RSA Fraud Report Q3 2019

Mehr Betrug via Social Media

23. Januar 2020, 12:41 Uhr   |  Von Dr. Wilhelm Greiner.

Mehr Betrug via Social Media

Der Security-Anbieter RSA hat seinen aktuellen Fraud Report für das dritte Quartal 2019 veröffentlicht. Laut dem Bericht erfolgen Betrug und Markenmissbrauch mittlerweile in 17 Prozent der beobachteten Betrugsfälle per Social Media. Das seien 75 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, Tendenz steigend. Phishing machte 43 Prozent aller von der RSA im dritten Quartal 2019 beobachteten Betrugsangriffe aus. Auf Platz zwei folgen Mobilgeräte-Apps mit 31 Prozent, Online-Markenmissbrauch mit 17 Prozent und Trojaner mit neun Prozent. Im dritten Quartal habe man über 16.900 missbräuchliche Mobilegeräte-Apps identifiziert, so die Dell-Tochter.

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Phishing ist laut RSAs Fraud Report nach wie vor das beliebtste Mittel für Online-Betrug. Bild: RSA

Insgesamt sei das Phishing-Volumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 57 Prozent gestiegen. Kanada bleibe mit erstaunlichen 51 Prozent das Hauptzielland, dort sei das Aufkommen an Phishing-Versuchen gegenüber dem zweiten Quartal um 45 Prozent gestiegen. Auf Platz zwei und drei folgen Spanien (neun Prozent) und die Niederlande (acht Prozent) vor den USA, Indien und den Philippinen.

Phishing-Versuche starten laut dem Report vor allem in den USA, Malaysia, Russland, Indien und Frankreich. Deutschland rangiere nach Kanada auf Platz 7 der wichtigsten Phishing-Hosting-Länder. "Insgesamt zeigen diese Daten, wie Betrüger ihre Infrastruktur auf globaler Ebene hosten und wie sich diese ständig verändert. Deutschland ist jedoch in den letzten zwei Jahren konstant in den Top-Ländern vertreten", so Daniel Cohen, Head of Anti-Fraud Products bei RSA gegenüber LANline.

Des Weiteren hat RSA im dritten Quartal des vergangenen Jahres laut eigenen Angaben über 5,1 Millionen kompromittierte Kreditkarten aufgedeckt, 24 Prozent weniger als im Vorquartal. Insgesamt seien es seit Anfang 2019 über 26 Millionen Karten gewesen. Über 90 Prozent der kompromittierten Zahlungen lassen sich laut dem Security-Anbieter Banken und Verbrauchern aus nur 15 Länder zuschreiben, darunter auch Deutschland: Von den Zahlungsmitteln, die auf dem Schwarzmarkt im Angebot sind, stammen laut dem Report 41 Prozent aus den USA, 17 Prozent aus Indien und elf Prozent aus Spanien. Deutschland liege mit rund einem Prozent auf Rang 12.

Das vergleichsweise geringe Aufkommen gestohlener Kreditkartendaten aus Deutschland erklärt RSA-Mann Cohen wie folgt: "Einer der Hauptgründe dafür ist, dass deutsche Fraud-Foren eher zurückhaltend sind und auf regionaler Ebene operieren, da der Kauf und Handel mit gestohlenen Waren wie Kreditkarten in der Landessprache erfolgt." Daher sei der Markt begrenzt. Eine ähnliche Entwicklung stelle RSA auch in anderen Ländern wie zum Beispiel Brasilien fest.

Weitere Informationen finden sich unter www.rsa.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.

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