RTC: Zusammenspiel mit Cloud-TK-Anlagen

Real-time Collaboration und IP-Centrex

29. Mai 2015, 06:00 Uhr   |  Sibylle Klein, im Bereich Public Relations bei Servonic tätig, www.servonic.com./pf

Real-time Collaboration und IP-Centrex

Unternehmen können heute Software aus der Cloud beziehen, ohne diese vor Ort vorzuhalten. Eine der neuesten Entwicklungen im Bereich Cloud Computing ist die Möglichkeit, mittels IP-Centrex Telefonanlagen "on Demand" zu nutzen. Auch die Unterstützung zusätzlicher Lösungen für Real-time Collaboration (RTC) ist dabei möglich, es gibt jedoch verschiedene Varianten der Implementierung.

TK-Anlagen, die ursprünglich als reine Sprachvermittlung dienten, lassen sich heute in der Regel um zahlreiche softwarebasierende Dienste erweitert. Mit Lösungen für Real-time Collaboration wachsen die IT- und TK-Welt noch weiter zusammen: Die Anwender können mit dem PC ihre Telefone steuern und darüber hinaus Komfortmerkmale wie Makeln, Konferenzschaltungen oder Weiterleiten nutzen. RTC-Lösungen lassen sich mit allen Varianten von TK-Anlagen, also auch IP-Centrex, kombinieren.
Mit "Centrex", abgeleitet von Central Office Exchange, steht eine virtuelle oder gehostete Telefonanlage zur Verfügung: Diese stellt Unternehmen die Funktionen einer Telefonanlage mithilfe von Elementen eines öffentlichen Telekommunikationsnetzes bereit. Im Unternehmen selbst steht keine Hardware. IP-Centrex übernimmt das Prinzip von Centrex in die Voice-over-IP-Technik und lässt sich damit "on Demand" anbieten.
RTC-Lösungen wiederum bieten Funktionen für Computertelefonie, Instant Messaging, Desktop Sharing und Präsenz-Management. Sie ermöglichen es, Funktionen an der TK-Anlage mit dem PC zu steuern und gleichzeitig Technik und Informationen aus der IT-Umgebung zu nutzen. Ziel der Applikation: den Benutzern den Arbeitsalltag erleichtern und die Arbeitsabläufe effizienter gestalten. RTC ist keine losgelöste, für sich allein stehende Lösung, sondern arbeitet mit bereits in der ITK-Welt Vorhandenem wie Datenbanken, E-Mail-Systemen und TK-Anlagen zusammen.
Für die Zusammenarbeit und die Installation von IP-Centrex in Kombination mit einer RTC-Lösung spielen drei Komponenten eine Rolle: IP-Centrex, RTC-Server und die RTC-Clients. Während die RTC-Clients am PC-Arbeitsplatz installiert sind, gibt es für das Zusammenspiel zwischen IP-Centrex und RTC-Server zwei sinnvolle Implementierungsvarianten: Während IP-Centrex immer "on Demand" bereitsteht, lässt sich der RTC-Server entweder ebenfalls in die Cloud auslagern oder "on Premises" installieren. Technisch gesehen besteht kein großer Unterschied: In beiden Fällen können sich IP-Centrex und RTC-Server auf der Basis von Protokollen und Schnittstellen wie uaCSTA, CSTA XML, TAPI oder TSAPI verständigen. Die Verbindung zwischen RTC-Server und den passenden Clients funktioniert über den Standard uaCSTA.
 
