Industriekonsortium für Energieeffizienz im RZ

The Green Grid will Strom sparen

09. Mai 2007, 22:00 Uhr   |  Dr. Wilhelm Greiner

Aus ökonomischen und ökologischen Gründen haben die Themen Stromverbrauch und Kohlendioxidausstoß im Rechenzentrum drastisch an Bedeutung gewonnen. Deshalb hat sich unter dem Namen "The Green Grid" ein Branchenkonsortium formiert, das auf die Optimierung der Energieeffizienz von IT-Infrastrukturen abzielt. Das Konsortium will Best Practices und Metriken liefern und lädt weitere Anbieter zur Mitarbeit ein.

Zu den Gründungsmitgliedern des Ende Februar offiziell aus der Taufe gehobenen, nicht profitorientierten Branchenverbandes zählen Anbieter aus unterschiedlichen Marktsegmenten: die Chipproduzenten AMD und Intel ebenso wie die Serverhersteller Dell, HP, IBM, Rackable Systems und Sun, zudem die Softwarehäuser Microsoft und Vmware sowie die RZ-Ausstatter APC und Spraycool. The Green Grid vertritt den Standpunkt, dass die Energieeffizienz in Rechenzentren das bedeutendste Problem ist, mit dem IT-Ausrüster und Anwender heute konfrontiert sind. Zurecht: Denn durch immer leistungsstärkere Server und dicht bestückte Blade-Racks ist der Stromverbrauch für den Betrieb und die Kühlung der Serverfarmen in den letzten Jahren stetig gestiegen; während die Preise für CPU-Leistung fallen, legen die Strompreise international deutlich zu. Laut IBM-Zahlen ist dadurch der Anteil der Kühlkosten in Deutschland von 4 Prozent 1994 auf zirka 25 Prozent 2006 gestiegen. Ein Server verbraucht heute im Schnitt 400 Watt, die er als Wärme wieder abgibt. Das Problem wird sich verschärfen, da immer mehr Server im Einsatz sind. Experten rechnen mit einem Anstieg des Stromverbrauchs der deutschen ICT-Branche von knapp 4 TWh 2001 auf fast 8,8 TWh 2010.

The Green Grid will der Energieverschwendung im Data Center entgegenwirken und dabei einen holistischen Blick auf das "Ökosystem RZ" bewahren. Dazu will man plattform- und herstellerunabhängige Spezifikationen und Metriken erarbeiten sowie Best Practices bekannt machen, um Anhaltspunkte für Energieeffizienz zu liefern. Die ersten drei White Papers dazu sind bereits unter www.thegreengrid.org verfügbar. Derartige Informationen sind für Administratoren nützlich und dringend notwendig, da sich das Engagement der Branche bisher stark auf punktuelle, herstellerspezifische Maßnahmen beschränkt. Eine Charta und ein Board of Directors hat The Green Grid bereits, weitere Anbieter will das Konsortium gerne aufnehmen.

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