Vor allem IT-Administratoren gesucht

Studie: Deutlicher Anstieg der Personalanfragen im IT-Bereich

21. Mai 2008, 09:44 Uhr   |  

Die Anfragen nach IT-Administratoren sind im letzten Jahr erheblich gestiegen, das zeigt eine aktuelle Studie, die das Zeitarbeitsunternehmen Tecops durchführte. Während sich 2007 im ersten Quartal 6,5 Prozent der Personalanfragen auf Admin-Stellen bezogen, gelten zur gleichen Zeit in diesem Jahr 15 Prozent der Anfragen dieser Berufsgruppe. "Während IT-Spezialisten in diesem Bereich letztes Jahr noch gut und gerne zwei bis drei Wochen auf eine Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt warten mussten, sind es nun nur noch wenige Tage, bis sie bei ihrem neuen Arbeitgeber die IT-Infrastruktur verwalten können," so Reiner Pientka, Geschäftsführer von Tecops. "Internationale Großunternehmen, Mittelstandsbetriebe sowie öffentliche Einrichtungen suchen derzeit dringend Administratoren."

Zurückzuführen ist dieser Boom auf den Fachkräftemangel im Bereich der IT-Administration. Mit der Weiterentwicklung des Internets hat sich die Ausrichtung in der Ausbildung vermehrt auf die Programmierung konzentriert und dem Administratorenbereich somit ein Nachwuchsproblem in der ITK- als auch in Anwenderbranchen beschert. Wie eine Studie der Bitkom, die anlässlich des IT-Gipfels im Dezember 2007 erstellt wurde, belegt, entfallen 20 Prozent der offenen Stellen im ITK-Bereich auf Administratoren. In den Anwenderbranchen ist die Situation brisanter, denn hier sind 63 Prozent der offenen Stellen im Admin-Bereich unbesetzt. Die wenigen IT-Netzwerkfachkräfte, die der Markt derzeit hat, können das entstandene Personalvakuum für sich nutzen und aus zahlreichen Angeboten, die für sie optimale Stelle wählen. Darüber hinaus stimmt auch die Vergütung, denn das Gehaltsgefüge hat sich entsprechend der Nachfrage zu ihren Gunsten geändert.

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Ein weiterer Grund für die große Nachfrage nach Administratoren ist auf den allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung zurückzuführen. Mit dem konjunkturellen Aufschwung werden für viele Unternehmen und Behörden jahrelang aufgeschobene IT-Investitionen möglich. Sie investieren in die Hard- und Software und suchen Verwalter dafür. Zeitarbeitsfirmen könnten hier Abhilfe schaffen, indem sie schnelle, flexible Lösungen entsprechend der individuellen betrieblichen Personalsituation anbieten.

"Die Situation könnte sich noch weiter verschärfen, denn Umfragen zu Folge erwarten über 70 Prozent der IT-Unternehmen einen anhaltenden Aufschwung für das Jahr 2008 und damit verbunden verstärkt Investitionen in die IT-Infrastruktur. Dieser Konjunkturaufschwung beschert der Branche neue Jobs, die besetzt werden müssen, um die Wirtschaft nicht zu bremsen", so Pientka weiter. "Häufig wird an dieser Stelle der Ruf nach der Politik laut. Zwar könnte die Politik positive Veränderungen im Bildungssystem herbeiführen und die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte erleichtern, aber meines Erachtens sind vielmehr die Unternehmen gefordert, sich dieses dringenden Themas anzunehmen. Unternehmen sollten Weiterbildung und Personalentwicklung als Teil ihrer Unternehmensstrategie etablieren und attraktive Rahmenbedingungen für betriebliche Weiterbildung schaffen. Nur wenn Unternehmen Eigeninitiative ergreifen, kann sich die momentane Situation ändern."

LANlline/dp

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