Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend belastet

UiPath-Studie: Fachkräftemangel erzeugt Teufelskreis

12. Mai 2022, 12:30 Uhr | Jörg Schröper
KI
© Wolfgang Traub

93 Prozent der deutschen Büroangestellten haben durch die sogenannte Great Resignation zusätzliche Verantwortung übernommen. 62 Prozent glauben, dass Automatisierung helfen kann, Talente zu gewinnen und zu halten.

Laut einer Studie von UiPath, einem Unternehmen für Automatisierungssoftware, fühlt sich die Mehrheit der weltweiten Büroangestellten aufgrund der Kündigung von Kolleginnen und Kollegen im vergangenen Jahr einem erhöhten Druck am Arbeitsplatz ausgesetzt. Infolgedessen sagt ein Fünftel der deutschen Befragten (22 Prozent), in den nächsten sechs Monaten eine Kündigung in Betracht zu ziehen. Die UiPath Office Worker Survey 2022 ergab auch, dass repetitive Aufgaben die Unzufriedenheit und Unsicherheit der Mitarbeiter verstärken. Daher würden sie neue Prozesse und Technik wie Automatisierung begrüßen, die es ihnen ermöglichen, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, die ihnen wichtig ist.

Die dritte jährliche UiPath-Umfrage unter Büroangestellten in Deutschland hat die Auswirkungen der Great Resignation auf die Rollen und Verantwortlichkeiten der Mitarbeiter, ihre Karriereverläufe und ihre allgemeinen Erfahrungen untersucht.

Die Auswertung ergab unter anderem, dass die Great Resignation eine akute Herausforderung für Unternehmen darstellt: Büroangestellte spüren einen erhöhten Druck am Arbeitsplatz, weil ihre Kolleginnen und Kollegen kündigen. 93 Prozent der deutschen Befragten mussten aus diesem Grund neue Aufgaben außerhalb ihrer Stellenbeschreibung übernehmen. Rund die Hälfte der Befragten (52 Prozent) gab an, dass sie dadurch nicht mehr genau weiß, was ihr eigentlicher Aufgabenbereich ist.

Die Gründe sieht die Studie so: Arbeitskräftemangel und monotone Arbeit veranlassen die Menschen dazu, zu kündigen. 20 Prozent der deutschen Befragten bewerben sich derzeit um eine andere Stelle. Diese Fachkräfte suchen nach einer neuen Stelle, weil die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben immer schwieriger wird. Am Arbeitsplatz fordern Verwaltungsaufgaben zu viel Zeit. Außerdem mangelt es laut der Befragten an Schulungen, um neue Fähigkeiten zu entwickeln oder vorhandene Kompetenzen zu erweitern.

Zu den wachsenden Aufgabenbereichen kommen viele repetitive Aufgaben hinzu: 91 Prozent der weltweit Befragten geben an, dass sie sich an mindestens einem Tag der Woche am Ende des Arbeitstages erschöpft fühlen. Sie sind frustriert von repetitiven Aufgaben wie dem Beantworten von E-Mails (33 Prozent), dem Planen von Anrufen und Meetings (32 Prozent) und dem Eingeben von Daten (24 Prozent).

Büroangestellte denken, dass Automatisierung der Schlüssel zur Verbesserung ihrer Arbeitsleistung und Zufriedenheit ist: In Übereinstimmung mit den UiPath Office Worker Surveys von 2021 und 2020 hat jeder dritte deutsche Angestellte das Gefühl, dass ein Großteil des Arbeitstags von Aufgaben verschlungen wird, die automatisiert werden können. Darüber hinaus glauben neun von zehn befragten Deutschen, dass die Automatisierung ihre Arbeitsleistung verbessern kann, insbesondere durch Zeitersparnis (50 Prozent), Produktivitätssteigerung (39 Prozent) und die Möglichkeit, sich auf wichtigere Aufgaben zu konzentrieren (34 Prozent). Mehr als die Hälfte (58 Prozent) stimmen zu, dass sie sich mit Hilfe der Automatisierung auf kreativere Arbeit konzentrieren kann.


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