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Umfragen von Citrix und Trend Micro

Rolle des Büros wandelt sich, Risiken bleiben

06. Juli 2020, 05:00 Uhr   |  Wilhelm Greiner

Rolle des Büros wandelt sich, Risiken bleiben
© Citrix

Vor dem Hintergrund, dass die Bundesländer nach und nach Kontaktbeschränkungen lockern, stehen Unternehmen vor der Frage, wann und wie sie zum Büroalltag zurückkehren können. Doch eine einfache „Rückkehr“ begrüßen viele Arbeitnehmer gar nicht: In einer aktuellen Citrix-Umfrage unter Büroangestellten gaben 41 Prozent der Befragten an, sie würden gerne mehr von zu Hause aus arbeiten. Fast ebenso viele (39 Prozent) hegen den Wunsch, einfacher und flexibler zwischen Büro und Home-Office wechseln zu können. Eine Erhebung von Trend Micro zeigt allerdings: Das Thema Sicherheit bleibt eine kritische Hürde auf dem Weg zur „Future of Work“.

Im April und Mai befragte OnePoll im Auftrag von Citrix 7.500 Büroarbeitern aus Deutschland, den USA, Großbritannien, Australien, Kanada, Frankreich und den Niederlanden – darunter 1.000 aus deutschen Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern – zu Veränderungen ihres Arbeitsumfelds. Hier gaben die Befragten an, vor der Corona-Krise im Schnitt nur an rund fünf Tagen pro Monat von zu Hause aus gearbeitet zu haben. Nach der Erfahrung der Ausgangsbeschränkungen und der ersten (vielleicht aber längst nicht letzten) Welle der Home-Office-Arbeit hat sich die Rolle des heimischen Arbeitsplatzes aber nun offenbar gewandelt: Laut der Umfrage sehen 64 Prozent der Befragten die Rolle des klassischen Büros künftig vornehmlich als die eines Orts für persönliche Treffen mit Kollegen und Kunden – denn arbeiten kann man ja von zu Hause aus ebenfalls.

Wie sehr die Corona-Krise tatsächlich zu einer neuen Arbeitskultur beitragen wird, darüber sind sich die Befragten aber uneinig: Ein Viertel der Befragten hofft, dass das stärkere Vertrauen, das der abrupte pandemiebedingte Wechsel ins Home-Office erforderte, und die damit verbundene größere Autonomie auch nach der Krise erhalten bleiben. Ein Fünftel erhofft sich, dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter weiterhin im Fokus des Unternehmens bleiben wird. Doch nur rund die Hälfte der Befragten (52 Prozent) erwartet, dass es am Arbeitsplatz mehr Verständnis für die menschliche Komponente geben wird. Dass die Erfahrungen der Coronakrise helfen werden, traditionelle Unternehmenshierarchien aufzuweichen, glaubt ebenfalls nur ungefähr jeder zweite Befragte (53 Prozent).  

Vor einer Rückkehr ins Büro – egal ob von der Belegschaft ersehnt oder nicht – müssen die Arbeitgeber laut Citrix noch einiges an Vorarbeit leisten. So äußerten 58 Prozent der Umfrageteilnehmer aufgrund der Pandemie Bedenken bezüglich Coworking- und Hotdesking-Konzepten. 63 Prozent hingegen erklärten, das Home-Office sei der Arbeit im Büro mittlerweile ebenbürtig – sofern es denn technisch adäquat ausgestattet ist.

Das aber ist offenbar längst nicht immer der Fall: Über ein Drittel (36 Prozent) der Teilnehmer gestanden ein, derzeit auf ihren Arbeitsrechnern Software und Tools zu nutzen, die die IT-Abteilung nicht genehmigt oder gar explizit verboten hat – die Schatten-IT blüht also, und bei einer solchen Frage muss man zudem mit einer gewissen Dunkelziffer rechnen. Schatten-IT-Spitzenwerte findet man in den Bereichen Instant Messaging (53 Prozent) und Videoconferencing (51 Prozent) – also in jenen Segmenten, in denen Privatleute gerne auf Consumer-Lösungen wie WhatsApp, FaceTime oder Google setzen, was das IT-Team natürlich nicht gerne sieht. 

Nutzung von Consumer-Apps und privaten Endgeräten im Unternehmen laut der Citrix-Umfrage.
© Citrix

Nutzung von Consumer-Apps und privaten Endgeräten im Unternehmen laut der Citrix-Umfrage.

Stolperstein IT-Sicherheit

Dass das Thema IT-Sicherheit nach wie vor einen großen Stolperstein für den Wandel hin zu einer mitarbeitergerechteren, moderneren Arbeitswelt darstellt, bestätigt auch eine aktuelle Umfrage von Trend Micro unter 13.200 Remote-Mitarbeitern aus 27 Ländern, darunter 504 aus Deutschland. Zwar gaben hier 69 Prozent der deutschen Befragten (weltweit 72 Prozent) an, sich seit Beginn des Lockdowns bewusster an die IT-Sicherheitsrichtlinien ihres Unternehmens zu halten – zugleich bestätigt aber auch diese Befragung, dass die Schatten-IT fröhliche Urständ’ feiert und auch sonst noch allerlei Sicherheitsrisiken lauern.

So gaben in Deutschland nicht mal drei Viertel (73 Prozent, weltweit hingegen 85 Prozent) der Befragten an, dass sie die Anweisungen ihrer IT-Abteilungen ernst nehmen. Und noch weniger deutsche Befragte (69 Prozent) stimmten der Aussage zu, dass die IT-Sicherheit innerhalb ihres Unternehmens teilweise auch in ihrer eigenen Verantwortung liegt. (Das Rumpeln im Hintergrund sind die Köpfe frustrierter Security-Awareness-Fachleute, deren Köpfe gerade auf die Schreibtischoberfläche knallen.) Und nicht mal jeder zweite deutsche Befragte (49 Prozent) sah ein, dass die Verwendung betriebsfremder Anwendungen auf einem Unternehmensgerät ein Sicherheitsrisiko darstellt. (Erneutes Rumpeln, vereinzeltes Stöhnen.)

Entsprechend weit verbreitet ist die Schatten-IT: 65 Prozent der Befragten in Deutschland gaben zu, arbeitsfremde Anwendungen auf Unternehmensgeräten zu verwenden, und 47 Prozent von ihnen haben schon einmal Unternehmensdaten in solche Programme hochgeladen. 77 Prozent der Befragten hierzulande nutzen ihren Arbeitslaptop zum privaten Surfen. Umgekehrt gaben 45 Prozent an, häufig oder immer von einem persönlichen Gerät aus auf Unternehmensdaten zuzugreifen. Dies, so spekuliert Trend Micro, stelle mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Verstoß gegen die Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens dar.

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