Analyse- und Sicherheitssoftware für den Mittelstand zur Vernetzung von Produktion und Logistik

Fraunhofer IPT stellt KMUsecure vor

28. September 2020, 08:30 Uhr   |  Jörg Schröper

Fraunhofer IPT stellt KMUsecure vor

Kleine und mittlere Unternehmen sind auf möglichst nahtlose Fertigungs- und Zulieferabläufe angewiesen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Eine interne Vernetzung der eigenen Fertigungsanlagen und IT-Systeme wie auch ein Datenaustausch mit Partnerunternehmen können die gemeinsame Produktions- und Logistikkette flexibler und effizienter gestalten. Für den Erfolg und die Akzeptanz einer Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette spielt die IT-Sicherheit eine Schlüsselrolle. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT entwickelt mit seinen Projektpartnern eine Software, die produzierende Unternehmen bei der gesicherten Vernetzung ihrer Datensysteme entscheidend unterstützen kann.

Die möglichen Effizienzgewinne interner und externer Datenvernetzung sind erheblich. Dennoch werden Initiativen zur Vernetzung gerade in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kaum umgesetzt. Häufig fehlt den Unternehmen die Kenntnis über erforderliche Sicherheitsmaßnahmen. Durch die Datenvernetzung bislang geschlossener Systeme entstehen mehr Angriffsflächen für Cyberangriffe. Schwachstellen im IT-System einzelner Unternehmen können sich auch auf die vernetzten Partnerunternehmen auswirken.

Die Software KMUsecure, die das Fraunhofer IPT mit seinen Projektpartnern entwickelt, soll produzierenden KMU helfen, ihre sicherheitskritischen sowie effizienzversprechenden Daten und Systemschnittstellen zu identifizieren. Zum einen sind dafür bedarfsorientierte IT-Sicherheitskonzepte erforderlich, die die Datensicherheit und -souveränität gewährleisten, zum anderen eine qualifizierte Systemanalyse, die das Optimierungspotenzial der unternehmensinternen, aber auch der gemeinsamen Vernetzung lokalisiert.

Dazu erfasst die Software die installierten Produktions-IT-Systeme wie das ERP, MES und CAQ sowie alle an das Netzwerk angeschlossenen Maschinen und Geräte des Unternehmens. Auf der Grundlage einer umfassenden Daten- und Netzwerkanalyse leitet die Software ein bedarfsorientiertes IT-Sicherheitskonzept ab, das dem Unternehmen das maximale Kosten-Nutzen-Verhältnis zwischen der Investition in IT-Sicherheit und den Mehrwerten der Vernetzung aufzeigt.

KMUsecure überwacht demnach kontinuierlich den Datenfluss und die Schnittstellen des eigenen und gemeinsamen Netzwerks. In einer Datenklassifizierung ordnet die Software über eine Cloud-Plattform den Daten entsprechende Sicherheitsattribute zu und kann Schwachstellen im Netzwerk ableiten. Über einen Industrie-4.0-fähigen Daten-Switch, die vom Fraunhofer IPT entwickelte vBox, lasse sich die Daten sichern und rechtsverträglich in die KMUsecure-Cloud übertragen. Mit Hilfe der Rechenleistung der Cloud quantifiziert die Software anhand der Daten das Wertschöpfungspotenzial durch die Öffnung und Vernetzung der Systemschnittstellen. KMUsecure unterstützt produzierende KMU darin, ihre kritischen Netzwerkschnittstellen zielgerichtet zu sichern und effizienzsteigernde Vernetzungsmöglichkeiten zu nutzen, so das Ziel.

Projektpartner sind Allgeier IT Solutions (Projektkoordinator) aus Dortmund, das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen, MAKA Systems aus Nersingen, W. Doose Werkzeug-Vorrichtungsbau aus Henstedt-Ulzburg sowie DQS Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Management-Systemen in Frankfurt am Main. Das Projekt „Effiziente und bedarfsorientierte Erstellung von IT-Sicherheitskonzepten für produzierende KMU (ESPRI)“ erhält Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in einem Forschungsrahmenprogramm der Bundesregierung zur IT-Sicherheit.

Weitere Informationen stehen unter www.ipt.fraunhofer.de zur Verfügung.

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