Blue Coat Systems: Fünf Ursachen für hohen Datenverkehr und drei Tipps, um diesen zu verringern

Wie private mobile Endgeräte Unternehmensnetze lahm legen

22. November 2012, 10:23 Uhr   |  LANline/sis

Laut der aktuellen ""Global Mobility Study"" von IDG greifen 71 Prozent aller Mitarbeiter mit ihren privaten Smartphones auf das Netzwerk ihrer Firma zu. Dies belastet jedoch das firmeneigene WLAN und WAN im Schnitt mit 4 bis 200 GByte an zusätzlichem Datenverkehr pro Monat. Blue Coat Systems zeigt daher die Top 5 der BYOD-Datenverursacher (""Bring Your Own Device"") auf und gibt Tipps, um diese wieder in den Griff zu bekommen.

Mehr zum Thema:

BYOD kommt unausweichlich

Mobileiron erweitert MDM-Lösung um Mobile-Application-Management

BYOD zwischen Nutzen, Risiko und Compliance

Es geht nicht nur um BYOD

Um die tatsächlichen Auswirkungen der privaten Smartphone- und Tablet-Nutzung auf ein Firmennetzwerk zu quantifizieren, hat Blue Coat über einen Zeitraum von zwei Wochen den mobilen Datenverkehr eines Mitarbeiters gemessen. Sein privates Iphone und Ipad verursachten zusammen innerhalb des Testzeitraums 39,6 GByte an Datenverkehr im Firmen-WLAN und -WAN. Auslöser dafür sind die fünf „Bandbreitenfresser“, die private mobile Endgeräte mit in das Firmennetzwerk bringen.

So ziehen Updates und Upgrades des Betriebssystems viele Daten, da Apple für die meisten seiner Geräte in regelmäßigen Abständen neue Versionen veröffentlicht. Ähnlich verhält es sich bei Android. Um die Mobilfunkrechnung der Anwender nicht in astronomische Höhen zu treiben, verlangen die Hersteller von Smartphones und Tablets, dass die Geräte für größere Updates des Betriebssystems entweder mit einem WLAN oder mit einem Computer verbunden sind. Für Unternehmensnetze bedeutet dies jedoch, dass sie das Datenaufkommen für die Updates transportieren müssen, wenn Mitarbeiter diese in der Firma durchführen.

Eine zweite Belastung für die Bandbreite ist das Herunterladen von Apps. In den beiden großen App-Stores von Apple und Google gibt es mittlerweile über 1,2 Millionen Anwendungen. Im Durchschnitt lädt ein Nutzer mehr als 40 Applikationen herunter. Da die Programme bis zu viele hundert MByte groß sein können, und deren Updates teils genauso groß sind wie der erste Download, laden sich einzelne Anwender über ein Jahr verteilt mehrere GByte herunter.

Als Drittes nennt Blue Coat die Uploads und Downloads von Fotos oder Videos. Viele Smartphones und Tablets verfügen über hochauflösende Kamerasensoren, deren Aufnahmen zwischen 1 bis 3 MByte pro Foto und bis zu 230 MByte pro Videominute belegen. Diese lassen sich einfach vom Mobilgerät in Online-Dienste hochladen. Jeder Upload verursacht jedoch entsprechenden Datenverkehr. Da sich die Aufnahmen gleichfalls von den Kollegen im selben Büro herunterladen lassen, kann dies die Bandbreite im schlimmsten Fall doppelt belasten.

Die Cloud-Angebote von Apple und Google stellen ihren Anwendern bis zu 5 GByte Speicher in der Cloud zur Verfügung. Aktiviert ein Anwender das Cloud-Backup auf seinem Smartphone, sichert das Gerät regelmäßig seine Inhalte (Fotos, E-Mails, Musik oder Videos) auf dem Datenspeicher im Netz. Der lokale Flash-Speicher der Telefone ist heute meist zwischen 8 und 64 GByte groß. Dementsprechend belastet eine Komplettsicherung die Internet-Verbindung. Im Gegensatz zu Server-Sicherungen finden die Backups nicht in der Nacht statt, wenn der Datenverkehr im Firmennetz abnimmt, sondern während der normalen Arbeitszeit.

Als Fünftes nennt der Anbieter von WAN-Optimierungslösungen Videos auf Youtube. Mit mehr als einer Billion Videoabrufen im Jahr 2011 und 72 Stunden neuem Videomaterial in jeder Minute ist das Online-Video-Portal das größte seiner Art. Ein durchschnittlicher Stream mit einer Auflösung von 640 x 360 Punkten benötigt rund 500 kBit/s an Bandbreite. Ein einziger Mitarbeiter an einem entfernten Standort kann mit dem Abruf eines solchen Films bereits 25 Prozent der Bandbreite einer 2-MBit/s-Leitung belegen. Schaut er auf diese Weise einen ganzen Spielfilm, bleibt diese Belastung über mehrere Stunden.

Dürfen Mitarbeiter mit ihren privaten Endgeräten auch in der Firma ins Internet, dann weiß die IT-Abteilung meist nicht, wie viele private Mobilgeräte sich in ihrem Netzwerk tummeln, welche Anwendungen sie nutzen und wie viel Bandbreite diese aktuell und im Durchschnitt verbrauchen. Zudem können nur wenige Unternehmen den privaten Datenaustausch beschränken. Blue Coat gibt Unternehmen daher drei Tipps, um die Auswirkungen der Nutzung im eigenen Netz in den Griff zu bekommen:

Als Erstes müssen die Verantwortlichen sehen können, welche Geräte mit welchen Anwendungen wie viel Verkehr verursachen. Dabei hilft beispielsweise der Einsatz eines Packetshapers des Anbieters, der mit einem neuen Plug-in neben Itunes-Verkehr auch Icloud-Traffic sehen und kontrollieren kann.

Zweitens lässt sich der private Up- und Downstream mobiler Endgeräte durch QoS-Richtlinien (Qualitiy of Service) auf ein niedriges Maß begrenzen. So erhalten Unternehmensanwendungen immer Vorfahrt im WAN. Benötigen solche Programme die Bandbreite gerade nicht, steht diese anderem Verkehr zu Verfügung.

Im Punkt drei zeigt der Anbieter, dass die Optimierung von Übertragungsprotokollen sowie das Caching von Downloads mit seiner Coat-Proxysg-Appliance die Netzwerkbelastung durch mobile Geräte reduzieren kann. So belasten beispielsweise mehrfach abgerufene Videos die Internet-Verbindung nur einmal und auch Updates von Betriebssystemen und Anwendungen müssen nur ein einziges Mal durch das WAN wandern.

Weitere Informationen gibt es unter www.bluecoat.de/solutions/businessneeds/application_performance.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

CLM-Lösung verwaltet auch mobile Endgeräte

Verwandte Artikel

BYOD

Mobile Device Management