Ecos warnt vor langfristigem Ausspähen

Wenn Cyberkriminelle viel Geduld haben

13. September 2021, 08:30 Uhr   |  Anna Molder

Wenn Cyberkriminelle viel Geduld haben
© Wolfgang Traub

Beim Umgang mit ihren Daten nutzen Unternehmen und Behörden oft abgestufte Sicherheitsmaßnahmen. Was besonders wichtig und kritisch ist, schützt man auch besonders gut. Für (vermeintlich) weniger schützenswerte Informationen liegt das Sicherheitsniveau hingegen unter Umständen niedriger. Ein Ansatz, der unter kommerziellen und operativen Gesichtspunkten vernünftig sein kann. Die IT-Security-Fachleute von Ecos Technology warnen in diesem Zusammenhang allerdings vor häufig unterschätzten Gefahren durch langfristiges Ausspähen beziehungsweise Langzeit-Tracking.

Cyberkriminelle setzen dabei darauf, jeglichen zugänglichen Datenverkehr eines Unternehmens oder einer Organisation über einen längeren Zeitraum aufzuzeichnen, zu entschlüsseln und mit weiteren Informationen in Zusammenhang zu bringen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf Strukturen, Beziehungen und Gewohnheiten innerhalb der Organisation gewinnen. Diese können dann beispielsweise die Grundlage für die erfolgreiche Durchführung von Social-Engineering-Angriffen bilden.

Die besondere Gefahr solcher Angriffe liegt darin, dass sie den Betroffenen in der Regel gar nicht bewusst ist. Denn für sich betrachtet, erscheinen die einzelnen Informationen häufig weitgehend belanglos. Mit der einzelnen E-Mail mit Flug- und Hoteldaten für die nächste Geschäftsreise etwa, die Beschäftigte aus dem Home-Office an Vorgesetzte verschickt, wird sich in der Regel zunächst eher wenig anfangen lassen. Anders sieht es aus, wenn unbefugte Dritte mit kriminellen Absichten durch Langzeit-Beobachtung in den Besitz umfangreicher Mengen von Daten dieser Art gelangen. Daraus gewonnene Erkenntnisse können zum Beispiel die Basis für einen sogenannten „CEO Fraud“ Angriff bilden. Hierbei erfolgt eine Aufforderung mit gefälschten, vermeintlich von der Geschäftsführung stammenden E-Mails zur Überweisung von Geldbeträgen oder zur Bereitstellung von Informationen.

Ähneln solche E-Mails in Inhalt und Stil einer typischen Spam-Nachricht, lassen sie sich in der Regel sofort erkennen. Ganz anders kann es jedoch aussehen, wenn ein Hacker diese verfasst, der den Kommunikationsstil der beteiligten Personen über einen längeren Zeitraum genau beobachtet hat. Vergleichbares gilt für E-Mails, die zum Einschleusen von Ransomware beziehungsweise Verschlüsselungstrojanern in Benutzung sind. Die Erfolgsquote solcher Attacken ist umso höher, je besser der Angreifer sein Opfer kennt und je genauer sich die entsprechende E-Mail-Kommunikation zuschneiden lässt.

Zur Abwehr derartiger Attacken empfiehlt Ecos, auch bei vergleichsweise unkritischen Informationen ein hohes Sicherheitsniveau beizubehalten. Dies gilt insbesondere auch beim Arbeiten von unterwegs oder im Home-Office – Szenarien, in denen beispielsweise spezielle, sichere Remote-Access-Lösungen oder VPN-Zugänge zum Einsatz kommen sollten.

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