Acronis True Image Server 8.0 im Test

Rettungsanker

17. Februar 2005, 23:55 Uhr   |  Andreas Roeschies/mw

Ein einfaches und sicheres Disaster Recovery für Windows und Linux bietet Acronis True Image Server 8.0. Die Software speichert Festplatten- oder Partitionsabbilder, sodass der Server, wenn er nicht mehr bootet, problemlos wiederhergestellt werden kann. Im Gegensatz zu Tape-Backups ist zur Wiederherstellung kein laufendes System erforderlich, da Acronis True Image das Betriebssystem auch von einer Boot-CD aus zurückfahren kann.

Die Sicherung des Betriebssystems (und anderer Partitionen) kann im laufenden Betrieb geschehen,
was die Downtime minimiert. Ein integrierter Zeitplaner sorgt dafür, dass Image-Backups regelmäßig
erstellt werden, beispielsweise täglich, an bestimmten Wochentagen, monatlich oder manuell.
Praktisch ist die Option "bei jedem Herunterfahren", die der Administrator auf "Maximal einmal pro
Tag" begrenzen kann. Nach dem Erstellen eines Images informiert der Zeitplaner den Administrator
mittels NET SEND oder E-Mail (über SMTP), ob der Auftrag erfolgreich verlaufen ist. Zeit sparend
ist die inkrementelle Sicherung, die lediglich die Unterschiede zur jeweils vorherigen Sicherung
speichert.

Speicheroptionen

Zur Speicherung bieten sich praktisch alle verfügbaren Massenspeicher an, also nicht nur
Festplatten, sondern auch CD- und DVD-Brenner, über USB, Firewire und PC-Card (PCMCIA)
angeschlossene Laufwerke, SCSI- und IDE-Streamer und Netzwerklaufwerke. Zum Beschreiben von DVDs
ist allerdings ein Packet-Writing-Treiber erforderlich, wie er häufig DVD-Brennern beiliegt.
Zusätzlich kann der Administrator mit der Software eine "Acronis Secure Zone" einrichten. Dabei
handelt es sich um eine für das Betriebssystem unsichtbare FAT32-Partition, die vom vorhandenen
System abgezweigt wird und Platz für genau eine Image-Datei bietet. Die Größe der Secure Zone lässt
sich auch nachträglich ändern. Sichern kann Acronis die Dateisysteme FAT, FAT32, NTFS, Ext2, Ext3,
ReiserFS und mit geringen Einschränkungen JFS und XFS. Dynamische Datenträger von Windows 200/2003
werden ebenfalls unterstützt, unterliegen aber bestimmten Einschränkungen. So können nur ganze
Volumes (statt einzelner Datenträger) gesichert werden und bestimmte Statusinformationen
(Spiegelung etc.) gehen beim Wiederherstellen verloren. Um Platz zu sparen, lässt die Software
außerdem die Auslagerungs- und die Ruhezustands-Datei von Windows-Systemen außen vor, zudem werden
nur die belegten Sektoren in die Image-Datei aufgenommen. Verzichtet der Administrator auf diesen
Vorteil, kann er auch alle anderen Partitionstypen sichern.

