Eset-Umfrage zur Arbeitswelt in Pandemiezeiten

Trend: Flexibel arbeiten – und unsicher

15. September 2020, 12:30 Uhr   |  Wilhelm Greiner

Trend: Flexibel arbeiten – und unsicher
© ESET

Vor einem halben Jahr hat sich für viele Unternehmen die Arbeits- und Geschäftswelt komplett verändert. Fast vier Fünftel der deutschen Unternehmen und Behörden planen Home-Office als dauerhaftes Arbeitsmodell, aber Datenschutz und IT-Sicherheit bleiben oft auf der Strecke, so die Ergebnisse von Umfragen des Security-Anbieters Eset unter 626 Unternehmen und 2.045 Mitarbeitern in Deutschland und der Schweiz.

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie war mobiles Arbeiten zwar in vielen Unternehmen auf der To-Do-Liste, aber kein weit verbreitetes Modell, so Eset. Offenbar hat hier aber nun ein Umdenken stattgefunden: Laut der Umfrage des slowakischen Security-Spezialisten planen 78 Prozent der Unternehmen in Deutschland und sogar 90 Prozent der Firmen in der Schweiz, nach Ende der Corona-Krise das Arbeiten im Home-Office weiter zu ermöglichen. (Hinweis: „Home-Office“ bedingt laut deutscher Rechtsprechung, dass der Arbeitgeber das Equipment stellt und verwaltet; der Begriff wird allerdings heute meist gleichbedeutend mit „Arbeiten von zu Hause aus“ gebraucht, also mit Remote Work oder mobilem Arbeiten gleichgesetzt.) Dass Produktivität nicht zwangsläufig physische Anwesenheit im Büro voraussetzt, was eigentlich inzwischen hinlänglich bekannt sein sollte, verdeutlicht auch diese Umfrage: Bei 57 Prozent der Unternehmen ist trotz der schnellen Umsetzung des mobilen Arbeitens die Produktivität der Belegschaft gleichgeblieben. Zehn Prozent der Betriebe verzeichneten sogar eine Produktivitätszunahme. Die Zukunft scheint somit hybriden und flexiblen Arbeitsplatzmodellen zu gehören, so Eset im Einklang mit zahlreichen Marktbeobachtern. Allerdings gaben auch 31 Prozent der befragten Unternehmen und 28 Prozent der Behörden einen deutlichen Produktivitätsverlust zu Protokoll. Heimarbeitsplätze mangelhaft abgesichertDas Hauptproblem aber ist und bleibt die IT-Sicherheit. Diese sei im Zuge der Corona-Krise bei vielen Unternehmen und im öffentlichen Dienst auf der Strecke geblieben, mahnt Eset. DSGVO-konforme Home-Office-Arbeitsplätze sind eher die Ausnahme als die Regel: Nicht einmal die Hälfte (44 Prozent) der befragten Firmen in Deutschland lassen ihre Mitarbeiter über eine sichere VPN-Verbindung auf Unternehmens-Server zugreifen, im öffentlichen Dienst waren es sogar nur 42 Prozent. In der Schweiz setzen immerhin 50 Prozent der befragten Unternehmen VPN-Lösungen ein.

Ein ähnlich düsteres Bild zeigt sich bei der kritischen Frage der Authenfizierung: 30 Prozent der befragten Organisationen setzten ausschließlich auf Passwörter, um den Zugang zum Netzwerk zu schützen. Lediglich 29 Prozent nutzen 2FA (Zwei-Faktor-Authentifizierung), um das Niveau des Zugriffsschutzes zu erhöhen.

Eset ist ein Security-Anbieter mit Hauptsitz in Bratislava (Slowakei). Laut Hersteller nutzen über 110 Millionen Endanwender die hauseigene Sicherheitssoftware. Für Esets Online-Umfrage befragte YouGov Deutschland im April 2.045 Werktätige. Von April bis Juli 2020 erfolgte die Erhebung und Auswertung einer weiteren YouGov-Umfrage unter 520 deutschen und 106 schweizer Unternehmen, Behörden und Non-Profit-Organisationen. Beide Umfragen führte Eset im Report „Quo Vadis, Unternehmen?“ zusammen, mit Registrierung erhältlich unter https://datasecurityguide.eset.com/de/studie-wirtschaft-2020-arbeitswelt-im-wandel-der-corona-pandemie.

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