G Data warnt vor Spam-Kampagne

Angebliche Corona-Arbeitsschutzregeln enthalten Schadsoftware

21. September 2020, 12:00 Uhr   |  Anna Molder

Angebliche Corona-Arbeitsschutzregeln enthalten Schadsoftware

Das Cyber-Defense-Unternehmens G Data informiert nachfolgenden über eine Mail, die angeblich vom Bundesgesundheitsministerium stammt, jedoch einen Downloader für eine Schadsoftware enthält. Der Dateianhang mit dem Namen „Bund-Arbeitsschutzregel-Corona-September.zip“ enthält vorgeblich ein Dokument mit aktualisierten und ab sofort verbindlichen Regeln für den Infektionsschutz am Arbeitsplatz. Der Text der Mail lässt den Schluss zu, dass in erster Linie Unternehmen zur Zielgruppe gehören. Aus diesem Grund ist momentan für Unternehmen besondere Vorsicht geboten, wenn vermeintliche Mails von Behörden im Postfach landen.

Der Text der Mail weist auf ein Treffen zwischen den Gesundheitsministern der EU hin, bei dem diese die aktualisierten Vorschriften überarbeitet haben sollen. Dass es solch ein Treffen gegeben hat, mag vielleicht sogar stimmen – allerdings versenden Ministerien solche Informationen in der Regel nicht per Mail, sondern veröffentlichen diese auf einem eigenen Portal. Es findet kein proaktiver Versand per Mail statt.

Des Weiteren nimmt der E-Mail-Text Bezug auf ein Treffen, das „heute“ stattgefunden habe. Es befinden sich auch einige Zeichenfehler in der Mail, vor allem den Buchstaben U, W, C und D sowie bei Umlauten. Die Mail enthält auch eine falsche Absendeadresse, die auf "bundesministerium-gesundheit.com" verweist - diese Domain gehört jedoch nicht zum Gesundheitsministerium. Die im E-Mail-Text erwähnte Adresse "poststelle@bmg.bund.de" ist jedoch tatsächlich korrekt.

Um sich vor einer Schadsoftwareinfektion aus einer solchen Mail zu schützen, sollten Unternehmen und Privatpersonen alle Informationen rund um die COVID19-Pandemie und entsprechende Schutzmaßnahmen ausschließlich aus offiziellen Quellen beziehen. Alle aktuellen Informationen rund um Corona sind auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit (BmG) gesammelt.
Eine weitere Mail mit identischer Schadfunktion ist übrigens derzeit in Form eines gefälschten Bewerbungsschreibens unterwegs. Einer der verwendeten Namen für die vermeintliche Bewerbung lautet "Claudia Alick".

Das Kriminelle die Pandemie als Hebel für ihre Aktivitäten nutzen ist nicht neu: bereits zu Beginn der Pandemie haben Betrüger dafür gesorgt, dass die Auszahlung von Finanzhilfen für gefährdete Unternehmen kurzzeitig ausgesetzt wurde.
Nach bisherigen Erkenntnissen enthält der E-Mail-Anhang einen JScript-Loader namens "Buer" - dieser wiederum lädt aus dem Internet eine weitere Schadsoftware nach. Bei dieser handelt es sich um NuclearBot - ein Banking-Trojaner, der es unter anderem auf die Passwörter von Bankkonten abgesehen hat.

Weitere Informationen stehen unter www.gdata.de zur Verfügung.

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