VMworld Europe 2013, Barcelona

VMware macht Ernst mit Hybrid Clouds und DaaS

16. Oktober 2013, 05:25 Uhr   |  LANline/Dr. Wilhelm Greiner

VMware macht Ernst mit Hybrid Clouds und DaaS

Die VMworld Europe 2013 auf dem Messegelände von Barcelona zog laut Veranstalter über 8.000 Besucher an. VMware-Chef Pat Gelsinger stellte diverse Neuerungen bei den hauseigenen Cloud-Management-Tools vor, darunter Vsphere 5.5 und Vcloud Automation Center 6.0 sowie die IT Business Management Suite 1.0. Außerdem verkündete der VMware-CEO die allgemeine Verfügbarkeit der Netzwerk-Virtualisierungsplattform NSX. In Sachen Client Computing gab der Hersteller die Akquisition des Desktop-as-a-Service-Anbieters Desktone bekannt.

In seiner Keynote diskutierte VMware-CEO Pat Gelsinger die vier Techniktrends Social, Mobile, Cloud und Big Data. In der heutigen Mobile-Cloud-Welt soll ITaaS (IT as a Service) – natürlich auf VMware-Basis – die schnelle Bereitstellung von Apps im SDDC (Software-Defined Data Center) ermöglichen, auch mittels Einbindung externer Ressourcen in der Form von Hybrid Clouds.

Sanjay Poonen, Executive Vice President und General Manager End-User Computing bei VMware, betonte die Bedeutung zentralisierter virtueller Arbeitsplätze zur Kombination von Endanwenderfreiheit mit der Kontrolle durch die IT-Organisation. Neben Updates der Horizon Suite, darunter View 5.3, verkündete Poonen, dass VMware mit Desktone einen zumindest in den USA recht bekannten Anbieter einer mandantenfähigen DaaS-Lösung (Desktop-as-a-Service) akquiriert.

Die Akquisition belegt laut Gartner-Analyst Alessandro Perilli, dass VMware es mit DaaS ernst meint. Es wird interessant sein zu beobachten, wie VMware seine hauseigene Virtual-Desktop-Lösung Horizon View mit Desktone kombinieren will.

Die aktualisierte Flaggschiff-Plattform Vsphere 5.5 verdoppelt laut Gelsinger die Zahl der Cores, VPNs und Apps pro Server. Neu ist auch Flash-Cache für doppelte Performance. Die kürzlich auf der VMworld USA in San Francisco angekündigte App-spezifische Hochverfügbarkeit (App-HA) sei nun umgesetzt und in Vsphere integriert.

Applikations- und Storage-Landschaften sind heute laut Gelsinger zunehmend komplex. Deshalb biete VMware hier nun Software-Definded Storage mit einer Policy-basierten Control Plane, applikationsbezogenen Daten-Services (wie Replikation, Snapshots und Caching) und einem externen Storage-Pool sowie einen Pool konvergenter Storage-Infrastruktur in der Form von VSAN (Virtual SAN). Letzterer basiert auf der Virsto-Akquisition vom Jahresanfang. Vsphere Data Protection Advanced 5.5 soll hierbei für effizente, integrierte Backups und Wiederherstellung sorgen.

Das auf der VMworld in San Francisco angekündigte Netzwerkvirtualisierungs-Layer NSX soll dabei für Abstraktion und Pooling von Netzwerkressourcen sorgen (LANline berichtete). NSX war für das vierte Quartal angekündigt und ist laut Gelsinger ab sofort allgemein verfügbar.

In puncto SDDC kündigte VMware außerdem Vcloud Automation Center (VCAC) 6.0 an. VCAC 6.0 unterstützt VCHS (Vcloud Hybrid Service) und NSX ebenso wie Clouds auf der Basis von Red Hat Enterprise Linux und Openstack.  Damit bietet VMware nun eine umfangreiche Familie von Werkzeugen für das Cloud-Management, darunter einen Service-Katalog für Infrastruktur, Applikationen, Desktops und Services – laut Gelsinger eben nicht nur für VMware-eigene Komponenten. Zudem sorge man mittels der neuen IT Business Management Suite 1.0 für Kostentransparenz bei der Bereitstellung von ITaaS und Hybrid Clouds.

Unter Hybrid Clouds versteht VMware laut Gelsinger die „nahtlose Erweiterung“ des virtualisierten RZs durch Einbindung von Public-Cloud-Ressourcen. Er betont dabei die Bedeutung einer gemeinsamen Management-Ebene und übergreifender Netzwerkverwaltung.

Gelsinger berichtete von 11.000 Service-Providern in 162 Ländern, die Vcloud-Services bereitstellen. Dies sei einer der am stärksten wachsenden Märkte für VMware. Die Vcloud Hybrid Services sollen nun auch nach Europa kommen, ein Betaprogramm starte im November in UK.

Neu sind auch Vcenter Operations Management 5.8 für ein verbessertes Monitoring des Applikationsstatus und mit Storage-Analysefunktionen. Neue Dashboards sorgen für Einblick auch in Anwendungen auf Microsoft Hyper-V und AWS (Amazon Web Services). Vcenter Log Insight 1.5 ergänze dies um echtzeitnahe Big-Data-Loganalyse.

VMware Vcloud Automation Center 6.0 and VMware Vcenter Operations Management Suite 5.8 sind Bestandteile der Vcloud Suite 5.5. Deren US-Lizenzpreise beginnen bei 4.995 Dollar pro Prozessor. Die IT Business Management Suite wird pro Benutzer lizenziert. Vcenter Log Insight kostet laut US-Preisliste 200 Dollar pro OS-Instanz. Vsphere Data Protection Advanced 5.5 soll noch dieses Jahr verfügbar werden und dann 1.095 Dollar pro Prozessor kosten.

Hybrid Clouds sollen laut VMware-CEO Pat Gelsinger für die "nahtlose Erweiterung" des virtualisierten RZs durch Einbindung von Public-Cloud-Ressourcen sorgen. Bild: VMware
Die nun von VMware akquirierte DaaS-Lösung von Desktone eignet sich für die Bereitstellung persistenter und nicht-persistenter virtueller Desktops ebenso wie für den Zugriff auf zentralisierte Applikationen. Bild: Desktone

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