Netzwerk-Management per Cloud

Vogelperspektive

30. August 2021, 07:00 Uhr   |  Olaf Hagemann/wg

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Cloud-basiertes Netzwerk-Management sorgt für den Überblick über das Netzwerk vom Edge bis zum RZ.

Überlastung, Sicherheitsrisiken, zu wenig Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten der Administratoren – es spricht nichts mehr dafür, dass Unternehmen ihre Netze klassisch verwalten. Cloud-basiertes Netzwerk-Management ist im Kommen. Weitgehend automatisierte, aus der Cloud heraus steuerbare Netzwerke sind für Digitalisierungsaspekte wie das IoT (Internet of Things), das Edge Computing oder die Multi-Cloud nahezu unabdingbar.

Unternehmen sind gefordert, Daten und Anwendungen nahtlos über den Cloud-Bestimmungsort ihrer Wahl zu verschieben. Seit dem Auftreten der Pandemie ist es zudem größtenteils Alltag geworden, in großer Zahl neue Remote-Work-Szenarien aufzusetzen, die auch zukünftig Bestand haben werden und für die ebenfalls ein klassisches Netzwerk-Management ausscheidet, da es schlicht zu aufwendig wäre. Fakt ist: Die Bereitstellung von IT-Ressourcen vor Ort kann kaum ein Unternehmen heutzutage noch stemmen. Mit einem Netzwerk-Management aus der Cloud können Unternehmen jedoch auf dedizierte IT-Ressourcen verzichten, weil die Lösung eine zentralisierte Netzwerkansicht und -verwaltung für alle kabelgebundenen, Funk- und Remote-Netzwerkressourcen bietet. Mitgelieferte Management- und Überwachungsfunktionen ermöglichen Netzwerkautomatisierung, -einblicke und -sicherheit über das gesamte funkbasierte und kabelgebundene Netzwerk.

Da adäquate Lösungen auf modernen Web-Architekturen basieren, skalieren die Services dynamisch. Ein Kubernetes-Service hat sich dabei als praktikabel erweisen. Dieser beaufsichtigt die Nutzung und Überwachung von containerisierten Service-Clustern, die sich je nach Netzwerklast skalieren lassen. Mit diesem elastischen Design kann jedes regionale System Dutzende, Hunderte oder sogar Tausende von Nutzergruppen bedienen, die ihrerseits von der Transparenz profitieren.

Ein weiterer Punkt spricht für ein Cloud-basiertes Netzwerk-Management: das Plus an Sicherheit. So konstatierte eine IDC-Studie vor Kurzem, dass das „Dauerthema Sicherheit“ aus Sicht der Befragten gleichzeitig der größte Treiber für Netzwerkmodernisierung sei. Die Komplexität und die schiere Menge an Daten und Geräten sei mit manuellen Ansätzen nur noch schwer beherrschbar. Gleichzeitig stelle das manuelle Vorgehen wiederum ein Sicherheitsrisiko dar. Diese Risiken lassen sich durch die zentralisierte Verwaltung des Netzes aus der Cloud naturgemäß deutlich mindern – aber nicht nur das: Um Informationssysteme, Datenschutz, Management und Konformität auf höchstem Niveau zu gewährleisten, sorgen seriöse Anbieter dafür, dass ihre Netzwerk-Management-Lösungen zertifiziert sind, beispielsweise nach ISO/IEC 27001. Selbstverständlich sein sollten darüber hinaus Maßnahmen und Kontrollen zum Schutz von Rechenzentren und der darin befindlichen Kundendaten, darunter Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Prozesse, umfassende Kontrollen und Anlagenüberwachung. Dazu gehören auch technische Maßnahmen zum Schutz Cloud-basierter Anwendungen wie Firewalls, kontinuierliche Bedrohungsüberwachung, DDoS-Prävention, tägliche Backups, Penetrationstests und DevOps-Aktivitätsprüfungen.

Ein weiterer Risikofaktor bei tradiertem Netzwerk-Management ist die manuelle Konfiguration an lokalen Standorten. Diese ist nicht allein arbeitsintensiv, kostspielig und zeitaufwendig, sondern auch fehleranfällig. Qualifizierte, automatisierte Lösungen aus der Cloud machen lokale Konfiguration hingegen überflüssig. Mit Zero-Touch Provisioning können Administratoren Netzwerkgeräte an jedem beliebigen Ort auf der Welt bereitstellen. Wenn sie einen Access Point anschließen, erkennt dieser das Cloud-Konto und lädt dann automatisch die erforderliche Firmware und die spezifische Gerätekonfiguration herunter. Nach wenigen Minuten überträgt der Access Point eine SSID, um Beschäftigten und Geräten den Funkzugriff zu gewähren.

Sicherheit im Netzwerk-Management bedeutet auch Ausfallsicherheit. Einige Cloud-Anbieter streben eine extrem hohe Verfügbarkeit von 99,99999 Prozent an, verpflichten sich in ihren SLAs jedoch nur zu 99,9 Prozent. Durch umfassende Redundanzen und Backup-Maßnahmen können Anbieter heute jedoch eine kontinuierliche Verfügbarkeit der Netzwerkservices bei Ausfällen und Katastrophen sicherstellen, die über die 99,9 Prozent hinausgeht.

Durch Aufwärts- und Abwärtskompatibilität sind leistungsstarke Systeme in der Lage, diese hohen Verfügbarkeitsanforderungen zu erfüllen. Jede Codezeile in der Anwendung, die mit einer Datenbank interagiert, sollte deshalb potenzielle Änderungen des Datenbankschemas vorhersehen und somit eine reibungslose Verarbeitung ermöglichen. Die beteiligten Datenbanken müssen ebenfalls abwärtskompatibel sein, damit veraltete Anwendungen während des Upgrade-Prozesses weiterhin funktionieren. Dieses Zusammenspiel von Code, Verarbeitung in Abhängigkeit von Bedingungen und Betriebsprozessen schafft eine Umgebung, die Updates ohne Ausfallzeiten ermöglicht.

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