Hybrid Cloud

Wolken verbinden

20. Februar 2013, 07:00 Uhr   |  Peter Knapp, Geschäftsführer bei Interxion Deutschland (wg)

Wolken verbinden

Cloud Computing ist mittlerweile in der Wirtschaft etabliert, es kristallisieren sich zunehmend neue Anwendungsbereiche heraus. Neben der Private und der Public Cloud tritt die Hybrid Cloud dabei immer stärker in den Fokus von Unternehmen. Die Hybrid Cloud bringt eine deutliche Erweiterung der Möglichkeiten und Anwendungsbereiche, die die Zukunft mitbestimmen werden.In den nächsten Jahren werden IT-Abteilungen die Vorteile von privaten und öffentlichen Cloud-Umgebungen vermischen und somit verstärkt auf Hybrid Clouds setzen. Dies macht so genannte Cloud-Silos überflüssig, mit denen Unternehmen bestimmte Anwendungsbereiche ausschließlich in die Public Cloud verschieben. So ergibt sich eine Hybrid Cloud aus Kernanwendungen, die in einer Private Cloud angesiedelt sind, sowie aus Anwendungen und Funktionen aus der Public Cloud. Damit können Unternehmen Nutzen aus beiden Cloud-Modellen ziehen: aus der Datensicherheit der Private Cloud und der Skalierbarkeit der Public Cloud. Aus dieser Vermischung resultieren jedoch auch einige Stolperfallen, die es zu beachten gilt.   Warum Hybrid Cloud? Unternehmen sehen sowohl die Vorteile als auch die Nachteile von Cloud Computing. Die Sorge gilt dabei dem Faktor Sicherheit, einem Mangel an Integrationsfähigkeit mit Management-Tools sowie der Klärung von Datenzugriffen und Compliance-Fragen. Viele Cloud-Computing-Anbieter haben die genannten Probleme bereits erkannt und arbeiten an Lösungsansätzen. Sie nutzen dazu beispielsweise Werkzeuge, die Sicherheit, Systeme und Daten verwalten, als ob diese Teil einer Private Cloud wären, obwohl sie in der Public Cloud angesiedelt sind. Dieser Lösungsansatz stellt zudem sicher, dass alle Daten oder Anwendungen, die in der Public Cloud liegen, kongruent bleiben. Die größte Herausforderung für alle Unternehmen liegt somit in der Integration der Private Cloud in die ausgewählte Public Cloud. Dies erfordert eine gut geplante Vorbereitung, damit die Unternehmen den besten Nutzen aus der Hybrid Cloud ziehen können. Hybrid Clouds erhöhen die Komplexität des Systems, da die Steuerung der Datenverarbeitung insgesamt komplexer wird. Daraus ergeben sich Fragen, wie mit APIs (Application Programming Interfaces) und Management-Frameworks umzugehen ist. Die APIs bezeichnen die Schnittstellen für Anwendungsprogrammierungen, die Softwaresysteme zur Anbindung an andere Programme zur Verfügung stellen. Kunden bevorzugen vertraute und vorhandene Technologien, Tools und Benutzeroberflächen, die Hybrid-Cloud-Szenarien nahtlos und sicher handhaben können. Im Laufe der letzten Jahre haben alle führenden Management-Tool-Anbieter ihre Werkzeuge angepasst, um die Cloud als eine zusätzliche Deployment-Plattform abbilden zu können. Die Management-Anwendungen zeigen der Cloud dabei alle bereitgestellten On-Premise-Ressourcen und sorgen für die Transparenz über Betriebsteams hinweg. So erhält ein Unternehmen die passenden Werkzeuge und das notwendige Wissen für deren Einsatz. Das Rechenzentrum bildet das Rückgrat des Cloud Computings durch die Verfügbarkeit einer Vielzahl von Carriern, Internet-Service-Providern, Content Distribution Networks sowie Internetknoten. Dadurch erhält der Benutzer eine Vielzahl von Optionen beim Datenaustausch und kann darauf bauen, dass seine Applikationen mit geringer Latenz bereitgestellt werden. Cloud-Service-Provider wiederum profitieren von Business-Ökosystemen, in denen Daten direkt im Rechenzentrum zwischen den Anbietern unterschiedlicher Wertschöpfungsstufen ausgetauscht werden können. Durch die Dezentralisierung der IT ist vor allem die Güte des Datenumschlagplatzes Rechenzentrum ein erfolgskritisches Element für das Cloud-Modell.   