Fraunhofer-IZM-Untersuchung für G+D vergleicht eSIM und SIM

Umweltfreundlichkeit von SIM-Lösungen

30. November 2022, 12:30 Uhr | Anna Molder
Unterschiede in den verschiedenen Stadien des Lebenszyklus
Unterschiede in den verschiedenen Stadien des Lebenszyklus.
© Giesecke+Devrient

Die vergleichende Lebenszyklus-Analyse (LCA) durch das Fraunhofer IZM für Giesecke+Devrient (G+D) von klassischer SIM-Karte und eSIM bilanziert einen klaren Vorsprung für die eSIM in Sachen Umweltverträglichkeit. Das will G+D auch mit seiner eSIM-Strategie bestätigen, indem der Spezialist für Sicherheitstechnik auf die Weiterentwicklung dieser Technik setzt.

Die Untersuchung der Umweltwirkungen von SIM-Karten und Embedded SIMs (eSIMs) zeigt einen deutlichen Vorsprung für die eSIM. Die Ergebnisse einer vergleichenden Ökobilanzierung bestätigen in allen analysierten Umweltwirkungskategorien die eSIM als die umweltfreundlichere Lösung. Hervorzuheben sei dabei der geringere Ausstoß von CO2-Emissionen.

Die Lebenszyklus-Analyse der beiden Formate ergibt eine Minderemittierung der eSIM von 46 Prozent gegenüber der SIM-Karte (123 g CO2-Äquivalent versus 229 g CO2-Äquivalent). Deutlicher sind die Unterschiede in den verschiedenen Stadien des Lebenszyklus: So entstehen bei der SIM-Karte 59 Prozent der Emissionen während der Produktion (Upstream), während Transport und Nutzung (Downstream) für 41 Prozent stehen. Bei der eSIM dagegen fallen bei der Produktion lediglich zwei Prozent der Emissionen an. Die restlichen 98 Prozent sind dem Downstream geschuldet, da der OEM (Original Equipment Manufacturer) den eSIM-Chip in das Mobilgerät einbaut.

Die Lebenszyklus-Analyse erfolgte durch G+D und das Fraunhofer IZM nach der ISO-Norm 14040/14044. Ein externer Review Panel hat die Analyse begleitet. Die Ergebnisse ließen sich anschließend durch ein Review Statement bestätigen, so G+D.

Das Setup der Untersuchung prüfte die Umweltwirkungen einer SIM-Karte und einer eSIM bei der Authentifizierung eines Users im Mobilfunknetz inklusive Nutzung der Funktionalität für die Dauer von drei Jahren. Das entspricht der typischen Nutzungsdauer eines Smartphones. Neben der Untersuchung der eingesetzten Rohstoffe und Materialien in der Produktion, den Transportwegen und der Nutzungsphase der Produkte bis hin zur Entsorgung hat man in der Lebenszyklus-Analyse auch Komponenten im Endgerät betrachtet, die die SIM-Funktion sicherstellen, wie beispielsweise SIM-Tray, SIM-Connector, zusätzliche Leiterplattenfläche und die SIM-Stromversorgung.

Laut einem GSMA-Report bieten bereits 260 Mobilfunkanbieter in 88 Ländern kommerzielle eSIM-Dienste für Smartphones an. Bis 2030 lässt sich ein eSIM-Anteil von 76 Prozent aller Smartphone-Verbindungen prognostizieren. Das neue iPhone 14 verzichtet in den USA bereits auf einen SIM-Karten-Tray, andere Smartphone-Hersteller und OEMs werden diesem Beispiel folgen.

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