Der Colocation-Anbieter Keppel Data Centres hat vor Kurzem seinen Einstieg auf dem deutschen Rechenzentrumsmarkt bekannt gegeben. Für das neue Hochsicherheits-Rechenzentrum hat Keppel nach eigenen Angaben mit Frankfurt Kalbach einen der attraktivsten deutschen Standorte gewählt: Frankfurt ist Heimat des DE-CIX, des weltweit größten Internet-Knotenpunkts – und mit einer Übertragungsrate von mehr als sechs TBit/s die globale Nummer eins des Datenaustauschs. Das 20.000 m² große Keppel-Rechenzentrum „KDC FRA 1“ biete Kunden als DE-CIX-Enabled Site beste Anbindungsmöglichkeiten an Hunderte von Peering-Partnern und über 30 Public-Cloud-Plattformen in weiten Teilen der Welt.

Für den Konzern aus Singapur ist das neue Rechenzentrum nach Firmenangaben vor allem ein wichtiger Schritt zur stärkeren Vernetzung von Deutschland und Asien. Ein Fortschritt, von dem auch die DE-CIX Management GmbH profitiert, wie Chief Strategic and Corporate Development Officer Ivo Ivanov in seinem Vortrag zur Partnerschaft mit Keppel auf dem Opening Event erläuterte: „Wir möchten die digitale Vernetzung mit dem östlichen Raum verstärkt ausbauen. Die Partnerschaft mit Keppel Data Centres ist ein vielversprechender Ansatz, um dieses Ziel zu erreichen.“ DE-CIX sieht nach eigenem Bekunden in Singapur einen der Top-20 Daten-Hubs weltweit.

Die strategische Ausrichtung von Keppel Data Centres auf dem deutschen Markt stellte Country Head Jens Müller vor. Dabei setzt das Unternehmen laut ihm vor allem auf eine neue Preispolitik, die den Nutzern von Rechenzentrumsfläche eine erschöpfende Übersicht der gesamten Betriebskosten gibt. Denn bislang sei es am deutschen Colocation-Markt für Kunden nur schwer möglich, die Gesamtkosten zu überblicken und wichtige Informationen über die Preise für Kapazität, Energiekosten oder monatliche Nebenkosten transparent zu erhalten. Als Informationsquelle zur Kalkulation der Gesamtbetriebskosten bleiben den Kunden meist nur mehr oder weniger präzise Ausschreibungen und Studien, die wiederum auf Eigenangaben der Anbieter beruhen.

„Kein größeres Colocation-Rechenzentrum in Frankfurt würde auf seiner Website offen Angaben zu den anfallenden Gesamtkosten bei einer Flächenmietung machen“, so Jens Peter Müller. „Anbieter passen ihre Preise der jeweiligen Marktmacht der Kundengruppe oder Deal-Größe entsprechend an.“

Große, strategische Kunden zahlen dabei in der Regel weniger als kleinere Kunden ohne starken Namen. Das führe zu einer Preisspanne zwischen 80 und  200 Euro pro KW bei gleichartiger Leistung oder zu einer Quersubventionierung der Großkunden. Keppel Data Centres will bei dieser intransparenten Preispolitik in Deutschland ansetzen und konkrete Standardpreise für RZ-Kunden offenlegen.

Weitere Informationen stehen unter www.keppeldatacentres.com zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.