Nachhaltigkeitseffekte durch UCC

Virtuelle Meetings schonen die Umwelt

8. März 2022, 7:00 Uhr | Sion Lewis/wg
Virtuelle Meetings
Virtuelle Meetings sind heute an der Tagesordnung. Sie reduzieren den Bedarf an Pendelfahrten und Geschäftsreisen.
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Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass der Wechsel auf langfristige Remote-Arbeit positive Auswirkungen auf die Umwelt hat. Denn Beschäftigte legen lange Arbeitswege oft mit dem Auto zurück. Dieser CO2-Austoß belastet die Luft vor allem in Stoßzeiten zum Berufsverkehr. Außerdem hat sich die während der Pandemie die allgemeine Einstellung gegenüber der Arbeitsleistung im Home-Office geändert: Virtuelle Meetings sind heute an der Tagesordnung. Unternehmen haben persönliche Interaktion neu definiert und Geschäftsreisen auf das Notwendigste reduziert.

Die Erkenntnis traf viele Führungskräfte in den vergangenen Jahren: Flexibles Arbeiten wird die Gesellschaft auch noch lange nach der Pandemie begleiten. Verschieden Umfragen belegen, dass Beschäftigte nicht nur Gefallen an der Remote-Arbeit gefunden haben, sondern dass es auch unserer Umwelt helfen kann und somit einen wichtigen Platz auf der Agenda aller Unternehmen haben sollte. Vodafone hat errechnet, jeder deutsche Teleworker habe während des Lockdowns – hochgerechnet auf das Jahr – durchschnittlich 1.144 kg CO2-Emissionen eingespart. Demnach liegt das Einsparpotenzial von CO2 durch Home-Office in Deutschland sogar am höchsten und entspricht etwa 80 Millionen One-Way-Flügen zwischen London und Berlin.

Der Grundpfeiler kann ein hybrider Ansatz in Bezug auf den Arbeitsort der Beschäftigten mittels Collaboration-Lösungen sein. Wenn Unternehmen Geschäftsreisen und Pendeln der Belegschaft zugunsten virtueller Meetings und Veranstaltungen reduzieren, können sie die Welt um sich herum maßgeblich und nachhaltig beeinflussen. Laut Greenpeace könnten bereits nur ein zusätzlicher Home-Office-Tag in Deutschland 1,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, während er den Pendelverkehr um 10,9 Milliarden Personenkilometer reduziert.

LogMeIn untersuchte den Effekt anhand seiner eigenen Nutzerbasis, die durch die Verwendung von Web-Conferencing im ersten Jahr der Pandemie (April 2020 bis März 2021) dazu beitrugen, im Vergleich zum täglichen Pendeln oder der Teilnahme an Geschäftsreisen bis zu 63 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen einzusparen. Gemäß US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) entspricht dies der Einsparung von fast 13,8 Millionen Autos für ein Jahr, dem Energieverbrauch von 7,6 Millionen Haushalten für ein Jahr oder der Pflanzung von einer Milliarde Bäumen.

Ganzheitliche CSR-Strategie erforderlich

Der Einsatz von Unified Communication und Collaboration (UCC) ist nur ein Aspekt zu einem nachhaltigen Unternehmen. Jede Firma sollte zudem an ihrem CSR-Programm (Corporate Social Responsibility) arbeiten und dies auf realistische Ziele umstellen, um eine Netto-Null-Emissionen anzustreben. Dabei ist eine auf Remote-Arbeit ausgerichtete Strategie ein erster wichtiger Schritt. Zudem können sich Unternehmen um Zertifikate bemühen, die belegen, dass sie Strom aus erneuerbaren Energien fördern (Renewable Energy Certificates, kurz RECs, oder in Europa Guarantee of Origin im European Energy Certificate System, EECS-GoO).

Das europäische RECs-Handelssystem haben die Stromerzeuger Eon, RWE und Vattenfall gegründet. Bei RECs wird nur ein ideeller Anteil an Ökostrom von jeder produzierten Kilowattstunde abgekoppelt und losgelöst vom tatsächlich verkauften Strom gehandelt. Das heißt, Unternehmen können eine bestimmte Menge Strom als Ökostrom ausweisen, selbst wenn es sich möglicherweise um Atomstrom handelt. Das EECS-GoO-System hingegen weist dank seiner Ursprungsgarantie (Guarantee of Origin, GoO oder GO) den Strom als tatsächlichen produzierten Ökostrom aus. Vor allem mit Letzterem können Unternehmen zeigen, dass die Bestrebungen zum nachhaltigen Net-Zero-Unternehmen auch geprüft und anerkannt sind.

Außerdem lohnt sich ein näherer Blick auf die eigene Hard- und Software. Denn IT kann zwar einen Teil zur Lösung der Klimaprobleme beitragen, verursacht jedoch ebenfalls einen eigenen CO2-Fußabdruck. Laut Capgemini setzen lediglich sechs Prozent der Unternehmen eine nachhaltige IT-Strategie um, und nur 22 Prozent der Unternehmen planen, in den nächsten drei Jahren ihren CO2-Fußabdruck durch eine nachhaltige IT um mehr als ein Viertel zu reduzieren. Um dies umzusetzen, gilt es zu prüfen, welche Energieeffizienz-Standards die genutzten RZ-Dienstleister haben und wie beispielsweise Greenpeace diese bewertet.


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