Interview mit Marius Merkel, IBM, zu AIOps

Kollege KI

01. Juni 2021, 12:00 Uhr   |  Wilhelm Greiner

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© Wolfgang Traub

Künstliche Intelligenz (KI) kommt in immer mehr Bereichen zum Einsatz, nicht zuletzt auch zur Verwaltung und Optimierung von IT-Infrastrukturen. LANline befragte deshalb Marius Merkel, Manager IBM Technology Brands and Enterprise Sales DACH, zum Stand der Dinge beim KI-gestützten IT-Betrieb (Artificial Intelligence in Operations, AIOps), zu sinnvollen Einsatzmöglichkeiten sowie Stolpersteinen auf dem Weg in die AIOps-Welt.

LANline: Herr Merkel, wie schnell schreitet Ihrer Erfahrung nach die Einführung des KI-gestützten IT Betriebs in Deutschland voran, im Vergleich zu anderen Ländern?
Marius Merkel: Der Siegeszug der KI geht auch in Deutschland weiter. Traditionell haben die Bereiche des Kernbusiness beim Einsatz solcher Technologien die Nase vorne, aber auch im IT-Bereich der Unternehmen gibt es geradezu prädestinierte Einsatzmöglichkeiten, bei denen der Einsatz von KI sehr großen Nutzen stiftet. Deshalb sehen wir viele Initiativen auf diesem Gebiet. Tendenziell würde ich sagen, dass es weniger länderspezifische Unterschiede sind, sondern dass unternehmensspezifische Anforderungen oder Prioritäten den Ausschlag geben.

© IBM

"Der Siegeszug der KI geht auch in Deutschland weiter", sagt Marius Merkel von IBM.

LANline: Wie sieht das in der Praxis aus?
Marius Merkel: In den letzten Jahren war zu beobachten, dass Unternehmen vor allem auf der Development-Seite der DevOps-Kultur viele Innovationen nach vorne getrieben haben. Durch den Einsatz Cloud-nativer Technologien gelang es, moderne Architekturen zu etablieren und bestehende Applikationen immer weiter zu modernisieren. Der Einsatz von Kubernetes, Containertechnologien oder der gelebten Praxis von CI/CD (Continuous Integration/Continuous Delivery, d.Red.) im Software-Development sind daher längst keine Neuheiten mehr. Dem IT-Betrieb hingegen wurde relativ gesehen eher weniger Beachtung geschenkt. Dennoch liegt hier aus unserer Sicht enormes Potenzial für Effizienz, Automatisierung und damit enorm viel Innovation und Möglichkeiten, echte Mehrwerte für ein Unternehmen zu erzielen.

LANline: Welche Mehrwerte könnten das sein?
Marius Merkel: Wir sehen immer stärker, wie moderne agile Methoden und Technologien in der Entwicklung auf veraltete und starre Ansätze im IT-Betrieb stoßen. Das erkennbare Ungleichgewicht ist daher mehr ein „Innovations-Verhinderer“ als ein Beschleuniger. Dort aber, wo Unternehmen diese neuen Ansätze aus der Entwicklung auf den IT-Betrieb erweitern, sind wertschöpfende Ergebnisse klar erkennbar.

LANline: Das setzt voraus, dass man zunächst den Überblick über die Datenlage erhält...
Marius Merkel: Klar ist, dass der IT-Betrieb sehr viele Daten produziert, zum Beispiel durch das Monitoring einer Systemlandschaft, Topologiedaten, Log-Daten, Daten aus Service-Tickets und Kollaborationswerkzeuge wie Chats usw. Diese Daten gilt es, automatisierter, effizienter und zielgerichteter zu nutzen. Kein Mensch auf der Welt ist in der Lage, strukturierte und unstrukturierte Daten aus verschiedenen Datenquellen schneller, automatisierter und genauer zu korrelieren, als es zum Beispiel eine gut entwickelte und trainierte KI-Software schafft. Diese Möglichkeiten gilt es für Unternehmen zu erkennen und die Bereitschaft zu zeigen, mithilfe des Einsatzes von KI den Schritt nach vorne zu wagen.

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