Schwierigkeiten bei der Bewertung des Cyberrisikos

Trend-Micro: Systemkomplexität als erschwerender Faktor

28. Juli 2022, 8:00 Uhr | Anna Molder
LANline-Cartoon Cybercrime
© Wolfgang Traub

Eine Umfrage von Trend Micro ergab, dass 54 Prozent der befragten Unternehmen weltweit mit dem Reifegrad ihrer Bewertungsfähigkeiten für Cyberrisiken unzufrieden sind. Damit geht eine erhöhte Gefahr einher, Opfer von Ransomware, Phishing und anderen Bedrohungen zu werden. Die 6.297 befragten IT- und Business-Entscheider aus 29 Ländern, darunter 202 in Deutschland, gaben außerdem an, dass komplexe technische Systeme und ein mangelndes Bewusstsein von Führungskräften das Problem verschärfen.

32 Prozent der deutschen IT- und Unternehmensentscheider gaben an, beim Management ihrer digitalen Angriffsoberfläche Schwierigkeiten mit der Risikobewertung zu haben. 87 Prozent der Befragten fühlen sich der Gefahr von Phishing-Angriffen ausgesetzt – knapp gefolgt von Ransomware (86 Prozent) und Ausfällen von Cloud-Infrastrukturen (83 Prozent).

Die Schwierigkeiten von Unternehmen bei der Risikobewertung lässt auch deren Vorstände im Dunkeln tappen: 51 Prozent der IT-Entscheider sieht eine Herausforderung darin, das Risikoniveau des Unternehmens für die Führungsebene zu quantifizieren. Nur vier Prozent glauben, dass ihr Vorstand das Cyberrisiko derzeit vollständig versteht. Hier bietet sich für Unternehmen die Chance, externes Expertenwissen hinzuzuziehen.

41 Prozent der Befragten haben im Unternehmen bereits in einen plattformbasierten Ansatz für das Management der Angriffsfläche investiert, während fast die Hälfte (49 Prozent) angab, dies zukünftig zu planen. Diejenigen, die bereits eine Cybersecurity-Plattform im Einsatz haben, sehen vor allem eine bessere Transparenz (32 Prozent), die Reduzierung der Kosten (31 Prozent) sowie eine schnellere Angriffserkennung und -reaktion (31 Prozent) als Vorteile an.

27 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gehen beim Mapping der Angriffsfläche noch manuell vor. 29 Prozent berichten dabei von Komplexitätsproblemen durch das Vorhandensein mehrerer Tech-Stacks. Dies könnte erklären, warum nur ein Teil der Befragten in der Lage ist, folgende Aspekte ihrer Risikobewertung umfassend darzustellen:

  • Maßnahmenpläne zur Verhinderung der Ausnutzung bestimmter Schwachstellen (47 Prozent),
  • Auswirkungen eines Sicherheitsvorfalls in einem bestimmten Bereich (46 Prozent),
  • Branchen-Benchmarks (43 Prozent),
  • Häufigkeit von Angriffsversuchen (43 Prozent),
  • Trends bei Angriffsversuchen (39 Prozent) und
  • Risikoeinstufung einzelner Assets (37 Prozent).

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