RTC aus der Public Cloud
Aus technischer Sicht existiert also kaum ein Unterschied zwischen "RTC on Demand" und "RTC on Premises". Tatsächlich jedoch ist es für Unternehmen sehr wohl entscheidend, auf welche Weise sie RTC im Unternehmen zur Verfügung stellen: Der volle Funktionsumfang von RTC-Lösungen lässt sich nur dann nutzen, wenn diese auf Unternehmensdatenbanken zugreifen können. Dies wird an folgendem Beispiel deutlich: Erhält ein RTC-Benutzer einen Anruf, identifiziert das System den Anrufer und zeigt dessen Daten wie Name, Firma und Telefonnummer in einem Anruffenster am Bildschirm an. Der Benutzer weiß, bevor er den Anruf annimmt, wer ihn anruft.
RTC-Lösungen greifen dabei auf die Daten in den entsprechenden Datenbanken zu. Dazu zählen beispielsweise IBM-Notes-Kontakte, Microsoft-Outlook-Ordner oder auch das Active Directory. Lösungen wie beispielsweise der "Ixi-PCS Professional Communication Server" von Servonic halten die Unternehmensdaten in einem Meta-Directory vor, um zügiger auf die benötigten Informationen zugreifen zu können. Das Meta-Directory repliziert die Daten aus den unterschiedlichen Datenquellen im Unternehmen in regelmäßigen Abständen. Geht ein Anruf ein, genügt es dann, wenn der RTC-Server im Meta-Directory nach den passenden Informationen sucht. Unabhängig davon, ob der RTC-Server auf ein Meta-Directory oder die einzelnen Datenquellen direkt zugreift, müssen die Unternehmen ihre Daten in irgendeiner Form für die Public Cloud zugänglich machen, um den vollen RTC-Umfang nutzen zu können. Die meisten Unternehmen sind dazu derzeit eher nicht bereit.
 
Managed Service
Für Unternehmen, die sich scheuen, ihre Daten für die Cloud zugänglich zu machen, aber trotzdem die Lösung nicht "on Premises" vorhalten möchten, existiert eine Alternative: "Managed Services". Dabei werden auf ein Unternehmen abgestimmte Dienste, Anwendungen und Speicher in einem Rechenzentrum vorgehalten und für einen meist abgegrenzten Bereich der IT-Infrastruktur zur Verfügung gestellt: Ein Dienstleister betreibt für ein spezifisches Unternehmen beispielsweise RTC und IP-Centrex.
Die Unternehmensdaten liegen in diesem Fall beim Dienstleister im geschützten Raum, sodass der Zugriff auf die Daten unkritisch ist. Darüber hinaus kann der Managed-Service-Betreiber auf die speziellen Anforderungen des Unternehmens eingehen. Das Zusammenspiel zwischen RTC-Server, RTC-Client und IP-Centrex bleibt wie gehabt: Die RTC-Clients sind am PC-Arbeitsplatz installiert. IP-Centrex und RTC-Server hingegen arbeiten beim Dienstleister im Managed Service über die entsprechenden Schnittstellen und Protokolle zusammen.
 
Hybrid Cloud
Hybrid Cloud bedeutet, dass ein Unternehmen Teile seiner ITK-Funktionen aus der Public Cloud, andere als Managed Service bezieht und wieder andere "on Premises" vorhält. Ein Unternehmen kann so die Vorteile aller Möglichkeiten ausschöpfen und je nach individuellem Bedarf variieren. Manche Lösungen lassen sich relativ problemlos aus der Public Cloud beziehen und damit der eigene Aufwand für Installation, Pflege und Wartung reduzieren. Andere eignen sich eher als Managed Service, dort kann der Provider auf die individuellen Anforderungen des Unternehmens eingehen und der Aufwand für Installation, Pflege sowie Wartung bleibt ebenfalls gering. Hält ein Unternehmen Lösungen "on Premises" vor, sind Installation und Administration im eigenen Haus zu erledigen.
 
Fazit
Es ist technisch möglich, nahezu die komplette ITK-Struktur eines Unternehmens aus der Public Cloud zu beziehen. Alternativ können sie Managed Services nutzen oder die entsprechenden Lösungen direkt im Haus vorhalten. Die sogenannte Hybrid Cloud fasst diese Möglichkeit der Unternehmen, alle drei Varianten der ITK-Nutzung zu vermischen, zusammen.

Ein Unternehmen kann den RTC-Server (im Beispiel Ixi-PCS Server) entweder - zusammen mit IP-Centrex - aus der Wolke nutzen oder im Unternehmen selbst vorhalten. Bild: Servonic
LANline.

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