Citrix Technology Exchange, Unterschleißheim

Virtual Desktops auch via Azure

22. Oktober 2013, 06:40 Uhr   |  LANline/Dr. Wilhelm Greiner

Virtual Desktops auch via Azure

Citrix’ technisch orientierte Anwenderkonferenz Technology Exchange in Unterschleißheim war mit über 700 Besuchern ausgebucht. Den Teilnehmern präsentierte Citrix den aktuellen Stand des inzwischen sehr breiten Portfolios. Zu sehen war unter anderem die neue Version 7.1 der Virtual-Desktop-Lösung Xendesktop, die ab 23.10. allgemein verfügbar sein wird.

Im Mittelpunkt der Keynote von Markus Klein, Director Systems Engineering Central Europe, und Thomas Zell, Director of Field Readiness EMEA bei Citrix, standen die beiden Kernthemen Mobile Workstyles und Cloud-Services. Für mobiles Arbeiten, so Zell, müsse es einfach sein, zwischen verschiedenen Geräten und Netzwerken zu wechseln. Ein statisches RZ könne diese Anforderungen nicht mehr erfüllen, hier soll die Cloud Abhilfe schaffen. Ein fehlertolerantes Netzwerk müsse dabei für sicheren und jederzeit verfügbaren Zugriff sorgen. Citrix’ Anspruch ist es laut Zell, all diese Themen im Rahmen eines Gesamtkonzepts aus einem Guss abzubilden.

Entsprechend reichte das Spektrum der Keynote von der Desktop- und Applikationsvirtualisierung mittels Xendesktop über Collaboration-Tools wie Gotomeeting und Sharefile sowie die Mobility-Management-Lösung Xenmobile bis hin zum Xenserver (der nun komplett als Open Source verfügbar ist) und Cloud-Komponenten wie dem Highend-ADC (Application Delivery Controller) Netscaler oder der Cloud-Management-Lösung Cloudplatform.

Die aktuellsten Neuerungen betrafen Xendesktop 7.1. Erst im Sommer hatte Citrix mit Xendesktop 7 eine grundlegend überarbeitete, auf neue Plattformbasis gestellte und Management-seitig vereinfachte Aktualisierung seiner Flaggschifflösung für virtuelle Desktops und Applikationen auf den Markt gebracht. Version 7.1 fügt dem nun einige nützliche Ergänzungen hinzu und soll ab 23. Oktober erhältlich sein.

Xendesktop 7.1 liefert Unterstützung für Windows Server 2012 R2 und Windows 8.1. Damit kann der Administrator nun drei Generationen von Windows Servern (von 2008 R2 bis 2012 R2) sowie 16-, 32- und 64-Bit-Anwendungen auf Windows XP, 7, 8 und dem neuen 8.1 zentral verwalten. Mit der Lösung App DNA lässt sich automatisert analysieren und per Ampelgrafik visualisieren, welche Applikationen für die Migration in virtualisierte oder Cloud-Umgebungen geeignet sind.

Mit Xendesktop 7 hatte Citrix seine Management-Konsolen radikal konsolidiert: Es gibt nur noch Citrix Studio für Konfiguration und Deployment der Virtual-Desktop-Umgebungen sowie Citrix Director für das Management im laufenden Betrieb. Xenapp ist nun vollständig in Xendesktop integriert, allerdings als „Xendesktop App Edition“ auch weiterhin als Stand-alone-Lösung erhältlich.

Neben den VDI- und App-Editionen gibt es die Enterprise Edition sowie die Platinum Edition für die Virtual-Desktop-Bereitstellung aus der Cloud (Desktops as a Service, DaaS). An Cloud-Umgebungen unterstützt die Lösung nun neben der hauseigenen Cloudplatform (auf der Basis von Apache Cloudstack) und Amazon Web Services neuerdings auch Microsofts Cloud-Umgebung Windows Azure.

Dank der neuen Technik HDX Mobile sorgt Xendesktop für die automatische Anpassung der Legacy-Windows-Anwendungen an die moderne Touch-Bedienung mobiler Endgeräte. Ein SDK (Software Development Kit) erleichtert es Softwarehäusern und Unternehmen, Anwendungen zu „mobilisieren“.

Die Filesharing-Lösung Sharefile bietet inzwischen die Funktion Storagezones. Ohne diese Eingrenzung liegen die Sharefile-speichert Daten in der Cloud bei AWS, wo genau weiß man also nicht. Dank der neuen Funktion Storagezones kann ein Unternehmen definieren, wo die Daten liegen sollen, also etwa öffentliche Marketing-Materialien in der Cloud, Konstruktionsdaten nur auf internen Servern.

An Cloud Storage ist neben AWS hier nun ebenfalls Azure nutzbar. Neu ist zudem, dass Citrix durch Anmietung von RZ-Kapazität im Raum Frankfurt/Main nun auch eine nach deutschem Datenschutzrecht betriebene Hosting-Option anbietet.

In zahlreichen Demos – die allerdings wiederholt von Connectivity-Pannen geplagt waren – präsentierten Klein, Zell und einige Kollegen auch Neuheiten aus den Innovation Labs. Mit Projekt Zeus will Citrix eine Plattform für integrierte Online-Collaboration-Services liefern. Dazu werden Collaboration-Tools wie Gotomeeting über APIs in die Citrix-Infrastruktur eingebunden.

Die Whiteboard-App Talkboard soll eine Lücke im heutigen Collaboration-Werkzeugkasten schließen: Per Einbindung von Grafiken will man die Zusammenarbeit im Team erleichtern. Mit Crystal Palace gibt es zudem eine neue Technik, um Daten per Drag and Drop über die Zwischenablage schnell zwischen verschiedenen Endgeräten zu übertragen.

Zu den interessanten, wenngleich schon zur Citrix Synergy in Los Angeles vorgestellten Neuheiten zählen Desktopplayer for Mac (der den Client-Hypervisor Xenclient zum lokalen Betrieb zentral verwalteter Applikationen für Apple-Rechner nutzbar macht, aber nicht als Type-1-Hypervisor) sowie Support für ein 1:n-Sharing von Nvidia Grid Virtual GPUs. Letzteres erlaubt es mehreren virtuellen Desktops mit hohen Graikanforderungen, sich eine virtualisierte GPU zu teilen, was Citrix in einer eindrucksvollen (und ungestörten) Demo anhand von 3D-Rendering mittels Autodesk mit Session-Roaming zu einem Tablet bewies.

Auf Netscaler-Seite gibt es mit Insight Center eine Monitoring-Lösung für die grafische Darstellung von Netflow- und Appflow-Statistiken zu Netzwerkparametern wie Latenz, Roundtrip-Time, Bandbreite etc. Die Analyse ist laut Citrix für jeglichen Web-Content nutzbar, der Drill Down auf einzelne Apps oder Gateways ist möglich. Das Tool lässt sich für eine zentralisierte Dashboard-Ansicht in Citrix Director integrieren.

Citrix Director bietet nun eine zentrale Konsole für das Management der Virtual-Desktop-Umgebungen. Diese können nun auch auf Windows Azure laufen. Bild: Citrix

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