Mehrere Optionen und Zusatzfunktionen bieten Komfort und Datensicherheit. So lässt sich eine
Imagedatei mit einem Kennwort vor unbefugtem Wiederherstellen zu schützen. Ein optionaler Kommentar
beschreibt Image-Dateien. Falls die spätere Archivierung vorgesehen ist, bietet sich die Aufteilung
einer Image-Datei in gleich große Teile an, beispielsweise 100 MByte für ZIP-Disketten oder 700
MByte für CDs. Drei Komprimierungsstufen sorgen dafür, dass die Image-Dateien nicht allzu viel
Platz beanspruchen. Benötigt der Administrator einige Dateien aus einem Image, kann er es im
laufenden Betrieb aktivieren und über einen zusätzlichen Laufwerksbuchstaben auf den Inhalt
zugreifen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass alle Teile eines mehrteiligen Images
gleichzeitig vorliegen und dass sich das Image nicht auf Band befindet. Der Datensicherheit dient
das Überprüfen von Image-Dateien. Diese Verifizierung ist auch unmittelbar vor der
Wiederherstellung möglich. Dadurch wird verhindert, dass eine Wiederherstellung beim Überschreiben
einer vorhandenen Partition abbricht und nur Datenmüll hinterlässt. Neben den Funktionen zum
Erstellen und Wiederherstellen von Images kopiert Acronis True Image Server auch Partitionen 1:1
auf neue Festplatten. Dies ist praktisch, wenn der Server eine neue Festplatte erhalten soll. Da
diese Kopierfunktion im laufenden Betrieb funktioniert, ist dabei die Ausfallzeit minimal: Nach dem
Kopieren muss der Administrator nur noch den Server herunterfahren und von der neuen Platte
starten. Die Größen der Partitionen lassen sich beim Kopieren (und beim Wiederherstellen von
Images) anpassen, sodass eine größere Platte sofort voll genutzt werden kann. Eine
Kommandozeilenversion ermöglicht das Erstellen und Wiederherstellen von Images aus Batch-Dateien,
und ein Protokoll listet alle Aktionen und Fehlermeldungen auf.

Boot-Versionen

Da eine Wiederherstellung des Betriebssystems im laufenden Betrieb nicht möglich ist, gibt es
eine Boot-Version der Software. Der bequemste Weg Acronis zu booten, ist die Einrichtung des
Startup Recovery Managers, der sich auf Tastendruck unmittelbar vor dem Booten von der Festplatte
aktivieren lässt – sofern die Festplatte nicht beschädigt ist. Die sichere Alternative dazu ist das
Booten von CD, Diskette oder USB-Stick. Abgesehen vom Zeitplaner enthält die Boot-Version den
vollen Funktionsumfang, sie kann also auch Images anfertigen (allerdings nicht auf DVDs). Sehr gut
gefällt, dass auch die Boot-Variante per TCP/IP auf Windows-Netzwerklaufwerke zugreifen kann. Dabei
funktioniert das Durchsuchen des Netzwerks nicht immer, sodass sich der Administrator unter
Umständen mit UNC-Pfaden behelfen muss, also etwa \\SERVER_IP\FREIGABE. Für einige ältere Rechner,
auf denen die Boot-CD nicht funktioniert, gibt es eine abgesicherte Version ohne Unterstützung von
USB, Firewire und Netzwerkfunktionen.

Testphase

Im Test arbeitete Acronis True Image Server fehlerfrei. Die Installation verlief reibungslos,
die Image-Funktionen gaben keinen Anlass zur Kritik und auch das Booten von CD, einem USB-Stick und
über den Startup Recovery Manager funktionierte. Zudem ist die Oberfläche intuitiv zu bedienen. Die
Boot-Version arbeitete auf unseren Testsystemen sowohl mit den internen IDE- und SCSI-Platten und
einem DVD-Writer als auch mit einem USB-Brenner, einer Firewire-Festplatte sowie vier
Bandlaufwerken zusammen. Ebenso klappte es, Images im Windows-Netzwerk abzulegen und von dort
wiederherzustellen. Unterschiedliche Partitionstypen bereiteten der Software keine Schwierigkeiten.
So hatten wir neben mehreren Windows- und Linux-Systemen auch einen Netware-Server gesichert und
wiederhergestellt.

Fazit

Acronis True Image Server ist eine leistungsfähige und leicht zu bedienende Image-Software für
Server und Arbeitsstationen. Damit das Programm seine Vorteile voll ausspielen kann, müssen sich
Betriebssystem und Daten auf unterschiedlichen Partitionen befinden. Die Software für Server kostet
699 Euro, die Workstation-Variante für Windows 50 Euro. Systemanforderungen: Linux oder Windows (ab
NT 4, SP6) und 32 MByte RAM.

PEZ Kommunikationssysteme Tel.: 08031/94147-0 Web: www.pez-computer.de

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