Smart Energy ist eines der großen Themen der E-World Anfang Februar– die Energieversorgung der Zukunft von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zum Handel. Ob es um erneuerbare Energien oder die Versorgung von Rechenzentren geht, die besonders sensibel auf Störungen reagieren: Ohne die richtige Messtechnik sind derart ambitionierte Vorhaben nicht realisierbar. Der Janitza will auf der Messe „Messtechnik zum Anfassen“ bieten – ein Konzept, das ganz auf Praktiker und Spezialisten abgestimmt sei. Neben bewährten Geräten und der Software GridVis, die Besucher an mehreren Stationen testen können, richtet der Hersteller den Fokus auf weitere Neuheiten, darunter das MID-konforme Messgerät UMG 96-PA und die Janitza-Rogowski-Spule mit Messumformer.

Das kompakte Messgerät UMG 96-PA soll als Universal-Tool für alle Herausforderungen der Messtechnik dienen. Es vereine vier Lösungen in einem Gerät: Energie-Management, MID-konforme Energiemessung, Power Quality Monitoring und RCM-Überwachung. Die MID-Konformität steht für eine zertifizierte und manipulationssichere Energieverbrauchsmessung. In Kombination mit der Software GridVis lassen sich Kostenstellen bilden und eine automatisierte, rechtssichere Verbrauchsabrechnung installieren (ab GridVis 7.2). Ein kontinuierliches Energie-Monitoring mache Energieflüsse transparent, wie dies zum Beispiel für ein Energie-Management nach ISO 50001 erforderlich ist.

Die Spannungsqualitäts-Analyse bietet die Möglichkeit, eine schnelle Übersicht über Norm- oder Grenzwertverletzungen zu bekommen, wie sie in den Normen EN 50160 und IEC 61000-2-4 definiert sind. Das Resultat ist laut Janitza eine sichere, hochverfügbare Stromversorgung, die Fertigungsausfälle vermeidet und Betriebszeiten maximiert.

Ein Highlight ist das Modul zur Differenzstromüberwachung (RCM), das das Leistungsspektrum des UMG 96-PA abrunden soll. Die kontinuierliche Messung und frühzeitige Warnung vor Kriechströmen reduziert nicht nur die Brandgefahr, sondern erhöht auch die Anlagenverfügbarkeit: langsam steigende Fehlerströme werden erkannt, bevor der Fehlerstromschutzschalter auslöst. Außerdem kann bei einer elektrischen Anlage oder bei ortsfesten Betriebsmitteln die aufwändige Isolationsmessung im Rahmen der DGUV V3 entfallen, was den Prüfaufwand erheblich reduziert.

Nicht überall, wo Messwerte anfallen, steht auch die Infrastruktur zur Weiterleitung dieser Daten an eine zentrale Stelle zur Verfügung. Speziell bei der Ertüchtigung von Niederspannungsnetzen sind die Investitionen nicht in einem Schritt zu stemmen. Dort kommen als erste Maßnahme gern kostengünstige, dezentrale Lösungen zum Einsatz. Dennoch müssen die Daten „eingesammelt“ werden. Mit externen Janitza-Messgeräte soll dies jetzt besonders einfach geschehen: Alle kompatiblen hauseigenen Messgeräte, die keine fest verfügbare Kommunikationsanbindung haben, können in Zukunft mit dem portablen Datensammler namens GridVis Collector direkt an der Trafostation ausgelesen werden. Der Collector sammelt Daten von bis zu 150 Messgeräten, die sich auf Knopfdruck mit der GridVis-Datenbank synchronisieren lassen. Für das Auslesen der Messdaten über ein Multitouch-Farbdisplay sind laut Hersteller keine Fachkenntnisse der GridVis-Software erforderlich. Janitza liefert den Collector inklusive Zubehör (Ethernet-Kabel, Netzteil, USB-Stick mit Plug-ins) in einem transportsicheren handlichen Tragekoffer.

Einsatzort Trafostation: Benötigt ein Betreiber umfassende Transparenz über die Vorgänge in einem Netz, muss er ab der Einspeisung messen. Besonders einfach gelinge dies mit Rogowski-Spulen von Janitza, so der Hersteller. Rogowski-Spulen sind im Vergleich zu gewöhnlichen Messwandlern besonders robust und unempfindlich gegen hohe Kurzschlussströme. Die Technik arbeite selbst bei hohen oder sich schnell ändernden Strömen ausgesprochen linear. Dementsprechend eignet sich ein solcher Sensor besonders gut für Energie-Messsysteme, die solchen Belastungen ausgesetzt sind. Oberschwingungen und Transienten sind so phasengenau messbar.

Rogowski-Spulen sind im Vergleich zu gewöhnlichen Messwandlern besonders robust und unempfindlich gegen hohe Kurzschlussströme.

Rogowski-Spulen von Janitza lassen sich nach Angaben des Herstellers ohne Auftrennen des Stromkreises, das heißt, ohne Montagearbeiten installieren und wieder entfernen. Dank einer patentierter Anschlusstechnik sei dies selbst bei Leitern mit großen Querschnitten oder Stromschienen problemlos möglich. Die gut geschützten Wandler lassen sich mit einem Kabelbinder fixieren und sind plombierbar.

Der Messbereich umfasst 10 A bis 10.000 A (RMS), in Kombination mit dem Janitza-Messumformer RogoTrans bis 4.000 A (RMS) (RMS=Root Mean Square/Effektivwert). Das Ausgangssignal der Rogowski-Spule wird dem Messumformer zugeführt, der am Ausgang einen normierten AC-Strom von maximal 1 A ausgibt. Er lässt sich mit allen UMG-Messgeräten von Janitza nutzen.

Weitere Informationen gibt es unter www.janitza.de.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.