Tödliche Cyberattacken nicht ausgeschlossen

Report von Mimecast verdeutlicht Gefahrenlage durch Ransomware

 Wie akut die aktuelle Bedrohungslage ist, zeigen die Umfrageergebnisse des Reports.
© Mimecast

Im vergangenen Jahr sahen sich 71 Prozent der deutschen Unternehmen Attacken durch Ransomware ausgesetzt. Laut des „State of the Ransomware Readiness Reports“ von Mimecast geben jedoch 79 Prozent der befragten deutschen Unternehmen an, sehr gut gegenüber Ransomware-Attacken gerüstet zu sein.

Dass Ransomware nicht nur Daten-, Reputations- und Umsatzverluste mit sich bringen kann, sondern eine Gefahr für Leib und Leben darstellt, ist spätestens seit der Attacke auf das Universitätsklinikum Düsseldorf bekannt. Im September 2020 starb ein Patient in Folge eines Erpresserangriffs, bei dem über 30 Server des Klinikums von Cyberkriminellen verschlüsselt wurden. In diesem Fall könne man von einer sogenannten Killware-Attacke sprechen, so Mimecast. Begünstigt werde diese Art von Cyberattacken durch die stark steigende Zahl von IoT-Devices (Internet of Things) in Unternehmens- sowie Produktionsnetzwerken und der damit einhergehenden Vernetzung zwischen physischen und virtuellen Elementen. Für Unternehmen gelte es deshalb, sich umfassend zu schützen.

Wie akut die aktuelle Bedrohungslage ist, zeigen die Umfrageergebnisse: 54 Prozent der deutschen, von Ransomware betroffenen Unternehmen geben an, dass ihre Daten im Zuge eines Ransomware-Angriffs verschlüsselt wurden. 46 Prozent berichten von Sperrungen grundlegender Computersysteme. Um die Gewalt über die eigenen Daten und Computersysteme zurückzuerlangen, fordern Cyberkriminelle oft horrende Summen. Die durchschnittliche Lösegeldzahlung in Deutschland lag im vergangen Jahr bei 171.203 Euro. Besonders alarmierend seien diese Zahlen, da 31 Prozent der Befragten angeben, dass sie im Falle einer Ransomware-Attacke mit Ausfallzeiten von zwei bis fünf Tagen rechnen.

19 Prozent gehen demnach sogar davon aus, dass es bis zu zwei Wochen dauern könnte, bis das Unternehmen zum normalen Betrieb zurückkehren würde. Im Ernstfall könnten diese Ausfallzeiten unternehmensbedrohende – in der Gesundheitsbranche sogar tödliche – Folgen mit sich ziehen.

Einige deutsche Unternehmen scheinen sich jedoch in falscher Sicherheit zu wiegen, wenn es darum geht, das eigene Gefahrenpotential einzuordnen: 79 Prozent der befragten Cybersicherheitsexperten geben an, sich sehr gut vorbereitet gegenüber Ransomware-Attacken zu fühlen. Dennoch waren 71 Prozent der deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr Opfer eines Ransomware-Angriffs, der sich negativ auf den Geschäftsbetrieb auswirkte und teilweise lange Ausfallzeiten mit sich zog. Mit durchschnittlich vier Ransomware-Angriffen pro Tag seien Unternehmen weltweit in den letzten zwei Jahren konfrontiert.

Außerdem geben gerade einmal 19 Prozent an, dass sie sich gerüstet fühlen, da sie noch nie einen erfolgreichen Ransomware-Angriff erlebt hätten. Zudem sind 58 Prozent der Teilnehmenden der Meinung, dass sie über genug Expertise verfügen würden, um Ransomware-Angriffe erfolgreich abzuwehren. Weitere 58 Prozent geben an, über ausreichend IT- und Sicherheitspersonal zu verfügen, um sie zu verhindern. 56 Prozent berichten außerdem, dass ihnen ein umfangreiches Budget zur Vorsorge gegen Ransomware zur Verfügung steht.

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