durchführen. Beispielsweise kann ein Virtual Support Agent frühzeitig ein Problem mit dem digitalen Arbeitsplatz erkennen, bevor der Anwender dieses wahrnimmt, und bereits selbstständig im Hintergrund einen Support-Prozess starten oder das Problem automatisiert lösen. Zu achten ist bei allen Formen von KI-Lösungen auch auf eine einfache und benutzerfreundliche Mensch-Maschine-Kommunikation, die möglichst menschlich wirkt.

4. Cloud-Expense-Management: Die Multi-Cloud-Welt mit immer mehr Cloud-Diensten von Hyperscalern wie etwa Microsoft oder Amazon führt zu neuen Herausforderungen, die über die Verwaltung von IT-Umgebungen und Endgeräten hinausgehen. Durch die einfache Bereitstellung von Cloud-Workloads kommt es häufig zu einem unkontrollierten "Anschwellen" von Cloud-Workloads im Unternehmen. Unternehmen brauchen mehr Transparenz, um sämtliche Clouddienste im Blick zu haben, die damit einhergehenden IT-Kosten im Zaum zu halten und gegebenenfalls die Lizenzkosten und Cloudausgaben optimieren zu können. Für Unterstützung sowie eine höhere Visibilität für IT-Administratoren bei diesem zunehmend komplizierten Unterfangen sorgt ein optimiertes Cloud-Lizenz-Management, das sowohl SaaS-Applikationen als auch Cloud-Workloads auf Microsoft Azure oder Amazon AWS kostenseitig optimiert. Die Verantwortlichen müssen wissen, welche Verträge und Lizenzen vorliegen sowie wo und wie diese genutzt werden. Optionen auf Optimierungen, Verlängerung und Kündigung sollten sie mit einfachen Mitteln und auf Knopfdruck wahrnehmen können.

5. Mixed Workspace: Der Trend zum Outsourcing in die Cloud ist ungebrochen. Jedoch ist dies in einer 365-Grad-Sicht derzeit weder möglich, noch sinnvoll. Der richtige Weg ist "Cloud first", aber nicht "Cloud only". Dies bedeutet, dass vor allem der digitale Arbeitsplatz aus Cloudkomponenten und lokal installierten Elementen besteht, wie wir es beispielsweise bei Office365 erleben. Hier kann der einfache Zugriff auf die Office Apps über den Browser erfolgen, jedoch kommen weiterhin auch lokale Office Apps auf PC, Laptop und Smart Device zum Einsatz. Dies wird zunehmend das Nutzungskonzept von Enterprise-Applikationen werden. Somit etabliert sich der Mixed Workspace im Jahr 2020 weiter als Standard: Hier befinden sich On-Premise-Lösungen und Cloud-Dienste neben Browser-basierten, mobilen und virtuellen Applikationen in einer wertschöpfenden Koexistenz. Mit einer nahtlosen User Experience sind Hochverfügbarkeit, synchronisierte Daten sowie einheitliche Designs und Funktionalitäten verbunden.

6. UEBA: Die Differenzierung zwischen unbescholtenen Nutzern und Angreifern wird immer schwieriger. Immer häufiger erlangen letztere Zugriff auf Systeme und tarnen sich als gutwillige Anwender - etwa anhand von Social Engineering und dem Vortäuschen einer legitimen digitalen Identität oder mittels entwendeter Zugangsdaten. Haben Cyberkriminelle erst einmal vertrauenswürdigen Zugriff auf eine Umgebung, ist eine Erkennung enorm schwierig. UEBA - User and Entity Bahavior Analytics - gewinnt 2020 deshalb erheblich an Bedeutung. Dies ermöglicht es auf ML-Basis, Anwenderverhalten, Aufenthaltsort, Datenkonsum und benutzte Apps in Echtzeit in eine Sicherheitsbewertung einzubeziehen. UEBA-Software erkennt Anomalien, und es können automatisierte Reaktionen erfolgen. Im Idealfall löst dieser Ansatz Probleme, noch bevor der Nutzer erkannt hat, dass er ein solches auf dem Endgerät hat. Die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien und Gesetzen ist dabei von Anfang an gewährleistet: Anwender verfügen über ein Recht auf Abschaltung.

Weitere Informationen finden sich unter www.matrix42.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.

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