OSB Alliance entwickelt Sovereign Cloud Stack für GAIA-X

Unterbau für digitale Souveränität

19. Juli 2021, 08:30 Uhr   |  Wilhelm Greiner

Unterbau für digitale Souveränität
© Wolfgang Traub

Unternehmen, Bürger und Staat speichern und verarbeiten teils sehr sensible Daten in Public-Cloud-Umgebungen, deren Funktionsweise sie nicht überprüfen oder an ihre Bedürfnisse anpassen können. Das führt zu Kontrollverlust und technologischer Abhängigkeit von einzelnen – hierzulande meist den großen US-amerikanischen – Cloud-Anbietern (Hyperscalers). Die Open Source Business Alliance (OSB Alliance) entwickelt nun mit dem Sovereign Cloud Stack (SCS) einen technischen Unterbau für Gaia-X. Das Gaia-X-Projekt der EU zielt darauf ab, Cloud-Umgebungen mit digitaler Souveränität zu ermöglichen.

Initiatoren des SCS-Projekts waren im November 2019 Peter H. Ganten, Vorstandsvorsitzender der OSB Alliance, Kurt Garloff, ein führender Cloud-Architekt, Rafael Laguna de la Vera, Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovation (Sprind) sowie Oliver Mauss, früherer CEO von Plusserver. Das Projekt war zunächst mit Sprind-Mitteln anfinanziert und erhält nun laut Angaben der OSB Alliance Fördergelder in Höhe von 14,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) für die Entwicklung und den Aufbau des Sovereign Cloud Stacks.
 
Die OSB Alliance baut dazu laut eigenem Bekunden ein weiter wachsendes Team auf, das die Standardi­sierung, die Softwareintegration und den Aufbau des Netzwerks steuern und koordinieren soll. Um dieses Team sei bereits jetzt eine Community aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beteiligter und interessierter Firmen entstanden, die an den Zielen mitarbeiten, die für ihre eigenen Umgebungen wichtig sind. Wichtige Bausteine wolle man außerdem über offene Ausschreibungen an Unternehmen vergeben. Zusätzlich werde die OSB Alliance eine eigene Test-, Demo- und Entwicklungsplattform aufbauen und betreiben.
 
Die Organisation betont, die Mitarbeit an SCS sei nicht auf Mitglieder der OSB Alliance begrenzt. Denn nur eine Vielzahl von Anbietern innerhalb und außerhalb der OSB Alliance erlaube es der Industrie, moderne und agile IT-Infrastukturen zu nutzen, um Entwicklungsteams Flexibilität, Geschwindigkeit und Produktivität zu ermöglichen – ohne die strategischen, ökonomischen und rechtlichen Risiken, die sich durch die Nutzung der Hyperscaler aus den USA und China ergeben.
 
„Im Mittelpunkt der ersten Welle der Digitalisierung standen zentralistische Plattformen mit gravierend negativen Konsequenzen für Datensicherheit, Innovationsfähigkeit und Unabhängigkeit ihrer Anwender“, erläutert Peter H. Ganten, Vorstandsvorsitzender der OSB Alliance. Das SCS-Projekt leiste hier einen entscheidenden Beitrag als Grundlage für die nun folgende zweite Welle der Digitalisierung mit offenen, föderierbaren und ohne Genehmigung einsetzbaren Technologien.

„Anwenderorganisationen können damit frei zwischen Anbietern wechseln oder auch entscheiden, Teile ihrer IT unter eigener Kontrolle zu produzieren“, so Ganten weiter. „So entsteht einen offene Plattform für innovative Anwendungen und Dienste, die Wettbewerb ermöglicht, Innovationen fördert und Probleme wie den Cloud Act nicht hat.“

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