Nutzen der Hybrid Cloud Richtig konfiguriert bietet eine Hybrid Cloud viele Vorteile: die Fähigkeit, eine Anwendung fast unbegrenzt zu skalieren, die Möglichkeit, die spezifischen Arten des Cloud Computings unzusetzen, die Verarbeitung großer Datenmengen oder auch die Durchführung von Anwendungstests. Damit ermöglicht dieses Cloud-Modell wesentlich mehr Flexibilität als beispielsweise die Private Cloud. Der wichtigste Nutzen von Hybrid Clouds liegt in der Kostensenkung und einem besseren Finanz-Management der IT, das sich besonders durch die Flexibilität, die durch die Hybridisierung erzeugt wird, auszeichnet. Der Vorteil entsteht dabei zum einen durch reduzierte Investitionen in neue Hardware und Software sowie den Wegfall von Betriebskosten für eigene Rechenzentren, Stromversorgung und Kühlung, zum anderen durch eine optimale Auslastung der Ressourcen, was die IT-Betriebskosten senkt. Hinzu kommt die richtige Skalierung, um höhere Kosteneffizienz zu erzielen und einen schnelleren Zugang zu neuen Anwendungen beispielsweise durch SaaS (Software as a Service) zu ermöglichen und neue Lösungen schneller ein- und umzusetzen. All diese Vorteile bietet das Cloud Computing insgesamt, aber für die Hybrid Cloud gilt zusätzlich die Vereinigung der Datensicherheit einer Private Cloud mit der Skalierbarkeit der Public Cloud. Wirtschaftlich gesehen benötigt die Etablierung einer Cloud-Infrastruktur Investitionen in Betriebsmittel wie Hardware, Software, Dienstleistungen, Anwendungen, Lizenzen, Prozesse und Netzwerk. Dies umfasst alle benötigten Planungs-und Investitionssicherheiten. Dabei spielt die Zeit eine entscheidende Rolle, weil sie für die umsichtige Planung wichtig ist und weil der Zeitfaktor die Suche einer perfekten Lösung beeinträchtigen kann. Um eine perfekte Lösung zu finden, dauert es oft zu lange, aber umgekehrt kostet eine falsche Lösung eine beträchtliche Summe, da diese zu korrigieren ist. Der Zeitfaktor spielt im umgekehrten Sinne auch eine wichtige Rolle bei der Connectivity, da es lange dauert, eine nahtlose und zuverlässige Integration von Anwendung und Services in private und öffentliche Clouds zu garantieren. Die Bereitstellung von Cloud-Services erfordert zudem einen Service-orientierten Architekturansatz. Bei heterogenen Systemen bietet eine Plattform die Möglichkeit zur Orchestrierung und zum Monitoring. Beides ist für die interne und externe Cloud-Umgebung unerlässlich. Mit dieser Zukunftsperspektive werden aus IT-Führungskräften Vermittler. Die Herausforderung besteht also darin, das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Cloud-basierten Diensten, der internen IT und Service-Anfragen mit der am besten geeigneten Dienstleistung zu verbinden.   Chancen für Systemintegratoren Die Cloud bietet Systemintegratoren die Chance, von der Service-getriebenen Infrastruktur auf ihre eigene zu wechseln und somit die Attraktivität für den Kunden zu steigern. Da die Kunden den Weg von Investitions- zu Betriebskosten über ihre IT-Budgets suchen, können SIs Cloud-Umgebungen nutzen, um ihre Beziehungen mit bestehenden Kunden zu verbessern und neue Märkte zu erschließen. Denn die nachhaltige Transformation von Geschäftsmodellen erfordert einen kühnen Ansatz. Unternehmen wie Apple, Amazon und Netflix wandeln ihre Geschäftsmodelle seit einem Jahrzehnt regelmäßig. Seitdem passen sich Plattenläden, Buchhandlungen und Videotheken, die den Trend erkannt haben, konstant an. Cloud Computing gibt den SIs die gleiche Gelegenheit, ihr Geschäftsmodell zu verändern und ihr Geschäft anzupassen. Während andere ihre IT-Infrastruktur ausbauen, können Sls ihr Potenzial durch die vorhandenen Erfahrungen aus der Integration unterschiedlicher Systeme ausschöpfen und damit ein anpassungsfähiges Cloud-Modell liefern, mit dem Unternehmen in der Cloud wachsen können. Insbesondere mit Hybrid-Cloud-Modellen hält man sich trotz begrenzter Investitionen alle Wachstumsmöglichkeiten offen.

Private, Public und Hybrid Clouds eignen sich je nach Zielsetzung unterschiedlich gut. Bild: Rackspace.
LANline.

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