Commscope: Energieeffizienz mit hoher Priorität

Trends bei mobilen Netzwerken im Jahr 2023

16. Januar 2023, 8:30 Uhr | Jörg Schröper
WLAN
© Wolfgang Traub

Wie wird sich der Sektor „Outdoor Wireless Networks“ im Jahr 2023 weiterentwickeln? Welche Themen sind besonders relevant? Michael Wolfe, Vice President und CTO, Outdoor Wireless Networks bei Commscope hat in einer Mitteilung drei Trends identifiziert, die die Telekommunikationsbranche in diesem Bereich im Auge behalten sollte.

Energieeffizienz wird zur Priorität: 2023 wird Nachhaltigkeit ein Schwerpunktthema in allen Branchen bleiben. Da der Druck von außen – von Verbrauchern, Regierungen und Umweltgruppen – weiter zunimmt, sind auch die Verantwortlichen in der Telekommunikationswirtschaft zum Handeln gezwungen, so Wolfe. Schätzungen zufolge sind Telco-Unternehmen derzeit für 1,6 Prozent bis 3,9 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Ohne sofortige Maßnahmen wird diese Zahl weiter ansteigen. Um das Pariser Abkommen einzuhalten, müssen Telekommunikationsunternehmen ihre Emissionen bis 2030 um 45 Prozent reduzieren.

In immer mehr Staaten sind entsprechende Maßnahmen sogar gesetzlich vorgeschrieben. Die Vorbereitung auf diese verschiedenen Vorschriften und ihre Einhaltung werden für die Unternehmen keine leichte Aufgabe sein. Ein Punkt, an dem sie Einsparungen erzielen können, sind möglichst energieeffiziente Funkübertragungstechniken. Im neuen Jahr sollte evaluiert werden, ob und wo Modernisierungsbedarf besteht, so der Experte weiter. Erhöhter Stromverbrauch alter Infrastruktur schlägt sich schließlich nicht nur in einer schlechten Umweltbilanz nieder, sondern zunehmend auch finanziell.

5G-Ausbau beschleunigt sich: Der Ausbau wird im kommenden Jahr weiter an Fahrt aufnehmen. Die Technik wird unter anderem eingesetzt werden, um die mobile Breitbandnutzung zu verbessern und wettbewerbsfähige FWA-Dienste (Fixed Wireless Access) zu ermöglichen. Um die Vorteile der 5G-Technik voll auszuschöpfen – einschließlich der Unterstützung von latenzempfindlichen, hochzuverlässigen und erweiterten Internet-of-Things-Diensten – wird man mehr 5G-Standalone-Funktionen implementieren. Davon werden Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen gleichermaßen profitieren. Dies kann der einfachere Kontakt zu Freunden und Familie sein, effizienter Zugriff auf digitale Bürgerdienste oder flexibles Remote-Arbeiten. Man kann davon ausgehen, dass im nächsten Jahr größere Ressourcen in die Schaffung erschwinglicher mobiler Breitbanddienste fließen werden.

Anwendungen wie das Metaverse, Web3, künstliche Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen veranlassen Betreiber von Rechenzentren außerdem dazu, sich auf Edge-Funktionen zu konzentrieren, um jederzeit und überall Datenzugriff mit geringer Latenz zu ermöglichen – eine wichtige Grundlage für den Übergang zu 5G in der Breite. Im nächsten Jahr werden immer mehr Daten latenzempfindlich sein und schnelleren Zugriff nötig machen. Diese Entwicklung wird die Migration von einer großen Kern- und einer kleinen Edge-Rechenzentrumsarchitektur zu einer kleineren Kern- und einer größeren Edge-Architektur weiter vorantreiben, so Wolfe in seiner Prognose weiter.

6G steht in den Startlöchern: Obwohl 5G längst noch nicht flächendeckend im Einsatz ist, gibt es bereits Arbeiten an einem Mobilfunkstandard der nächsten Generation. Dessen Einführung ist allerdings noch Jahre entfernt, in Deutschland steht dafür das Jahr 2030 im Raum. Aktuell liegt die volle Konzentration auf dem 5G-Rollout. Erfahrungen daraus fließen allerdings direkt in den Entwicklungsprozess von 6G ein.

Ziel des neuen Standards sollen Transferraten von bis zu 400 GBit/s sein. Die Signalverarbeitung beim Senden mit derart hohen Geschwindigkeiten wird spezielle Algorithmen erfordern, an denen bereits geforscht wird. Einige Experten rechnen damit, dass künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen eine tragende Funktion in diesem Netz wahrnehmen werden. In den nächsten Jahren wird es sehr wahrscheinlich eine Reihe spanender neuer Entwicklungen auf diesem Gebiet geben.
 


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