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Security-Prognosen für 2021

Sicherheitsglaskugel

01. Dezember 2020, 07:00 Uhr   |  Wilhelm Greiner

Sicherheitsglaskugel
© Wolfgang Traub

Statt des üblichen galoppierenden Konsumrauschs könnte uns dieses Jahr – dank anhaltender Ermahnungen zur sozialen Distanzierung – tatsächlich mal jene besinnliche Weihnachtszeit bevorstehen, die es sonst nur auf den Grußkarten gibt. Eines aber bleibt auch dieses Jahr gleich: Im Vorfeld des Jahreswechsels geben einschlägige Anbieter ihre Security-Prognosen für das kommende Jahr kund. Das hat doch was Beruhigendes. Der Inhalt der Orakeleien hingegen ist eher beunruhigend.

Werfen wir, bevor wir die Glaskugel aus dem mit Samt ausschlagenen Köfferchen holen, zunächst einen Blick zurück: Dass das noch laufende Jahr von einem Ansturm auf das Home-Office geprägt war, dürfte sich herumgesprochen haben. Cisco hat das Phänomen nun mit konkreten Zahlen unterlegt: per Auswertung der Telemetriedaten seiner Authentifizierungslösung Duo mit monatlich 700 Millionen Authentifizierungen und 26 Millionen Geräten.

Demnach sind seit Beginn der Pandemie die täglichen Authentifizierungen von außerhalb der Büros per VPN oder RDP um 60 Prozent angestiegen, die Nutzung von Remote-Anwendungen habe um 32 Prozent zugelegt. Auch dass man bei der etwas hektischen Völkerrückwanderung an den heimischen Herd beziehungsweise Schreibtisch häufig auf Privatgeräte zurückgriff, belegen die Daten: Die blockierten Zugriffsversuche aufgrund veralteter oder ungeschützter Geräte stiegen laut Cisco im März um 90 Prozent an; im April nahm diese Zahl wieder rapide ab, da dann schon wieder mehr geprüfte Geräte zum Einsatz kamen.

„Die Zunahme der Heimarbeit hat Unternehmen keinen neuen Sicherheitsrisiken ausgesetzt“, kommentiert Kirill Kasavchenko von Netscout. „Stattdessen erweiterte sich das weitestgehend unverteidigte Umfeld für eine Reihe bekannter Bedrohungen, was im Jahr 2021 fortbestehen wird.“ Zu erwarten ist schließlich, dass uns die Pandemie samt Remote-Work-Bedarf nächstes Jahr erhalten bleiben wird. Deshalb wird laut FireEye die Sicherheit von Webcams und Videokonferenzen eine Nische von hoher Priorität bleiben. Zugleich sieht der Spezialist für Angriffsabwehr neue Risiken am Horizont: Angesichts der Krise werden viele Unternehmen laut FireEye je nach Branche verstärkt auf autonome Fahrzeuge und Robotik setzen – und sich damit neue Gefahrenquellen einhandeln.

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