Cisco präsentiert neue Tetration Analytics Platform

Echtzeitüberblick über das Datacenter-Netzwerk

16. Juni 2016, 05:59 Uhr   |  LANline/Dr. Wilhelm Greiner

Echtzeitüberblick über das Datacenter-Netzwerk

Cisco hat mit Tetration Analytics eine neue Plattform vorgestellt, die es ermöglichen soll, in Echtzeit den vollständigen Überblick über das Netzwerkgeschehen im RZ zu erlangen. Dazu sammelt die Lösung Telemetriedaten von Hardware- und Softwaresensoren und wertet sie mittels einer Big-Data-Analyse aus. Cisco zielt damit auf Einsatzfälle wie die Betriebsoptimierung, Überwachung der Richtlinieneinhaltung oder auch die Unterstützung eines "Zero Trust"-Security-Modells (also Komplettüberwachung des Datenverkehrs aus Sicherheitsgründen).

Zum Einsatz von Tetration Analytics werden Softwaresensoren auf allen virtuellen Maschinen und Bare-Metal-Servern installiert. Im ersten Release unterstützen die Tetration-Server-Sensoren laut Hersteller Linux- und Windows-Hosts. Die Hardwaresensorik wiederum habe man in die ASICs der Cisco-Switches Nexus 9200, Nexus 9300-EX und Nexus 9500-EX integriert. Diese sammelten damit an allen Ports Flow-Daten in Leitungsgeschwindigkeit.

Bei einem Einsatz ohne die Cisco-Switches kann die Lösung damit lediglich die Daten der Server-Sensoren auswerten. Damit erziele man laut Cisco dann aber immerhin einen 85-prozentigen Überblick über das Geschehen im Datacenter.

Die Tetration-Plattform ist ein vorinstalliertes Komplettsystem. Deshalb, so Cisco, sei die Inbetriebnahme einfach. Dass die Plattform für umfangreiche Datacenter-Umgebungen ausgelegt ist, erkennt man an ihrem Umfang: Sie besteht aus einem 39 HE großen Cluster aus 36 UCS-C220-Servern und drei Switches der Serie Cisco Nexus 9300 in Kombination mit der Tetration-Analytics-Software.

Die Softwaresensoren erzeugen laut Cisco-Angaben auf den Servern nur einen Overhead von weniger als einem Prozent der CPU-Leistung. Zusammen mit den hardwarebasierten Netzwerksensoren ergebe dies eine vollständige Monitoring-Lösung. Dies erlaube über die laufende Überwachung der Umgebung hinaus auch Szenarien wie applikationsbezogene Auswertungen, automatisierte Whitelisting-Empfehlungen, Richtliniensimulationen, Compliance-Management und forensische Untersuchungen der Datenflüsse im Netzwerk.

Per Modellierung von Changes mit der Plattform könne die IT die Auswirkungen von Netzwerkänderungen auf die Applikationen besser abschätzen (Impact Analysis) und damit fundiertere Entscheidungen treffen. Auch könne sie nachprüfen, ob Policy-Änderungen den gewünschten Effekt haben.

Für die Forensik wiederum könne Tetration Analytics das Netzwerkgeschehen jederzeit wie ein „Videorecorder“ wieder abspielen. Die Datenspeicherkapazität reiche für die historischen Daten eines ganzen Jahres, so Cisco.

Ciscos Bestreben, durch Echtzeit-Monitoring seinen hauseigenen Switches und Server-Systemen einen Mehrwert zu schaffen, findet vor dem Hintergrund eines allmählich an Fahrt gewinnenden Wandels zum SDN (Software-Defined Networking) statt. SDN ermöglicht durch die Verlagerung von einer Hardware- zu einer Softwarezentrierung eine größere Flexibilität bei der Wahl des Netzwerklieferanten – ein Trend, der angesichts von Ciscos Dominanz im Netzwerk-Business die Marktanteile des Netzwerkriesen zu schmälern droht. Dem steuert Cisco nun mit nützlichen Komplettszenarien entgegen.

Tetration Analytics wird laut Cisco-Verlautbarung ab Juli erhältlich sein. Weitere Informationen finden sich unter www.cisco.com.

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Ciscos Tetration Analytics dient dem Echtzeitüberblick über das Netzwerkgeschehen im RZ. Bild: Cisco

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