Sicherheit am mobilen Arbeitsplatz

Risikoquelle Heimarbeit

29. Juni 2020, 07:00 Uhr   |  Sven-Ove Wähling/wg

Risikoquelle Heimarbeit
© Bild: Netzlink Informationstechnik

Endanwender nutzen heute an ihren Heimarbeitsplätzen längst nicht nur unternehmenseigene Hardware und Software – dadurch steigt das Risiko.

Mit der wachsenden Zahl an Zugriffspunkten durch Heimarbeitsplätze wachsen die Sicherheitsrisiken in den Unternehmensnetzwerken. Auch die Vermischung von privaten und betrieblichen Infrastrukturkomponenten untergräbt in vielen Betrieben die Sicherheitsrichtlinien. Es gilt, die Basis für einen reibungslosen Heimarbeitsbetrieb zu schaffen und gleichzeitig einen sicheren und zuverlässigen Datenaustausch bei Störungen des betrieblichen Ablaufs zu gewährleisten.

Die Arbeit im Home-Office steht derzeit hoch im Kurs bei vielen Unternehmen in Deutschland. Wer es im Rahmen seines Tagesgeschäfts kann, hat weniger Einschränkungen zu befürchten – so lautet oft die Devise. Da der Begriff „Home-Office“ momentan recht inflationär Verwendung findet, muss man hier allerdings klar unterscheiden, denn nur die wenigsten Arbeitnehmer verfügen tatsächlich über ein klassisches Home-Office: nämlich einen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden oder an einem externen Standort, der nicht nur mit der benötigten Software und Hardware vom Arbeitgeber ausgestattet ist, sondern auch über DSGVO-konforme Zugangsbeschränkungen verfügt, zum Beispiel einen abschließbaren Raum mit ausschließlicher Nutzung von Komponenten des Arbeitgebers etc. Das, worauf viele Arbeitnehmer im Zuge der Corona-Krise zurückgegriffen haben, ist eher als mobiles Arbeiten zu verstehen, was viele neue Herausforderungen mit sich bringt. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn Unternehmen Lösungen schnell und nicht mit der erforderlichen Sorgfalt einführen, nur um den Betrieb aufrechtzuerhalten, auch wenn dies zu Lasten der Sicherheit und des Datenschutzes geht.

Welche Auswirkungen der Übergang zur modernen Heimarbeit für die Betriebsabläufe in deutschen Unternehmen mit sich bringt, hängt entscheidend vom Geschäftsmodell, den individuellen Anforderungsprofilen der Mitarbeiter und nicht zuletzt von der betrieblichen IT-Infrastruktur ab. Welche Ansprüche bestehen zum Beispiel an die Kommunikation und den Datenaustausch? Während für den einen Mitarbeiter etwa ein einfaches Dokumenten-Sharing ausreicht, benötigt ein anderer einen Remote-Arbeitsplatz, um an einem komplexen 3D-Modell zu arbeiten.

Viele Betriebe mussten zudem sehr kurzfristig mehr Arbeitnehmer in die Heimarbeit schicken, als betriebliche Mobilgeräte zur Verfügung standen. Über die letzten Wochen war vor diesem Hintergrund eine deutliche Zunahme an Anfragen zu verzeichnen, um teils mehrere Hundert Arbeitsplätze kurzfristig remote arbeitsfähig zu machen. Das Prinzip: Der Nutzer greift mit seinem privaten Arbeitsgerät über eine per Hardware authentifizierte Terminal-Session auf eine Virtual-Desktop-Umgebung (Virtual Desktop Infrastructure, VDI) des Unternehmens zu. Die private Betriebs-systemumgebung und die betriebliche Anwendungsoberfläche sind dabei jederzeit physisch vollständig voneinander getrennte Systemwelten. Auf dem privaten Endgerät kann der Anwender keine betrieblichen Daten abspeichern, da es keinen Datenzugriff zwischen privater und betrieblicher Umgebung gibt. Das ist eine einfache und effektive Lösung, um sehr kurzfristig eine Vielzahl von Heimarbeitsplätzen anzubinden und auch unter Wirtschaftlichkeitsaspekten ein ausreichend hohes Schutzniveau zu gewährleisten. Demnach verwundert es nicht, dass VDI etwa mittels VMware Horizon und Collaboration-Anwendungen wie Office365 mit Teams und SharePoint aktuell Wachstumsbereiche darstellen.

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2. Engpässe physischer Kapazitäten

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